Quanten-Angriff auf Bitcoin? CoinShares gibt Entwarnung
Die Sorge, dass Quantencomputer das Bitcoin-Netzwerk in die Knie zwingen könnten, sorgt im Februar 2026 für hitzige Debatten. Christopher Bendiksen, Forschungsleiter bei CoinShares, dämpft jedoch die Panik: Laut einer aktuellen Analyse sind lediglich etwa 10.230 BTC in Wallets gespeichert, deren Sicherheitsstatus sie zu einem lohnenswerten Ziel für künftige Quanten-Hacker machen würde.
Nur ein Bruchteil der Coins wirklich gefährdet
Der Großteil der potenziell anfälligen Bitcoins stammt aus der „Satoshi-Ära“ und liegt in veralteten P2PK-Adressen (Pay-to-Public-Key). Von den untersuchten 1,63 Millionen BTC in dieser Kategorie befinden sich jedoch nur etwa 0,6 % in Wallets, die groß genug sind, um den enormen Rechenaufwand eines Quanten-Angriffs ökonomisch zu rechtfertigen.
Für die restlichen 1,62 Millionen BTC, die in kleineren Beträgen unter 100 BTC gestreut sind, bräuchte selbst die optimistischste Quanten-Technologie laut Bendiksen „ein Jahrtausend“, um sie zu knacken. Das Risiko bleibt damit vorerst rein theoretischer Natur und konzentriert sich auf eine winzige Gruppe von Legacy-Wallets.
Google Willow vs. Bitcoin-Kryptographie
Obwohl Googles neuester Quanten-Chip „Willow“ mit 105 Qubits beeindruckende Rechenleistungen vollbringt, ist er noch weit davon entfernt, Bitcoins ECDSA-Verschlüsselung zu gefährden. Experten schätzen, dass dafür Millionen von fehlertoleranten Qubits nötig wären – ein technologischer Meilenstein, der noch Jahrzehnte entfernt sein dürfte.
Prominente Bitcoin-Befürworter wie Michael Saylor sehen in der Quanten-Bedrohung sogar eine Chance. Er argumentiert, dass notwendige Netzwerk-Upgrades Bitcoin langfristig „härten“ würden, während verlorene Coins ohne Migration einfach dauerhaft eingefroren blieben, was das effektive Angebot weiter verknappt.
Dennoch warnen Stimmen wie Charles Edwards von Capriole Investments vor Selbstzufriedenheit. Er fordert, dass Bitcoin bereits 2026 die ersten „Post-Quantum“-Signaturen implementieren sollte, um das Vertrauen der Investoren langfristig zu sichern und einen massiven Kurssturz zu verhindern.
Das Bitcoin-Netzwerk bereitet sich derweil im Hintergrund vor: Erste Testnetze für quantenresistente Algorithmen wie ML-DSA sind bereits in Planung. Damit bleibt die „digitale Festung“ auch im Zeitalter der Supercomputer vorerst sicher verschlossen.