Krypto News: Trump deutet an – Powell-Nachfolger steht fest
Die Federal Reserve spielt für den Kryptomarkt eine zentrale Rolle, da ihre Geldpolitik maßgeblich Liquidität, Risikobereitschaft und Kapitalströme beeinflusst. Unter dem amtierenden Fed-Chef Jerome Powell verfolgt die Notenbank bislang eine vergleichsweise zurückhaltende Linie. Zinssenkungen erfolgen deutlich langsamer, als es sich viele Marktteilnehmer erhofft haben. Vor allem Donald Trump kritisiert Powell regelmäßig und fordert ein schnelleres geldpolitisches Umsteuern. Erst gestern kokettierte er erneut öffentlicht mit dem Gedanken, den amtierenden Fed-Chair zu feuern und Powell sogar zu verklagen.
Doch die Federal Reserve ist institutionell unabhängig und nicht weisungsgebunden. Da Powells Amtszeit im kommenden Jahr endet, rückt die Diskussion um einen möglichen Nachfolger nun verstärkt in den Fokus der Märkte. Schließlich hat Trump augenscheinlich schon einen Favoriten für die Powell-Nachfolge.
Trump hat Favoriten für Powell-Nachfolge
US-Präsident Donald Trump hat neue Spekulationen um die Führung der US-Notenbank ausgelöst. In öffentlichen Äußerungen erklärte Trump, er habe bereits einen Favoriten für den Posten des nächsten Fed-Vorsitzenden im Blick, sehe jedoch keinen Zeitdruck für eine sofortige Entscheidung. Gleichzeitig ließ er offen, ob er den amtierenden Chairman Jerome Powell noch vor Ablauf von dessen Amtszeit entlassen könnte. Dies bleibt natürlich ein Szenario, das rechtlich und institutionell hoch umstritten wäre.
Nach Angaben Trumps soll der Name des bevorzugten Kandidaten im kommenden Monat bekannt gegeben werden. In Washington kursieren derzeit mehrere Namen. Als aussichtsreich gilt Kevin Hassett, ein enger wirtschaftspolitischer Berater Trumps und amtierender Vorsitzender des National Economic Council. Hassett steht für eine wachstumsorientierte Linie und hat sich in der Vergangenheit kritisch zu restriktiver Geldpolitik geäußert.
Ebenfalls genannt wird der frühere Fed-Gouverneur Kevin Warsh, der als geldpolitischer Falke gilt und bereits während Trumps erster Amtszeit als möglicher Fed-Chef gehandelt wurde. Komplettiert wird die Liste durch Christopher Waller, derzeit Mitglied des Board of Governors der Federal Reserve und als fachlich ausgewiesener Ökonom anerkannt.

Die aktuellen Daten von Polymarket geben einen klaren Einblick in die Erwartungen zur nächsten Besetzung des Fed-Vorsitzes. Mit rund 45 Prozent liegt Kevin Hassett derzeit deutlich in Führung. Der enge Trump-Vertraute wird von Marktteilnehmern als wahrscheinlichster Kandidat eingeschätzt, was seine starke politische Nähe zum Präsidenten widerspiegelt. Auf Platz zwei folgt Kevin Warsh mit etwa 31 Prozent. Deutlich abgeschlagen liegt Christopher Waller bei rund 10 Prozent.
Nächster Fed-Zinsentscheid in einem Monat
Der aktuelle Federal Reserve-Leitzins liegt derzeit in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Der nächste geldpolitische Zinsentscheid der Fed wird in rund einem Monat erwartet und steht damit erneut im Fokus der Finanzmärkte. Nach aktueller Bewertung des Markts rechnen Investoren mit einer rund 80-prozentigen Wahrscheinlichkeit damit, dass die Notenbank eine Zinspause einlegt und das derzeitige Niveau beibehält. Etwa 20 Prozent der Marktteilnehmer halten hingegen eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte für möglich.

Der sogenannte Dot Plot ist derweil ein zentrales Kommunikationsinstrument der Federal Reserve. Er wird vierteljährlich im Rahmen der Sitzungen des Federal Open Market Committee veröffentlicht und zeigt die individuellen Zinserwartungen aller stimmberechtigten und nicht stimmberechtigten Fed-Mitglieder. Jeder Punkt steht für die Einschätzung eines einzelnen Notenbankers, wo der Leitzins am Ende eines bestimmten Jahres liegen sollte. Wichtig: Der Dot Plot ist keine verbindliche Prognose, sondern ein Stimmungsbild innerhalb der Fed.
Der aktuelle Dot Plot der Federal Reserve signalisiert für 2026 keine aggressive Lockerung, sondern vielmehr nur 1 bis maximal 2 Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte gegenüber dem heutigen Niveau.
Konkret zeigt die Verteilung der Punkte, dass die Mehrheit der FOMC-Mitglieder den Leitzins Ende 2026 im Bereich von rund 3,25 bis 3,50 Prozent sieht. Das entspricht lediglich 25–50 Basispunkten zusätzlicher Lockerung nach 2025. Tiefere Zinserwartungen unter 3,0 Prozent stammen nur von einer Minderheit und stellen keinen Konsens dar.
Damit macht der Dot Plot deutlich: Die Fed rechnet zwar mit weiter sinkenden Zinsen, geht jedoch von einem höheren strukturellen Zinsniveau („higher for longer“) aus als in früheren Zyklen.

Unabhängig vom aktuellen Dot Plot bleibt festzuhalten, dass der nächste Vorsitzende der Federal Reserve dennoch erheblichen Einfluss auf die künftige Geldpolitik haben dürfte. Zwar verfügt auch der Fed Chair formal nur über eine Stimme im Offenmarktausschuss, doch prägt er die Agenda, den Ton der Debatte und die strategische Ausrichtung maßgeblich. Entsprechend richten sich die Finanzmärkte bereits jetzt auf die Nachfolge von Jerome Powell aus.