Ethereum News: Kein Allzeithoch für ETH? Das droht 2026
Ethereum konsolidiert aktuell rund um die psychologisch wichtige Marke von 3.000 US-Dollar. Auf Jahressicht steht bislang ein zweistelliges Minus zu Buche, womit 2025 für die zweitgrößte Kryptowährung bislang kein erfolgreiches Jahr ist. In der letzten Handelswoche entscheidet sich, ob zumindest noch ein leicht positives Jahresergebnis möglich wird. Vom jüngsten Allzeithoch ist Ethereum jedoch weit entfernt. Dieses wurde im August bei rund 4.950 US-Dollar markiert. Seitdem hat der Kurs etwa 40 Prozent eingebüßt. Rein technisch befindet sich Ethereum damit klar in einem Bärenmarkt.
Vor diesem Hintergrund erscheint selbst bis Ende 2026 ein neues Allzeithoch zunehmend unwahrscheinlich, so ein bekannter Experte: Doch es gibt auch Argumente gegen seine Sichtweise.
Warum Ethereum 2026 kein Hoch sieht
Der bekannte Krypto-Analyst Benjamin Cowen zeichnet für Ethereum einen negativen Ausblick auf das Jahr 2026. In seinen jüngsten Aussagen im Bankless-Podcast schließt er ein neues Allzeithoch nicht kategorisch aus, warnt jedoch davor, dieses als nachhaltiges Signal zu missverstehen. Sollte Ethereum bereits früh im Jahr 2026 ein neues Hoch markieren, wäre dieses nach seiner Einschätzung eher kurzlebig und strategisch problematisch. Cowen spricht in diesem Zusammenhang von einer möglichen Bullenfalle. Dies ist eine Bewegung, die Anleger in Sicherheit wiegt, bevor eine größere Korrektur folgt.
Zur Untermauerung verweist er auf historische Parallelen, etwa zur Kursentwicklung von Tesla. Dort wurden frühere Höchststände kurzzeitig überschritten, ehe ein massiver Abverkauf einsetzte. Ein ähnliches Muster hält Cowen auch bei Ethereum für denkbar: ein schneller Anstieg über das alte Hoch, gefolgt von einer deutlichen Rückkehr in tiefere Kursregionen. Ein solches Szenario würde aus seiner Sicht eher Ausstiegsgelegenheiten schaffen als den Beginn eines neuen, stabilen Bullenmarktes markieren.
Ein weiterer zentraler Punkt ist der übergeordnete Marktzyklus von Bitcoin. Cowen geht davon aus, dass Bitcoin sich 2026 bereits in einer bärischen Phase befinden könnte oder diese zumindest bestätigt. In einem solchen Umfeld sei es historisch schwierig, dass Ethereum dauerhaft Stärke entwickelt. Kurzfristige relative Stärke gegenüber Bitcoin hält er daher für anfällig und potenziell trügerisch.
Hinzu kommt eine auffällige Zurückhaltung auf sozialer Ebene. Laut Cowen fehlt dem Markt aktuell die Euphorie früherer Zyklen. Geringes öffentliches Interesse und ausbleibende neue Kapitalzuflüsse erschweren aus seiner Sicht eine nachhaltige Aufwärtsbewegung. Verstärkt wird diese Skepsis durch das makroökonomische Umfeld. Solange die Geldpolitik restriktiv bleibt, sieht Cowen die Voraussetzungen für ein dauerhaftes Allzeithoch nicht erfüllt.
Stattdessen favorisiert er eine längere Seitwärtsphase. Eine ausgedehnte Konsolidierung bis über 2026 hinaus würde seiner Einschätzung nach die Basis für einen stabileren Aufwärtstrend in späteren Jahren schaffen.
Der Makro-Experte Raoul Pal vertritt für 2026 derweil eine deutlich konstruktivere These. Aus seiner Sicht markiert das kommende Jahr nicht einfach eine Fortsetzung bekannter Muster, sondern den Übergang in die vertikale Phase des Zyklus. Pal betont dabei eine klare Abfolge: Zunächst übernimmt Bitcoin die Führungsrolle, anschließend folgt Ethereum mit zeitlicher Verzögerung, bevor überschüssige Liquidität in den breiteren Altcoin-Markt fließt.
Der entscheidende Treiber ist für ihn das makroökonomische Umfeld. Erwartete Zinssenkungen, eine spürbar steigende globale Liquidität und gleichzeitig zurückhaltende Privatanleger schaffen laut Pal ein ideales Spannungsfeld.
Institutionelle Investoren würden sich bereits frühzeitig positionieren, noch bevor breite Aufmerksamkeit entsteht. Erst in der zweiten Phase, wenn steigende Kurse wieder FOMO auslösen, komme es zu starken Umschichtungen innerhalb des Altcoin-Segments.

Der MVRV Z-Score gehört zu den bekanntesten On-Chain-Bewertungsmetriken, um Über- und Unterbewertungen im Markt zu identifizieren. Er setzt den aktuellen Marktwert (Market Value) ins Verhältnis zum realisierten Wert (Realized Value) und normiert diese Abweichung statistisch. Vereinfacht gesagt zeigt der Indikator, wie weit sich der Preis von Ethereum von der durchschnittlichen Kostenbasis aller Coins entfernt hat.
Historisch markierten sehr hohe Z-Score-Werte die großen Zyklus-Hochs, etwa 2017 und 2021. In diesen Phasen war Ethereum klar überbewertet. Umgekehrt signalisierten niedrige oder sogar negative Werte attraktive Einstiegszonen in Bärenmärkten.
Auffällig ist, dass Ethereum im aktuellen Zyklus keinen extremen Z-Score erreicht hat. Der Indikator bewegt sich weiterhin auf moderatem Niveau. Das spricht gegen eine bereits abgeschlossene Übertreibung und lässt Raum für eine spätere Fortsetzung des Zyklus. Insoweit dürfte der MVRV Z-Score zumindest die These von Raoul Pal unterstützen.