Chainalysis: Kryptokriminalität dramatisch angestiegen

Der neueste Krypto-Kriminalitätsbericht von Chainalysis liefert den Gegnern von Kryptowährungen auf den ersten Blick ausgezeichnete Argumente für ihren Kampf gegen Bitcoin und Co. Doch der Eindruck täuscht.
Laut dem Bericht von Chainalysis ist die Kryptokriminalität 2025 um 162% angestiegen. Unglaubliche $154 Milliarden sollen in und über illegale Wallets geflossen sein. Das wäre mehr als das Zweieinhalbfache des Jahres 2024.
Russland und Co. dominieren
Doch ein genauerer Blick auf die Zahlen zeigt, dass dieser rasante Anstieg der Kryptokriminalität hauptsächlich auf die Weltlage zurückzuführen ist. Staatliche Sanktionen wie jene der EU oder der USA sollen staatliche Akteure wie Russland in die Knie zwingen.
Diese suchen nach Ausweichmöglichkeiten und nutzen immer öfter Kryptowährungen, um ihre Transaktionen über die Bühne zu bringen. So auch im Vorjahr, wo sich die kriminellen Kryptoaktivitäten von Staaten verachtfacht haben.
Weniger als 1% der Transaktionen sind illegal
Diese Summen klingen gigantisch, doch wenn man sie ins Verhältnis zum Volumen der legalen Transaktionen setzt, zeigt sich, dass das Kryptoverse keineswegs von anderen Finanzbranchen abweicht.

So beträgt der Anteil der illegalen Kryptotransaktionen weiterhin unter 1%, wie die Experten von Chainalysis herausgefunden haben. Auch das Mittel zum Zweck hat sich verändert. War es in der Vergangenheit Bitcoin, das von Kriminellen für ihre Zwecke genutzt wurde, so sind diese mittlerweile überwiegend zu Stablecoins gewechselt. Deren Siegeszug ist mittlerweile unübersehbar geworden.
Diese bieten auch Kriminellen nicht nur einen Schutz vor dem Kursrisiko, sondern lassen sich auch schnell, und sicher grenzüberschreitend transferieren. Sie verzichten daher auf das mit Bitcoin bezahlen und greifen lieber zu Stablecoins.
Das Krypto-Phishing geht zurück
Unter dem Strich haben sich die illegalen Transaktionen, ohne die sanktionierten Akteure, daher nur leicht erhöht. Der überwiegende Anteil der illegalen Umsätze ist auf staatliche Einrichtungen, die unter Sanktionen stehen, zurückzuführen. „Erfolgreichster Nutzer“ war Russland, mit einem Anteil von rund $93,3 Milliarden.
Doch der Bericht vermeldet auch Positives. So sind laut Chainalysis die Verluste durch das Krypto-Phishing um 83% zurückgegangen.