Coinbase-Manager warnt: Quantencomputer könnten 33 % der Bitcoin-Versorgung gefährden – hier sind die Gründe

Eine Warnung eines leitenden Coinbase-Managers hat erneut Bedenken darüber ausgelöst, wie Quantencomputer eines Tages die Sicherheit von Bitcoin verändern könnten. Neuen Schätzungen zufolge könnte unter bestimmten Umständen etwa ein Drittel des gesamten Angebots des Netzwerks gefährdet sein.
David Duong, Global Head of Investment Research bei Coinbase, erklärte kürzlich in einem Beitrag, dass Bitcoin mit dem Fortschritt der Quantencomputertechnik möglicherweise in eine „neue Ära” eintreten könnte, auch wenn die Gefahr nicht unmittelbar bestehe.
Duong verwies auf das wachsende Bewusstsein der Institutionen für dieses Thema, darunter die Entscheidung von BlackRock, Quantenrisiken im geänderten Prospekt für seinen iShares Bitcoin Trust ETF im Mai 2025 zu kennzeichnen, sowie die Leitlinien der US- und EU-Behörden, die kritische Infrastrukturen dazu auffordern, bis 2035 auf Post-Quanten-Kryptografie umzustellen.
Warum Forscher sagen, dass ein Drittel aller Bitcoins einem Quantenrisiko ausgesetzt sein könnte
Im Mittelpunkt der Besorgnis steht das, was Forscher oft als „Q-Day“ bezeichnen, der Zeitpunkt, an dem kryptografisch relevante Quantencomputer leistungsfähig genug werden, um die heutigen Public-Key-Systeme zu untergraben.
Bitcoin stützt sich auf elliptische Kurvenkryptografie zur Sicherung von Wallets und auf SHA-256 für das Mining.
Duong erklärte, dass Quantenmaschinen, die den Shor-Algorithmus ausführen können, theoretisch private Schlüssel aus offengelegten öffentlichen Schlüsseln ableiten könnten, wodurch Angreifer Gelder stehlen könnten, während der Grover-Algorithmus letztendlich das Mining effizienter machen könnte.
Derzeit wird die Signatursicherheit als das dringlichere Problem angesehen.
Basierend auf On-Chain-Daten bis Block 900.000 schätzt Duong, dass etwa 6,51 Millionen BTC, also rund 32,7 % des Gesamtvorrats, in Adresstypen liegen, die anfälliger für weitreichende Quantenangriffe sind.

Dazu gehören ältere Pay-to-Public-Key-Ausgaben, reine Multisig-Skripte und einige Taproot-Konstruktionen, bei denen öffentliche Schlüssel bereits in der Blockchain sichtbar sind. Coins aus der Satoshi-Ära sind eine bekannte Untergruppe dieser Kategorie.
Darüber hinaus wies Duong darauf hin, dass bei jeder Bitcoin-Transaktion im Moment der Ausgabe kurzzeitig ein öffentlicher Schlüssel offengelegt wird, was ein kurzes Zeitfenster für Angriffe schafft, sollte jemals ein ausreichend leistungsfähiger Quantencomputer verfügbar sein.
Die Warnung baut auf einer breiteren Debatte in der Branche auf, die sich im letzten Jahr intensiviert hat. On-Chain-Analysten haben hervorgehoben, dass ein großer Teil der Bitcoins über lange Zeiträume hinweg inaktiv geblieben ist, wobei Daten zeigen, dass mehr als 30 % des Angebots seit mindestens fünf Jahren unverändert sind.
Einige Forscher argumentieren, dass diese Coins die ersten Ziele wären, wenn Quantenangriffe möglich würden, während andere sagen, dass die größere Herausforderung darin bestehen würde, die Reaktion des Netzwerks zu koordinieren.
Die Quanten-Debatte um Bitcoin bewegt sich von der Theorie zur Planung
Nicht alle sind sich über die Dringlichkeit einig. Im Dezember widersprach Adam Back, CEO von Blockstream, Behauptungen, dass Bitcoin vor einer unmittelbaren Quanten-Krise stehe, und erklärte, dass Entwickler bereits still und leise an langfristigen Schutzmaßnahmen arbeiten würden, ohne die Märkte zu verunsichern.

https://twitter.com/cryptonews/status/2002272288494768299?s=46
Der Risikokapitalgeber Nic Carter widersprach dieser Ansicht und argumentierte, dass zu viele Akteure im Ökosystem sich weiterhin in Verleugnung befänden. Er verwies auf die Vorbereitungen der Regierung und die steigenden Investitionen in Quantenunternehmen als Anzeichen dafür, dass das Risiko mehr Aufmerksamkeit verdiene.
Die Meinungsverschiedenheiten erstrecken sich auch auf den Zeitrahmen. Charles Edwards, Gründer von Capriole Investments, warnte, dass Quantenbedrohungen innerhalb eines Jahrzehnts Realität werden könnten, wenn keine Upgrades vorgenommen würden, während andere das Risiko weiter in die Zukunft verlagern.
Michael Saylor, Executive Chairman von Strategy, vertritt eine optimistischere Sichtweise und sagt, dass ein Quantendurchbruch Bitcoin letztendlich „härten” würde, da aktive Coins auf neue Standards umgestellt würden und unzugängliche Coins eingefroren blieben, wodurch sich das effektive Angebot verringern würde.
Trotz unterschiedlicher Meinungen sind Vorbereitungen im Gange. Bitcoin-Entwickler haben Post-Quanten-Signaturschemata diskutiert, und das US-amerikanische National Institute of Standards and Technology hat 2024 mehrere quantenresistente Standards fertiggestellt.
Ihre Implementierung in Bitcoin würde einen breiten Konsens und wahrscheinlich eine Hard Fork erfordern, ein Prozess, der durch inaktive Wallets und die dezentrale Governance des Netzwerks erschwert wird.
Forscher warnen weiterhin davor, dass Gegner bereits heute Blockchain-Daten sammeln könnten, um sich auf zukünftige Durchbrüche vorzubereiten.