Krypto News: Der 10/10-Crash hat alles verändert

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Zum Wochenausklang dominiert an den Finanzmärkten klarer Verkaufsdruck. Betroffen ist längst nicht mehr nur der Kryptosektor, sondern ein breites Spektrum an Assetklassen. Besonders auffällig ist die scharfe Korrektur beim Goldpreis, der nach seiner starken Rally zuletzt um mehr als 5,5 Prozent nachgegeben hat. Auch der Kryptomarkt steht erneut unter Druck: Bitcoin verliert über fünf Prozent, Ethereum notiert rund sieben Prozent tiefer, zahlreiche Altcoins verzeichnen zweistellige Abschläge.

Von nachhaltigem Momentum kann aktuell keine Rede sein. Der Blick auf die Drei-Monats-Performance unterstreicht das schwache Bild: Bitcoin hat rund ein Viertel seines Wertes eingebüßt, Ethereum etwa 30 Prozent, Solana mehr als ein Drittel und Cardano nahezu die Hälfte. Eine bullische Dynamik bleibt damit weiter aus.

Der Crash vom 10. Oktober wirkt nach: Er hat Risikobereitschaft, Marktstruktur und Vertrauen nachhaltig verändert. Denn zahlreiche Experten sehen ein Problem, das den Kryptomarkt seit dem 10. Oktober belastet.

Krypto Prognose: Markt nach dem Oktober-Schock

In einem aktuellen Interview ordnen der bekannte Krypto-Analyst Michael van de Poppe und der Makro-Experte Raoul Pal den Crash vom 10. Oktober als Belastungsfaktor. Beide sind sich einig: Dieser Einbruch war kein klassischer Trendbruch, sondern ein massives Liquiditätsereignis, ausgelöst durch übermäßige Hebelwirkung. Raoul Pal vergleicht die Situation mit Flash-Crashs an den Aktienmärkten, bei denen Märkte kurzfristig nicht mehr funktionierten. Besonders brutal sei gewesen, dass selbst moderat gehebelte Positionen durch automatische Liquidationen in Smart Contracts vollständig ausgelöscht wurden.

Entscheidend für das heutige Marktbild ist laut Pal der sogenannte „Inventory Overhang“. Während Privatanleger liquidiert wurden und Market Maker zeitweise ausfielen, mussten große Akteure – mutmaßlich Börsen oder asiatische Market Maker – einspringen, um das System zu stabilisieren. Dabei sammelten sie erhebliche Bestände ein. Diese Überhänge würden seitdem kontrolliert und schrittweise abgebaut, um einen erneuten Schock zu vermeiden. Genau das erkläre die monatelange Schwächephase und das zähe, abwärtsgerichtete Muster vieler Altcoins, die sich wieder den Tiefs vom 10. Oktober annäherten.

Aktuell, so die Einschätzung Anfang Januar, leidet der Markt zusätzlich unter einem akuten Liquiditätsmangel. Bitcoin bewegt sich in einer engen Range zwischen 80.000 und 90.000 US-Dollar, was laut Pal vor allem auf fehlende globale Liquidität, regulatorische Effekte und jahresbedingte Zurückhaltung der Banken zurückzuführen ist. Dennoch bleibt der langfristige Ausblick konstruktiv: Sobald Liquidität zurückkehrt, erwarten beide eine deutliche Aufholbewegung.

Der Oktober-Crash habe den Markt strukturell verändert, nicht zerstört, sondern neu ausgerichtet.

Der Krypto-Unternehmer Star Xu, CEO und Gründer von OKEx, sieht im 10.Oktober-Crash ebenfalls ein strukturelles Ereignis mit nachhaltigen Folgen für die Branche. Seiner Einschätzung nach wurde der Markt nicht nur technisch, sondern auch vertrauensseitig beschädigt. Er kritisiert, dass führende Akteure statt den Fokus auf robuste Infrastruktur, Regulierungskompatibilität und langfristiges Vertrauen zu legen, kurzfristige Narrative und fragwürdige Token-Konstruktionen forciert hätten. Diese Praxis habe Leverage, Fehlanreize und letztlich massive Liquidationen begünstigt.

