Bitcoin Prognose: Kursziel 1.944.500 Dollar – so könnte es gelingen
Der gestrige Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve hat den Märkten keine neuen Impulse geliefert. Wie von vielen erwartet, legte die Fed eine weitere Pause ein, auch die Aussagen von Notenbankchef Jerome Powell blieben weitgehend unspektakulär. Entsprechend fehlten klare Signale für die nächsten Wochen.
Der Bitcoin-Markt reagierte darauf mit leichter Schwäche: In den vergangenen 24 Stunden verlor der Kurs rund zwei Prozent und wird aktuell bei etwa 87.000 US-Dollar gehandelt. Trotz dieser kurzfristigen Korrektur bleibt die übergeordnete Struktur weiterhin konstruktiv. Deutlich stärker präsentiert sich derzeit Gold. Das Edelmetall hat in den vergangenen Tagen ein neues Allzeithoch erreicht und wird erstmals in der Geschichte bei rund 5.500 US-Dollar gehandelt. Die parabolische Kursentwicklung setzt sich damit fort, allein im letzten Jahr legte Gold um rund 96 Prozent zu und unterstreicht seine Rolle als wertvollstes Asset der Welt.
Gleichzeitig könnte genau diese Entwicklung auch bullische Implikationen für Bitcoin haben. Einige Analysten sehen in der anhaltenden Gold-Rally und der fortgesetzten Geldentwertung ein starkes Signal für knappe Sachwerte.
Entsprechend kursiert derzeit ein ambitioniertes Kursziel von sage und schreibe 1.944.500 US-Dollar pro Bitcoin. Doch wie kommt der Krypto-Influencer auf diese Zahl?
Gold-Vergleich treibt Bitcoin-Fantasie
Die These hinter dem spektakulären Kursziel von rund 1.944.500 US-Dollar pro Bitcoin basiert auf einem einfachen, aber wirkungsvollen Vergleich. Der Krypto-Influencer Crypto Rover verweist in einem aktuellen Post auf die enorme Diskrepanz zwischen den beiden größten „Wertspeichern“ der Welt.
Während die Marktkapitalisierung von Gold derzeit bei rund 38,8 Billionen US-Dollar liegt, kommt Bitcoin aktuell nur auf etwa 1,75 Billionen US-Dollar. Damit ist Gold ungefähr 22-mal größer als Bitcoin. Die Rechnung ist schnell gemacht: Würde Bitcoin eines Tages die gleiche Marktbewertung erreichen wie Gold, müsste sich der Preis pro Coin entsprechend vervielfachen. Rechnet man diese Differenz auf den einzelnen Bitcoin herunter, ergibt sich genau jene Zahl von rund 1,94 Millionen US-Dollar.
Die zugrunde liegende Annahme ist klar: Bitcoin könnte langfristig eine ähnliche Rolle wie Gold als globaler Wertspeicher einnehmen. Ob und wann dieses Szenario Realität wird, bleibt offen. Doch der Vergleich zeigt, welches theoretische Potenzial in der aktuellen Bewertung noch steckt.
Natürlich ist diese Rechnung kein Selbstläufer. Der Vergleich mit Gold vereinfacht die Realität stark. Dennoch zeigt die aktuelle Marktentwicklung eindrucksvoll, wie schnell selbst in etablierten Märkten Billionenbeträge an Marktkapitalisierung neu entstehen können. Allein der Goldmarkt hat in kurzer Zeit massive Bewertungszuwächse verzeichnet. Vor diesem Hintergrund wirkt eine Bitcoin-Marktkapitalisierung von rund 1,75 Billionen US-Dollar plötzlich nicht mehr überzogen, sondern eher moderat.
Auch wenn der Weg volatil und von Rückschlägen geprägt sein dürfte, scheint durchaus noch erhebliches Aufwärtspotenzial vorhanden.
Auch diese Aussage von Bitcoin2Go verdeutlicht die Größenunterschiede zwischen den beiden Märkten. Ein Tagesanstieg von rund 4,5 Prozent bei Gold entspricht in absoluten Zahlen ungefähr der gesamten Marktkapitalisierung von Bitcoin. Mit anderen Worten: Was Bitcoin in 17 Jahren aufgebaut hat, konnte der Goldmarkt an einem einzigen Tag an Wertzuwachs verbuchen. Genau das zeigt, wie klein Bitcoin im Vergleich noch immer ist. Gleichzeitig macht dieser Vergleich klar, welches Wachstumspotenzial theoretisch noch vor dem Markt liegt.
