Bitcoin News: Historischer Crash – Wale verkaufen weiter BTC
Der Bitcoin-Kurs steht erneut unter spürbarem Druck. Aktuelle Marktdaten zeigen einen deutlichen Rückgang großer Wallet-Bestände, während gleichzeitig kleinere Anleger verstärkt zukaufen.
Diese Entwicklung fällt zusammen mit einem klaren Abwärtstrend beim Kurs, der zeitweise bis in den Bereich um 60.000 US-Dollar führte. Die Kombination aus institutionellen Verkäufen und privater Nachfrage gilt als wichtiger Faktor für Marktphasen erhöhter Unsicherheit und wird derzeit intensiv von Analysten diskutiert.

Santiment-Daten zeigen sinkende Großinvestoren-Bestände
Die aktuellen On-Chain-Daten des Analysehauses Santiment liefern einen differenzierten Blick auf die Marktstruktur. Demnach halten sogenannte Whale- und Shark-Wallets – also Adressen mit etwa 10 bis 10.000 Bitcoin – derzeit rund 68,04 Prozent des gesamten Bitcoin-Angebots. Das entspricht einem Neun-Monats-Tief. Besonders auffällig ist dabei ein Abfluss von mehr als 81.000 Bitcoin innerhalb von nur acht Tagen, was auf deutliche Gewinnmitnahmen oder Risikoabbau größerer Marktteilnehmer hinweist.
Parallel dazu zeigt sich ein gegenteiliger Trend bei sehr kleinen Wallets. Adressen mit weniger als 0,01 Bitcoin erreichen laut den Daten ein 20-Monats-Hoch beim Anteil am Gesamtangebot, aktuell etwa 0,249 Prozent. Auch wenn dieser Anteil absolut gering bleibt, interpretieren Analysten dies als Zeichen fortgesetzter Kaufbereitschaft privater Investoren, selbst in fallenden Märkten.
Über den vergangenen Monat hinweg ist ein klarer Abwärtstrend sichtbar, ausgehend von deutlich höheren Niveaus im Januar bis hin zu aktuellen Kursständen im Bereich um 65.000 US-Dollar. Besonders auffällig ist die Beschleunigung des Rückgangs Anfang Februar, begleitet von erhöhtem Handelsvolumen. Solche Bewegungen treten häufig dann auf, wenn größere Marktteilnehmer Positionen reduzieren und Liquidität aus dem Markt ziehen.
Historisch betrachtet gelten Phasen, in denen größere Investoren verkaufen und Kleinanleger weiter akkumulieren, häufig als Übergangsphasen innerhalb von Bärenzyklen. Dabei geht es weniger um kurzfristige Panik, sondern eher um strukturelle Portfolioanpassungen institutioneller Akteure.
Unterschiedliche Bitcoin-Strategien
Trotz der beobachteten Verkäufe großer Wallets bleibt das Verhalten institutioneller Investoren uneinheitlich. Ein prominentes Beispiel ist Michael Saylor beziehungsweise dessen Unternehmen, das weiterhin eine langfristige Bitcoin-Strategie verfolgt. Aktuell weist die Position laut Marktbeobachtern rechnerisch einen nicht realisierten Verlust von rund 2,3 Milliarden US-Dollar auf. Diese Zahl sorgt regelmäßig für Aufmerksamkeit, beschreibt jedoch lediglich den Unterschied zwischen aktuellem Marktpreis und durchschnittlichem Einstiegskurs.
Solche sogenannten Buchverluste entstehen automatisch, wenn der Marktpreis unter den durchschnittlichen Kaufpreis fällt. Real werden sie erst bei einem tatsächlichen Verkauf der Bestände. Vergleichbar ist dies mit Immobilieninvestitionen, deren Marktwert zeitweise schwanken kann, ohne dass ein tatsächlicher Verlust entsteht. Saylor selbst betont seit Jahren einen langfristigen Anlagehorizont und sieht kurzfristige Marktschwankungen als normalen Bestandteil volatiler Märkte.
Diese unterschiedlichen Strategien verdeutlichen die aktuelle Marktphase. Während einige größere Investoren Risiken reduzieren oder Gewinne sichern, setzen andere weiterhin auf langfristige Wertentwicklung. Für die Marktstruktur bedeutet das eine gewisse Fragmentierung: kurzfristige Verkaufsimpulse treffen auf selektive Akkumulation.
Der Kursverlauf der letzten Wochen spiegelt diese Gemengelage wider. Der Abwärtstrend bleibt klar erkennbar. Doch Privatanleger und ausgewählte Wale sehen bereits Buy-the-Dip-Chancen.