Bericht zum XRP Ledger: Es geht um alles oder nichts

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2026 könnte zum Schicksalsjahr für den XRP Ledger werden. Nach über zehn Jahren Entwicklung reicht es nicht mehr aus, auf Potenzial, Partnerschaften oder vergangene Visionen zu verweisen. Ein aktueller Insider-Bericht zeichnet ein ungewöhnlich offenes Bild. Der XRPL steht an einem Wendepunkt. Ohne klaren Strategiewechsel droht das Netzwerk, endgültig den Anschluss an neuere Ökosysteme wie Solana oder Base zu verlieren. Der Ton ist deutlich. Nicht mehr Evolution, sondern Transformation ist gefragt.

Ernüchternde Zahlen

Ein nüchterner Blick auf die Daten zeigt, wie groß der Abstand zur Konkurrenz inzwischen ist. Während andere Blockchains täglich Milliarden an Volumen bewegen, Hunderttausende Nutzer anziehen und ein florierendes DeFi-Ökosystem aufgebaut haben, bleibt die Aktivität auf dem XRP Ledger überschaubar.

Das DEX-Volumen liegt oft unter 10 Millionen Dollar pro Tag. Der gesamte DeFi-TVL pendelt sich trotz AMM-Einführung häufig im Bereich von rund 50 Millionen US-Dollar ein und das zwei Jahre nach dem Start der automatisierten Market Maker. Für ein Netzwerk, das institutionelle Ambitionen hat, ist das zu wenig.

Der Kern des Problems ist die Tatsache, dass der XRPL zu lange eine isolierte Insel geblieben ist. Es fehlen echte Brücken in die Alltagsökonomie, etwa direkte Visa- oder Mastercard-Integrationen, ebenso wie tiefe, belastbare Liquidität. Genau diese Faktoren sind jedoch entscheidend, um institutionelle Investoren, Fonds und große Entwicklerteams anzuziehen. Viele große Kapitalgeber meiden das Ökosystem aktuell nicht aus ideologischen Gründen, sondern weil es zu wenig messbare Aktivität ist.

Strategische Wende?

Der Insider-Report skizziert einen klaren Kurswechsel. Weg von technischer Selbstverliebtheit, hin zu Produkten, die sich anfühlen wie modernes Fintech. Das Leitmotiv lautet „Invisible Infrastructure“. Anwendungen auf dem XRPL sollen sich für Nutzer so einfach anfühlen wie Revolut, PayPal oder Stripe. Niemand will Wallet-Popups, Token-Fachbegriffe oder komplizierte On-Chain-Abläufe. Der Nutzer soll gar nicht mehr merken, dass er mit einer Blockchain interagiert.

Genau hier kommen geplante Upgrades wie Sponsored Fees (XLS-68) und Batch Transactions ins Spiel. Entwickler könnten künftig Transaktionsgebühren für ihre Nutzer übernehmen. Gleichzeitig lassen sich komplexe Prozesse, etwa Trustline setzen, Token tauschen und eine Zahlung ausführen, zu einem einzigen Klick bündeln. Das ist keine Spielerei, sondern die Voraussetzung für Massenadoption.

Ein weiterer zentraler Punkt ist das 1-Milliarde-XRP-Grant-Programm. Der Vorwurf aus dem Bericht ist deutlich, der Fonds wirke bislang wie eine schlafende Kriegskasse. Statt vorsichtiger Einzelförderungen brauche es aggressive Investitionen, gezielte Anreize für Top-Entwickler, direkte Finanzierung von Schlüssel-Apps und vor allem den aktiven Aufbau von Liquidität, etwa in großen XRP- und RLUSD-Pools. Andere Ökosysteme haben gezeigt, dass Netzwerkeffekte nicht von selbst entstehen, sie werden gekauft.

XRPFi als letzte große Chance

Für den XRPL läuft vieles auf einen Punkt hinaus, nämlich auf XRPFi. Reines Halten ist kein Geschäftsmodell. Kapital muss im Netzwerk arbeiten, über Lending, Liquid Staking, synthetische Assets und institutionstaugliche DeFi-Strukturen. Konzepte wie mXRP oder FXRP könnten dabei eine Schlüsselrolle spielen.

Gelingt es dem XRPL, eine echte Liquiditätsmaschine zu etablieren und gleichzeitig die Einstiegshürden für Endnutzer praktisch auf null zu senken, ist ein Comeback möglich. Dann könnte der Ledger 2026 vom „Blockchain-Dinosaurier“ zu einer der führenden Infrastrukturen für tokenisierte Vermögenswerte werden.

Die technische Basis ist vorhanden. XRPL ist schnell, günstig und stabil. Was bisher fehlt, ist nicht Technologie, sondern Konsequenz, Kapital und ein kompromissloser Fokus auf Nutzung. 2026 wird zeigen, ob der XRP Ledger diesen Schritt geht. Auch wenn sich Anleger immer wieder über kurze Kurssteigerungen bei XRP freuen können, braucht es wohl mehr echte Nutzung, unabhängig von der Kursentwicklung, damit XRP seine Daseinsberechtigung hat.

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