Krypto-Jahresrückblick 2025: Bitcoin explodiert und stürzt wieder ab

„Er handelt in der Überzeugung, dass es nichts gibt, was er nicht schaffen kann. Nichts, absolut nichts.“ Das sagte Donald Trumps Stabschefin und Strippenzieherin seines letzten Wahlkampfs, Susie Wiles, in einem aufsehenerregenden Interview vor wenigen Tagen.
Donald Trump erwies sich als Kurstreiber, im positiven wie im negativen Sinn
Schon mit seiner Wahl im Jahr 2024 schossen die Kurse in die Höhe und erreichten im Laufe des Jahres immer wieder neue Rekorde. Zahllose Anleger wollten Bitcoin kaufen. Das lag daran, dass sich Trump sofort nach seiner Amtseinführung daranmachte, seine zahlreichen Versprechen aus dem Wahlkampf einzulösen.
Er besetzte die Fed mit einer kryptofreundlichen Führung, schuf eine strategische Kryptoreserve und brachte umfassende Gesetze auf den Weg. Diese bilden seither das Fundament für eine weitere Entwicklung der Branche.

Doch der US-Präsident erwies sich genauso als enormer Bremser. Seine Zollpolitik ließ die seit Jahrzehnten gültige Wirtschaftsordnung einstürzen. Die Auswirkungen bekamen nicht nur die Börsen, sondern auch die Kryptobranche zu spüren. Mehrfach brachen die Kurse massiv ein, nur um sich wenig später zu wiederholen.
Die Weltlage ließ die Kurse Achterbahn fahren
Doch dieses Muster stieß gegen Ende des Jahres an seine Grenzen. Die unsicheren wirtschaftlichen Aussichten, gepaart mit zahlreichen Kriegen und der Unsicherheit bezüglich der weiteren Zinspolitik der Fed, ließen die Kurse crashen. Wie schon mehrfach in der Geschichte, tauchte die Branche in einen Kryptowinter ein.

Damit ist der unbändige Wille Donald Trumps, tiefgreifende Veränderungen durchzusetzen, vorerst an seine Grenzen gestoßen. 2025 zeigte deutlich, dass Kryptowährungen den Durchbruch im Finanz-Mainstream geschafft haben, die Volatilität jedoch noch immer fixer Bestandteil der Assets ist.
Die institutionellen Investoren übernahmen das Kommando
2025 war das Jahr, in dem die institutionellen Investoren endgültig das Kommando übernommen haben. Die von der Regierung Trump angestoßenen Regulierungen haben nicht nur eine rechtliche Basis, sondern haben auch Vertrauen geschaffen. Bitcoin und Co. wurden zu einem Bestandteil des Finanzsystems.

Angetrieben von den Spot-ETFs, die Milliardenzuflüsse an Kapital generierten, stiegen die Kurse massiv an und erreichten Allzeithochs. Nach dem Erfolg der BTC-Spot-ETFs wiederholte Ethereum diesen und animierte zahlreiche Vermögensverwalter, neue ETFs zu beantragen und aufzulegen. Davon profitierte auch die Kryptowährung von Ripple.
XRP weckte große Hoffnungen
Doch XRP erwies sich die meiste Zeit des Jahres als großes Rätsel. Das Ende des jahrelangen Streits zwischen Ripple und der amerikanischen Börsenaufsicht SEC führte ebenso wenig zu einer massiven Kursexplosion, wie der Erfolg der neuen XRP-ETFs. Diese konnten in kürzester Zeit $1 Milliarde einsammeln, und das ohne, dass BlackRock einen eigenen ETF herausgegeben hatte.

Im Verlauf des Jahres bildete sich ein Muster heraus. Stieg Bitcoin massiv an, zeigte sich der XRP Kurs verhalten positiv. Rutschten die Kryptokurse jedoch ab, übertrafen die Verluste jedoch die Konkurrenz. Dies galt, obwohl Ripple alles daransetzte, um sein Netzwerk auszubauen. So verfügt das Unternehmen seit Kurzem auch über eine eingeschränkte Banklizenz. Doch die Investoren bleiben weiterhin zurückhaltend.
Stablecoins ließen die Notenbanken und SWIFT erzittern
Ganz anders offenbart sich die Situation bei Stablecoins. Diese bieten eine ähnliche Funktionalität bei internationalen Überweisungen und werden von Experten als Konkurrenz für SWIFT und Kreditkartenanbieter gesehen.

In den USA hat man die Chancen, diese Märkte zu erobern und auszuweiten, erkannt und mit dem Genius-Act eine eigene Gesetzgebung dafür geschaffen. Damit ist die Basis für den weiteren Aufstieg von Tether und Co. gelegt. In Europa warnte die EZB bereits vor dem Erfolg der Stablecoins und sieht die Stabilität des Finanzsystems in Gefahr.
Fazit
2025 ist Krypto erwachsen geworden. Doch dies bedingt, dass man sich den geopolitischen und wirtschaftlichen Entwicklungen stellen musste. Zölle sorgten ebenso für Verluste, wie Kriege, der US-Shutdown und die lange Zeit ausbleibenden Zinssenkungen in den USA. Dort, wo Bitcoin und Co. in der Vergangenheit ausschließlich auf Angebot und Nachfrage reagierten, herrschen heute jene Marktbedingungen vor, die auch die Börsen und deren Entwicklung bestimmen.
Die Phase der volatilen Konsolidierung ist bislang nicht vorbei. 2026 dürften die Einflussfaktoren des abgelaufenen Jahres weiterhin den Kurs von Kryptowährungen maßgeblich bestimmen.