Bitcoin braucht Zeit, kein neues Narrativ
Dennoch kehren viele Anleger aktuell Bitcoin dem Rücken, zu schwach ist die Performance gegen Gold. Der Bloomberg-ETF-Experte Eric Balchunas mahnt in der aktuellen Debatte jedoch vor kurzfristigem Denken. Er verweist darauf, dass Bitcoin seit 2022, also noch vor dem BlackRock-ETF-Antrag, um rund 429 Prozent gestiegen ist und damit klassische Anlageklassen klar hinter sich gelassen hat. Zum Vergleich: Gold legte im gleichen Zeitraum etwa 177 Prozent zu, Silber rund 350 Prozent und der Nasdaq-ETF QQQ etwa 140 Prozent.
Aus seiner Sicht hat Bitcoin in den Jahren 2023 und 2024 so stark outperformt, dass viele diesen Vorsprung inzwischen schlicht vergessen haben. Die aktuelle Seitwärtsphase interpretiert Balchunas nicht als Schwäche, sondern als notwendige Verschnaufpause. Das Narrativ einer institutionellen Adoption sei sehr früh und sehr schnell eingepreist worden, noch bevor sie sich vollständig in der Realität entfalten konnte. Nun müsse der Markt Zeit gewinnen, damit die tatsächliche Adoption und Kapitalzuflüsse diese Bewertung rechtfertigen.
Für die Zukunft sieht Balchunas auch kein zwingend neues Narrativ nötig – die Themen Staatsverschuldung und Geldentwertung seien stark genug und würden strukturell immer weiter an Bedeutung gewinnen. Dies stärkt den fundamentalen Nutzen von Bitcoin als eine Art Hedge gegen Debasement des US-Dollars und anderer Fiat-Währungen.
Gold gegen Bitcoin: Markt überhitzt – Trendwende voraus?
Historisch betrachtet ist es zudem nichts Ungewöhnliches, dass sich Bitcoin und Gold über längere Zeiträume in klaren Relationen zueinander bewegen, mal mit Vorteilen für das eine, mal für das andere Asset. Aktuell befindet sich Bitcoin gegenüber Gold in einer relativen Schwächephase. Betrachtet man das Handelspaar Gold gegen Bitcoin, zeigt sich, dass der Goldmarkt seit Ende 2024 nach einer erfolgreichen Bodenbildung in einen neuen Bullenmarkt übergegangen ist. Zwar folgte bis in den Sommer 2025 noch eine spürbare Korrektur, doch seitdem dominiert eine klar bullische Price Action.

Der Wochenchart wirkt entsprechend weiterhin konstruktiv für das Edelmetall. Gleichzeitig darf man den langfristigen Trend nicht ausblenden: Über mehrere Jahre hinweg wertet Gold strukturell gegenüber Bitcoin ab. Auffällig ist zudem der RSI-Indikator, der aktuell einen stark überkauften Zustand signalisiert. Zuletzt war der Markt 2022 auf einem ähnlichen Niveau überkauft. Anfang 2024 befand sich Gold hingegen noch im stark überverkauften Bereich, damals eine hervorragende Einstiegsgelegenheit. Vor diesem Hintergrund erscheint ein Rücksetzer von Gold gegenüber Bitcoin in den kommenden Wochen durchaus plausibel.
Unterm Strich gibt es weiterhin gute Argumente, langfristig bullisch für Bitcoin zu bleiben. Kurzfristig erscheint jedoch Vorsicht angebracht, insbesondere gegenüber dem starken Goldmarkt. Sich auf diesem Niveau klar gegen Gold zu positionieren, wirkt riskant. Denn die Stärke des Bullenmarkts ist eindrucksvoll. Vielmehr könnte es sinnvoll sein, Rücksetzer abzuwarten oder zunächst weitere Signale einer möglichen Topbildung zu beobachten.