Krypto News: Experten erwarten mehr Liquidität – bullisch für Bitcoin? 

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Das Jahr 2025 blieb deutlich hinter den Erwartungen vieler Marktteilnehmer zurück: Bitcoin schloss auf Jahressicht mit über fünf Prozent Minus, Ethereum verzeichnete sogar zweistellige Verluste, während zahlreiche Altcoins weiterhin massiv unter ihren Allzeithochs notieren und teilweise allein im Jahr 2025 rund 80 Prozent an Wert einbüßten.

Ein zentrales strukturelles Problem war dabei erneut die fehlende Liquidität, die Abwärtsbewegungen verstärkte und Erholungen ausbremste. Der Bullenmarkt blieb über weite Strecken in 2025 aus.

Liquiditätsstress in 2025: Ändert sich jetzt alles?

Eine neue Analyse von The Kobeissi Letter verweist darauf, dass der Liquiditätsstress zum Jahresende 2025 deutlich über das übliche saisonale Muster hinausging. Ein zentrales Signal dafür war der starke Anstieg der Nachfrage nach der Standing Repo Facility der US-Notenbank, die mit rund 75 Milliarden US-Dollar den höchsten Stand seit ihrer dauerhaften Einführung erreichte. Dieses Instrument dient Banken als kurzfristige Liquiditätsquelle und wird typischerweise nur in angespannten Marktphasen intensiv genutzt.

Ursächlich sehen die Analysten vor allem das defensive Verhalten der Banken, die sich zum Jahresabschluss bewusst aus privaten Geldmärkten zurückzogen, um ihre Bilanzen zu schonen. Gleichzeitig blieben die Bankreserven bei der Federal Reserve historisch niedrig, nahe eines Vierjahrestiefs, was die Anfälligkeit des Systems weiter erhöhte.

Positiv werten die Experten jedoch, dass die Fed bereits mit zusätzlichen Treasury-Käufen reagierte. Dadurch dürfte sich der kurzfristige Finanzierungsstress allmählich abbauen und die Liquiditätsperspektive für 2026 aufhellen.

Doch auch andere Analysten bleiben bullisch, in Bezug auf eine steigende Liquidität.

Der Head of Research bei CoinBureau, Dan, entwickelt seine Prognose für 2026 konsequent entlang der globalen Liquiditätszyklen. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass sich geldpolitische Maßnahmen stets zeitverzögert in Risikoassets widerspiegeln. Für das erste Quartal 2026 sieht Dan daher ein konstruktives Umfeld. Hintergrund sind frühere Liquiditätsimpulse, etwa der Abbau des US-Treasury General Account im November 2025 sowie geldpolitische Lockerungen der US-Notenbank im Dezember, die faktisch einer indirekten Liquiditätszufuhr gleichkamen. Diese Effekte könnten mit mehreren Monaten Verzögerung wirken und vor allem Altcoins überdurchschnittlich antreiben.

Für das zweite Quartal bleibt die Analyse jedoch deutlich vorsichtiger. Dan verweist auf mögliche Liquiditätsabflüsse durch umfangreiche Schuldenrefinanzierungen, die Kapital binden und Risikoassets unter Druck setzen könnten. Auch externe Schocks werden als realistisches Szenario genannt. Den potenziellen zyklischen Tiefpunkt verortet er im dritten Quartal, insbesondere falls eine restriktivere Notenbankpolitik unter neuer Führung hinzukommt. Insoweit gibt es hier ein Fragezeichen – denn Donald Trump dürfte alles in seiner Macht Stehende tun, um einen Powell-Nachfolger zu benennen, der die Zinsen schneller senkt und eher dovish agiert.

Erst im vierten Quartal erwartet der Experte eine nachhaltige Erholung, getragen von erneuten Liquiditätsspritzen und möglichen fiskalischen Impulsen.

Doch auch ein Blick in die Historie könnte Hoffnung machen. Der Krypto-Analyst Merlijn The Trader zieht Parallelen zwischen der aktuellen Marktlage und der Phase 2019–2020, sieht jedoch eine deutlich stärkere Ausprägung der zugrunde liegenden Impulse. Seine Einschätzung basiert vor allem auf makroökonomischen Frühindikatoren, die historisch häufig Wendepunkte an den Finanzmärkten markieren. So deutet die wieder anziehende konjunkturelle Aktivität darauf hin, dass der wirtschaftliche Tiefpunkt durchschritten sein könnte.

Besonders relevant ist zudem die sich abzeichnende Versteilung der Zinskurve. Diese signalisiert oft, dass restriktive Geldpolitik ihrem Ende entgegengeht und sich Finanzierungsbedingungen künftig entspannen könnten. Parallel dazu expandiert die globale Liquidität schrittweise im Hintergrund.

Liquidität als Rückenwind für Krypto 2026

Die Einschätzungen führender Marktanalysten laufen auf einen gemeinsamen Nenner hinaus: Die angespannte Liquiditätslage des Jahres 2025 dürfte sich im Verlauf von 2026 spürbar entspannen, erste Maßnahmen zeichneten sich bereits im Q4 2025 ab, schlagen meist jedoch mit Verzögerung auf den Markt durch.

Sowohl makroökonomische Frühindikatoren als auch geldpolitische Maßnahmen sprechen dafür, dass dem Finanzsystem wieder mehr Kapital zur Verfügung stehen könnte. Zeitverzögerte Effekte aus bereits erfolgten Liquiditätszufuhren, eine nachlassende Bilanzvorsicht der Banken sowie erste Lockerungstendenzen bei den Notenbanken bilden dafür die Grundlage.

Gleichzeitig deuten strukturelle Faktoren darauf hin, dass langfristig steigende Liquidität im globalen Finanzsystem wahrscheinlicher bleibt als ein erneuter, nachhaltiger Entzug. Historisch profitieren Risikoassets besonders in Phasen, in denen Liquidität zunimmt und Finanzierungskosten sinken. Für den Kryptomarkt bedeutet das ein verbessertes Umfeld. Dies wäre langfristige bullisch für Bitcoin & Co., da Kryptowährungen in der Vergangenheit geldpolitisch steigende Liquidität effektiv absorbieren konnten.

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