In diesem Zusammenhang verweist Xu indirekt auch auf die Rolle von Binance, deren Software-Probleme laut Cathie Wood eine Zwangs-Deleveraging-Welle von rund 28 Milliarden US-Dollar ausgelöst haben sollen. Bitcoin als liquidester Markt habe den größten Teil dieses Abverkaufs absorbiert. Wood sieht diesen Prozess inzwischen weitgehend abgeschlossen. Der Markt befinde sich nun weniger in einer Verkaufs-, sondern in einer Positionierungsphase.

Open Interest Bitcoin

Das Options Open Interest bei Bitcoin misst dabei die Gesamtzahl aller offenen, noch nicht abgewickelten Optionskontrakte über sämtliche Börsen hinweg. Sinkt diese Kennzahl – wie seit Oktober deutlich zu beobachten – deutet das tatsächlich auf einen fortlaufenden Abbau von Leverage im System hin. Weniger offene Kontrakte bedeuten, dass Marktteilnehmer Positionen schließen, Risiken reduzieren und weniger stark auf kurzfristige Kursbewegungen wetten. Genau dieser Prozess gilt nach dem Oktober-Crash als konstruktiv: Er senkt die Wahrscheinlichkeit abrupter Liquidationskaskaden und reduziert systemische Fragilität. Kurzfristig kann dies zwar Momentum bremsen, mittelfristig schafft es jedoch ein stabileres Fundament.

Trendwende voraus? Edelmetalle als Vorläufer für Bitcoin

Die aktuelle Korrektur bei Gold und Silber wird von Michaël van de Poppe nicht als Ende des übergeordneten Aufwärtstrends interpretiert, sondern als potenzielle Topbildung nach einer sehr starken Rally.

Historisch betrachtet haben Edelmetalle in vielen Zyklen eine Vorreiterrolle eingenommen: Steigende Gold- und Silberpreise signalisierten frühzeitig wachsende Inflationserwartungen, Liquiditätsausweitung und eine erhöhte Risikoaversion gegenüber Fiat-Währungen. Sobald diese Märkte jedoch in eine Konsolidierungsphase übergingen, verlagerte sich Kapital häufig in andere Assets – insbesondere Bitcoin.

Van de Poppe sieht genau dieses Muster aktuell erneut entstehen. Die deutlichen Rückgänge bei Gold und Silber deuten auf eine Phase der Neuallokation hin, nicht auf strukturelle Schwäche. Für Bitcoin könnte dies mittelfristig ein konstruktives Umfeld schaffen. Die Edelmetall-Korrektur fungiert damit als mögliches Frühindikator-Signal für eine kommende Stärke im Kryptomarkt.

Gold Silber

Aktuell zeigt sich über alle Märkte hinweg massiver Verkaufsdruck, besonders deutlich bei den Edelmetallen. Gold hatte zuletzt bei rund 5.600 US-Dollar je Feinunze ein neues Allzeithoch markiert. Heute wurde das Edelmetall jedoch intraday bis in den Bereich um 4.940 US-Dollar abverkauft. Damit lag der Preis zeitweise mehr als zehn Prozent unter dem Hoch, ein klares Zeichen außergewöhnlich hoher Volatilität.

Noch drastischer fällt die Bewegung bei Silber aus. Erst am gestrigen Donnerstag erreichte Silber oberhalb von 120 US-Dollar ein Rekordniveau, bevor die Futures heute zwischenzeitlich unter 95 US-Dollar rutschten. Das entspricht einer Korrektur von über 20 Prozent, womit Silber nach klassischer Definition bereits wieder im Bärenmarkt ist.

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