Bitmex: Bitcoin bietet Entwicklungsländern bessere Chancen als IWF Kredite

BitMEX Research vergleicht Bitcoin mit dem IWF und schlussfolgert, dass Bitcoin Entwicklungsländern wie El Salvador und Bhutan mehr finanzielle Unabhängigkeit bietet. Wobei die kritische Haltung des IWF gegenüber Bitcoin, insbesondere im Abkommen mit El Salvador 2025, Ausgangspunkt ist.
El Salvador: Ausgangslage für die Gegenüberstellung IWF vs. Bitcoin
Bitmex Research hat kürzlich einen Vergleich angestellt, in dem analysiert wird, ob Bitcoin oder der Internationale Währungsfonds (IWF) günstigere Bedingungen für sich entwickelnde Länder bietet. Ziel der Untersuchung ist es, zu hinterfragen, ob Bitcoin Entwicklungsländern bessere Chance und eine höhere Unabhängigkeit ermöglicht, als Kredite des IWF.
Einen konkreten Anlass für die Untersuchung war dabei, die kritische bis ablehnende Haltung des IWF gegenüber Bitcoin, als der IWF und El Salvador Anfang des Jahres einen Vertrag schlossen.
Problematik von IWF Krediten
Der Artikel von Bitmex stellt die oft strikten Bedingungen bei der Kreditvergabe, sowie die geringe Flexibilität des IWF infrage. Als Quelle beruft sich die Publikation hauptsächlich auf den amerikanischen Autor John Perkins. Perkins erlangte durch sein Buch „Bekenntnisse eines Economic Hit Man“ Aufsehen. Der Autor beschreibt in seinem Buch den wirtschaftlichen Druck, der durch IWF Kredite für Länder entsteht. Die Verschuldung armer Länder kann als politisches Druckmittel genutzt werden, die reichen Ländern die Türen öffnen können, um in diesen Ländern Einfluss zu gewinnen und ihre eigenen Ziele durchzusetzen. Perkins spricht dabei von „wirtschaftlicher Kolonisation“.
In den letzten Jahren hat der IWF immer weniger Kredite vergeben. Im Vergleich hat Bitcoin ein größeres Wachstum erfahren, als die Bilanz des IWF. Bitcoin hat die Möglichkeit, den Status einer globalen Währungsreserve zu erreichen. Schwellenländer können Bitcoin als Finanzierungsmittel nutzen, um nötige Investitionen vorzunehmen.
Zwei Länder können als Beispiel dienen, um die Möglichkeiten des Bitcoins und die Haltung des IWF zu verdeutlichen. El Salvador und Bhutan.
Bitcoin und IWF in El Salvador
Unter der Führung von Präsident Nayib Bukele wurde El Salvador im Jahr 2021 zu dem ersten Land, in dem Bürger legal mit Bitcoin bezahlen durften. Im Februar 2025 wurde ein neues Abkommen zwischen El Salvador und dem IWF unterzeichnet. Nicht alle Details dieses Abkommens sind öffentlich zugänglich. Jedoch wurde ein Dokument bekannt, in dem der IWF in seiner Risikoeinschätzung den Einsatz von BTC in El Salvador als hohes Risiko einstufte.
Zu den Kreditauflagen für das Land gehören Einschränkungen des Einsatzes von Bitcoin, die eine Gesetzesänderung in El Salvador erforderlich machten. Auch Bitcoin Trading wurde im Zuge dessen in El Salvador eingeschränkt. Das Abkommen traf dabei auf harte Kritik durch die Bitcoin-Community und setzte auch eine Präzedenz für die Frage, ob es für Entwicklungsländer besser ist, sich auf den IWF oder eben auf Bitcoin als Reservemittel zu verlassen.
Wirtschaftliche Möglichkeiten für Bhutan durch Bitcoin
Bhutan gehört zu den wenigen Ländern, welche die Kapazität haben, mehr Strom aus Wasserkraft zu erzeugen, als sie selbst verbrauchen können. Das eröffnet für das Land die Möglichkeit, den überschüssigen Strom zum Bitcoin Mining zu nutzen. Bhutan, das derzeit keine Abkommen mit dem IWF hält, hat auf diese Weise Bitcoin kaufen und beträchtliche Reserven anlegen können. Auf diese Weise könnte Bhutan zu den großen Gewinnern von Bitcoin werden, wenn der Aufwärtstrend der Kryptowährung auch weiterhin anhält.
Bitmex schlussfolgert, dass Bitcoin Entwicklungsländern mehr finanzielle Unabhängigkeit bietet als die restriktiven Kredite des Internationalen Währungsfonds Während der IWF durch seine strikten Auflagen und die damit verbundene politische Einflussnahme oft als Hindernis für die Eigenständigkeit von Entwicklungsländern gesehen wird, bietet Bitcoin die Möglichkeit, ohne solche Einschränkungen Kapital zu akkumulieren oder Transaktionen durchzuführen.
Weshalb der IWF Bitcoin kritisiert
Dennoch bleibt die Volatilität von Bitcoin ein Risikofaktor, der von Kritikern, einschließlich des IWF, häufig hervorgehoben wird. Für Länder wie Bhutan oder El Salvador stellt die Kryptowährung eine vielversprechende, wenn auch spekulative Alternative dar.
Letztlich zeigt die Analyse, dass die Entscheidung zwischen IWF-Krediten und Bitcoin von spezifischen Bedürfnissen und Ressourcen eines Landes abhängt. Wobei Bitcoin eine neue Ära finanzieller Autonomie einleiten könnte, sofern die regulatorischen und wirtschaftlichen Herausforderungen bewältigt werden.