XRP Prognose: Macht ein Investment überhaupt noch Sinn?

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Die Nervosität, die den Kryptomarkt bereits zum Ende des vergangenen Jahres geprägt hat, scheint sich auch 2026 fortzusetzen. Zwar starteten Bitcoin und viele Altcoins mit einer deutlichen Aufwärtsbewegung ins neue Jahr, doch der Optimismus hielt nicht lange. Der erneut eskalierende Zollstreit hat die Stimmung abrupt gedreht. Bitcoin rutscht wieder unter die Marke von 90.000 Dollar und zieht den gesamten Markt mit nach unten. Auch XRP konnte sich dieser Entwicklung nicht entziehen und das, obwohl der Ripple-Coin erst vor wenigen Tagen zu den stärksten Performern gezählt hat. In der Community mehren sich inzwischen Stimmen, die bereits vom endgültigen Scheitern der Erholung sprechen und sich die Frage stellen, ob ein Kauf überhaupt noch Sinn macht.

XRP besonders unter Druck

Der Januar hätte aus Sicht vieler Analysten ein starkes Monat werden können. Neue Handelszölle aus dem Weißen Haus machen diesen Hoffnungen jedoch einen Strich durch die Rechnung. Besonders deutlich zeigt sich die Schwäche derzeit bei XRP. Betrachtet man die fünf größten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung, fällt auf, dass der Ripple-Coin aktuell die schlechteste Wochenbilanz aufweist. Das ist ein Muster, das sich in den vergangenen Wochen bereits mehrfach wiederholt hat.

Während Bitcoin sich mit einem Wochenminus von rund drei Prozent vergleichsweise stabil zeigt, steht bei Ethereum bereits ein deutlich stärkerer Rückgang zu Buche. XRP trifft es jedoch am härtesten. Fast neun Prozent Verlust in nur sieben Tagen machen den Coin zum schwächsten Wert unter den Top 5. Das ist bemerkenswert, da XRP noch vor kurzer Zeit mit einem der stärksten Jahresstarts am Markt geglänzt hat und die Kursprognosen vieler Analysten entsprechend euphorisch ausfielen.

($XRP Kurs – Quelle: Google)

Nachdem XRP noch vor wenigen Tagen mit einem Plus von über 20 % in das Jahr 2026 gestartet ist, belaufen sich diese Gewinne nun gerade noch auf 3 %. Das macht schnell deutlich, wie knapp Unsicherheit und Euphorie aktuell beieinander liegen.

Technische Struktur deutlich beschädigt

Noch vor wenigen Tagen sah es charttechnisch so aus, als könnte XRP einen neuen Anlauf in Richtung 3 Dollar starten. Der Kurs hat den EMA200, den wohl wichtigsten gleitenden Durchschnitt, kurzzeitig überwunden und damit ein deutlich bullisheres Bild erzeugt. Davon ist inzwischen kaum noch etwas übrig. Seit dem lokalen Hoch bei rund 2,40 Dollar hat XRP mehr als 20 Prozent eingebüßt.

($XRP Chart – Quelle: Tradingview)

Besonders problematisch ist, dass im Zuge des Abverkaufs mehrere zentrale Unterstützungen verloren gegangen sind. Sowohl der EMA200 im Bereich um 2,30 Dollar als auch der EMA50 nahe 2,06 Dollar wurden wieder klar unterschritten. Diese Marken könnten sich nun bei einer Erholung als Widerstände erweisen, was den Weg nach oben deutlich erschwert.

Kurzfristig wäre es zunächst entscheidend, die psychologisch wichtige 2 Dollar Marke zurückzuerobern. Ein Anstieg über den EMA50 könnte erste Entspannung signalisieren. Für eine echte Trendwende bräuchte es jedoch einen nachhaltigen Ausbruch über den EMA200. Erst dann dürfte das Vertrauen vieler Anleger langsam zurückkehren.

Eine Frage der Zeit

Für viele Investoren ist die aktuelle Phase extrem anstrengend. Schon die letzten Monate des Vorjahres waren von Korrekturen, Seitwärtsbewegungen und Fehlsignalen geprägt. Der geopolitische Konflikt rund um Grönland und die damit verbundenen Handelsdrohungen dürften diese Unsicherheit nun weiter verlängern.

Während frühere Zollkonflikte, etwa mit China, relativ schnell in Verhandlungen mündeten, ist in der aktuellen Situation keine kurzfristige Lösung in Sicht. Vielmehr ist davon auszugehen, dass sich beide Seiten in den kommenden Wochen mit neuen Drohungen und Gegenmaßnahmen überziehen. Ein Umfeld, das erfahrungsgemäß nicht gerade dazu einlädt, verstärkt in Risiko-Assets wie Kryptowährungen zu investieren.

Eine nachhaltige XRP-Rallye erscheint daher erst realistisch, wenn Bitcoin wieder deutlich über 100.000 Dollar notiert und sich das Gesamtbild am Kryptomarkt beruhigt. Kurzfristig ist das eher unwahrscheinlich. Langfristig könnten sich die aktuellen Kurse zwar als attraktive Einstiegszonen erweisen, wer jedoch in den nächsten Tagen mit einer schnellen Explosion rechnet, dürfte eher enttäuscht werden.

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