Ethereum Prognose: Vitalik Buterin fordert radikalen DAO-Wandel

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Eine DAO, kurz für „Decentralized Autonomous Organization“, ist eine Art digitale Organisation auf der Blockchain. Diese wird nicht von einer einzelnen Firma oder Person kontrolliert. Stattdessen werden Regeln und Entscheidungen in Smart Contracts festgelegt und von der Gemeinschaft der Token-Inhaber gesteuert. Diese können über Vorschläge abstimmen, etwa über Investitionen, Produktänderungen oder die Verwendung von Geldern.

Die große Idee dahinter: Transparenz, keine zentrale Macht und klare, automatisch ausgeführte Regeln. Genau das sorgte früh für Fantasie. DAOs sollten zeigen, dass sich Unternehmen, Fonds oder ganze Communities theoretisch ohne klassische Chefs und Bürokratie organisieren lassen.

In der Praxis zeigte sich jedoch ebenfalls schnell, dass viele DAOs den hohen Erwartungen nicht gerecht wurden. Schwache Governance-Strukturen, Sicherheitslücken und geringe Beteiligung der Community führten oft zu Chaos, Fehlentscheidungen oder sogar zum Verlust von Geldern. Die Idee blieb stark, die Umsetzung jedoch häufig problematisch. Machtkonzentration ist in DAOs weit verbreitet und führen den eigentlich dezentralen Charakter ad absurdum.

Nun fordert der Ethereum-Gründer Vitalik Buterin einen radikalen Wandel, um die Chancen von DAOs zu nutzen.

Vitalik fordert radikal bessere DAOs

Vitalik Buterin, Mitgründer von Ethereum, fordert nicht einfach „mehr DAOs“, sondern vor allem grundlegend bessere. In seiner Kritik beschreibt er, dass viele heutige DAOs im Kern nur noch wie eine gemeinsame Kasse funktionieren, über die Token-Inhaber abstimmen. Dieses Modell mag technisch funktionieren, ist aber anfällig für Machtkonzentration, Manipulation durch Großinvestoren und politische Spielchen.

„Der ursprüngliche Antrieb für die Entwicklung von Ethereum wurde stark von dezentralen autonomen Organisationen inspiriert: Systeme aus Code und Regeln, die in dezentralen Netzwerken existierten und Ressourcen verwalten sowie Aktivitäten steuern konnten – und zwar effizienter und robuster als traditionelle Regierungen und Unternehmen.

Seitdem hat sich das Konzept der DAOs im Wesentlichen zu einem durch die Abstimmung der Token-Inhaber kontrollierten Finanzsystem entwickelt – ein Design, das „funktioniert” und daher so oft kopiert wurde, aber ineffizient und anfällig für Manipulationen ist und das Ziel, die Schwächen der menschlichen Politik zu mildern, völlig verfehlt. Infolgedessen sind viele gegenüber DAOs zynisch geworden.“

Fast alle DAOs verfehlen heute ihr Ziel

Damit verfehlen viele DAOs genau das Ziel, für das sie einst gedacht waren. Dies sei laut Buterin, menschliche Schwächen in Entscheidungsprozessen zu reduzieren.

Buterin argumentiert, dass die Krypto-Welt DAOs dringend braucht, aber für deutlich anspruchsvollere Aufgaben. Etwa für bessere Oracles, also Systeme, die externe Daten wie Preise oder Ereignisse verlässlich auf die Blockchain bringen. Heute sind diese oft entweder leicht manipulierbar oder nicht wirklich dezentral. Ähnliches gilt für Onchain-Streitbeilegung, etwa für Versicherungen oder komplexe Verträge, bei denen menschliche Einschätzung notwendig ist. Auch für das Pflegen wichtiger Listen, von sicheren Anwendungen bis zu offiziellen Schnittstellen, sowie für den Start und die langfristige Wartung von Projekten sieht er DAOs als unverzichtbar.

Ein zentraler Punkt in seiner Analyse ist der Unterschied zwischen Problemen, bei denen Kompromisse gut sind, und solchen, bei denen klare Führung nötig ist. Gute DAO-Strukturen müssen beides abbilden können: breite, robuste Entscheidungsfindung und entschlossenes Handeln. All das errfolgt immer mit Kontrolle durch die Community.

Privacy und AI als Chancen für DAOs

Damit das funktioniert, müssen zwei große Hürden gelöst werden: fehlende Privatsphäre und Entscheidungsüberlastung. Ohne Privatsphäre wird Governance zum sozialen Machtspiel. Wenn ständig abgestimmt werden muss, verlieren die meisten schnell das Interesse. Hier sieht Buterin neue Technologien als Schlüssel: Zero-Knowledge-Technik für Datenschutz, KI zur Entlastung der Menschen und bessere Kommunikations- und Konsens-Tools.

Wichtig ist ihm dabei, dass KI nicht Menschen ersetzt, sondern ihre Urteilsfähigkeit unterstützt. Sein Fazit: DAOs brauchen ein radikales Redesign, sonst bleiben sie weit hinter ihrem ursprünglichen Versprechen zurück.

Laut Vitalik Buterin brauche es hier zugleich einen neuen Fokus, um Ethereums Werte abzubilden:

„In allen Fällen brauchen wir jedoch neue Designs. Projekte, die neue Oracles benötigen und ihre eigenen entwickeln möchten, sollten dies als 50 % ihrer Arbeit betrachten, nicht als 10 %.

Projekte, die an neuen Governance-Designs arbeiten, sollten ZK und KI im Blick behalten und die Kommunikationsschicht als 50 % ihrer Arbeit betrachten, nicht als 10 %.

Auf diese Weise können wir sicherstellen, dass die Dezentralisierung und Robustheit der Ethereum-Basisschicht auch für die Welt gilt, die darauf aufbaut.“

Der bekannte Ethereum-Autor William Mougayar ordnet die Debatte ähnlich, aber noch grundsätzlicher ein. Für ihn liegt das Kernproblem vieler DAOs nicht in fehlender Technik, sondern in schlechtem „Mechanism Design“, also in falsch gestalteten Anreiz- und Entscheidungsstrukturen.

Er kritisiert, dass Governance oft nur Show ist. Zudem warnt er vor dem reflexhaften Einsatz von Tokens: Nicht alles muss dezentral oder tokenbasiert sein. Tokens sollten primär Anreize und Disziplin schaffen, nicht automatisch Macht verleihen.

Die Schlussfolgerung scheint klar. Wenn DAOs wirklich Mehrwert bieten wollen, müssen diese umgedacht werden.

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