Nur Bitcoin? Altcoin Prognose 2026 fällt bescheiden aus

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Der Kryptomarkt befindet sich seit Monaten in einer Phase der Unsicherheit. Bitcoin pendelt seit geraumer Zeit seitwärts und scheitert immer wieder daran, die Marke von 100.000 Dollar zu überwinden. Inzwischen werden sogar Erholungen über 90.000 Dollar häufig direkt wieder abverkauft. Von einer klassischen Altcoin Season ist weit und breit nichts zu sehen. Gleichzeitig mehren sich jedoch die Anzeichen, dass es eine solche Marktphase, wie viele sie aus früheren Jahren kennen, in Zukunft möglicherweise gar nicht mehr geben wird. Was lange als fester Bestandteil jedes Kryptozyklus galt, könnte rückblickend weniger ein Naturgesetz des Marktes gewesen sein und mehr eine einmalige Blase.

Kein Zyklisches Auftreten

In der Kryptoszene ist häufig von Vierjahreszyklen und klar definierten Marktphasen die Rede. Zunächst steige Bitcoin, anschließend Large Caps wie Ethereum oder Solana, und am Ende folge die sogenannte Altcoin Season, in der auch kleinere Coins explosionsartige Kursgewinne von mehreren hundert oder tausend Prozent verzeichnen. So zumindest das gängige Narrativ, gestützt auf die Marktphasen der Jahre 2017 und 2021.

Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass hier möglicherweise nicht ein sich wiederholendes Muster vorliegt, sondern vielmehr zwei außergewöhnliche Ereignisse im selben jungen Markt. Die Annahme, dass sich dieses Modell zwangsläufig immer wieder reproduzieren muss, beruht im Wesentlichen auf nur zwei historischen Datenpunkten.

Entscheidend ist dabei, dass Altcoins überhaupt erst mit dem Aufkommen von Ethereum an Bedeutung gewonnen haben. Zwar existierten auch zuvor bereits einige alternative Kryptowährungen, doch erst der Start von Ethereum im Jahr 2015 ermöglichte die massenhafte Entstehung neuer Token und Projekte. In der Folge strömten hunderte, später tausende Altcoins auf den Markt und die Bitcoin-Dominanz musste zwangsläufig sinken.

Die erste Phase, die viele rückblickend als Altcoin Season bezeichnen, war daher weniger Ausdruck einer zyklischen Kapitalrotation, sondern vielmehr die logische Konsequenz eines stark wachsenden Gesamtmarktes mit plötzlich unzähligen neuen Coins. Wenn neben Bitcoin auf einmal hunderte Assets in die Berechnung der Marktkapitalisierung einfließen, ist es nur folgerichtig, dass der relative Anteil von Bitcoin sinkt. Das allein macht daraus jedoch noch keinen Mechanismus, der sich zwangsläufig in jedem Bullrun wiederholen muss.

Klassische Blasenbildung

Nach dem starken Altcoin-Anstieg im Jahr 2017 kletterte die Bitcoin-Dominanz relativ schnell wieder nach oben. Viele Projekte verschwanden, zahlreiche Kurse brachen massiv ein, und wer seine Gewinne nicht rechtzeitig realisiert hatte, wurde rasch von der Realität eingeholt.

2021 kam es dann erneut zu einer Phase, in der scheinbar nahezu jeder größere Altcoin explodierte. Für viele war das der endgültige Beweis eines wiederkehrenden Zyklus. Gleichzeitig stellte sich immer öfter die Frage, wann die „Krypto-Blase“ platzen würde. Betrachtet man den Markt heute nüchtern, spricht vieles dafür, dass genau das bereits geschehen ist.

Beim Platzen einer Blase wird in der Regel nicht eine gesamte Branche ausgelöscht. Vielmehr verlieren die meisten Unternehmen oder Assets, die primär vom Hype gelebt haben, massiv an Bedeutung, während sich nur wenige langfristig tragfähige Player durchsetzen. Die Dotcom-Blase liefert dafür ein klassisches Beispiel. Während unzählige Internetfirmen von der Bildfläche verschwanden, gingen Unternehmen wie Amazon, Microsoft oder Google gestärkt aus dieser Phase hervor und zählen heute zu den wertvollsten der Welt.

Ein sehr ähnliches Bild zeigt sich inzwischen auch im Kryptomarkt. Nicht Bitcoin war die Blase, die eigentliche Blase war das, was 2021 unter dem Begriff Altcoin Season gefeiert wurde. Und diese Phase ist längst implodiert. Vieles deutet darauf hin, dass sich ein solches Umfeld, in dem nahezu jeder Coin dauerhaft explodiert, in dieser Form kaum noch wiederholen wird.

Langfristig dürften sich, ähnlich wie nach der Dotcom-Blase, nur wenige Projekte durchsetzen. Neben Bitcoin zählen dazu mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Ethereum und Solana sowie eine kleine Auswahl weiterer Protokolle mit realer Nutzung und ökonomischer Relevanz.

Was das für Anleger bedeutet

Auch in Zukunft werden einzelne Altcoins zweifellos höhere prozentuale Gewinne als Bitcoin erzielen. Allerdings zeigt sich bereits heute, dass diese Phasen immer kürzer werden, die Renditen im Durchschnitt sinken und die Abwärtsbewegungen schneller einsetzen. Für den Großteil der Altcoins dürfte es wenig sinnvoll sein, sie über viele Jahre hinweg zu halten und jeden Rücksetzer konsequent nachzukaufen. Bei der überwältigenden Mehrheit der Token gibt es kaum belastbare Argumente für ein langfristig steigendes Bewertungsniveau, wie es bei Bitcoin der Fall ist.

Das bedeutet nicht, dass Altcoins grundsätzlich unattraktiv sind. Es bedeutet jedoch, dass sie zunehmend als kurzfristige Trades und nicht als langfristige Investments betrachtet werden sollten. Aktives Management, klare Ausstiegsstrategien und das rechtzeitige Sichern von Gewinnen werden entscheidender als in früheren Marktphasen.

Vom langfristigen Wachstum des Kryptomarktes dürften am Ende nur wenige Projekte wirklich profitieren. Die Vorstellung, dass der ganze Markt dauerhaft steigt, gehört möglicherweise zu den größten Denkfehlern, die aus der Ära der Altcoin Season übrig geblieben sind.

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