Bitcoin-Milliardärin aus China in London verurteilt

In London endete gestern ein spektakulärer Prozess rund um eine Betrügerin aus China. Diese soll in China mehr als 128.000 Menschen um ihr Erspartes gebracht haben. Zhimin Qian zog ein Schneeballsystem auf und steckte ihre Erlöse in Bitcoin. Gestern sprach das Gericht sein Urteil, es lautet: elf Jahre und acht Monate Haft.
61.000 Bitcoin Beute
Zhimin Qian startete ihre Karriere als Essenslieferantin, zuletzt führte sie jedoch ein Leben, von dem viele Menschen träumen. Sie lag den halben Tag im Bett, spielte oder ging shoppen. Den finanziellen Background dafür hatte sie sich längst „erarbeitet“.
Mit dem Großteil ihrer Beute kaufte sie insgesamt 61.000 Bitcoins und günstige Kryptowährungen. Deren Wert beträgt mehr als $6 Milliarden. Die in China als „Göttin des Wohlstands“ verehrte Betrügerin lebte jahrelang in Saus und Braus. Wenn sie Geld benötigte, verkaufte sie einfach Bitcoins, deren Wert immer weiter anstieg.
Die Kryptoqueen lebte extravagant
Doch als sie beabsichtigte, in London ein Haus im Wert von 23 Millionen Pfund zu kaufen, geriet sie ins Visier der Behörden. Diese fanden bei ihrer Festnahme Bargeld, Gold und Schmuck in Millionenhöhe. Doch der große Schatz verbarg sich in ihren Wallets.

61.000 Bitcoins waren das Ergebnis eines ausgesprochen erfolgreichen Ponzi-Systems. Ihr extravaganter Lebensstil und ihre unzähligen Bitcoins brachten Zhimin Qian von den britischen Medien den Beinamen „Kryptoqueen“ ein.
Reine Gier und sorgfältige Planung
Doch die Richterin sprach in ihrer Urteilsbegründung von „reiner Gier“ und verurteilte die Betrügerin wegen Besitzes und Transfers von Vermögenswerten kriminellen Ursprungs. „Die Straftat war äußerst raffiniert und erforderte sorgfältige Planung“, stellte das Gericht fest.
Der Anwalt der Angeklagten kündigte an, dass alle Opfer entschädigt werden. Dies dürfte nicht allzu schwer werden, immerhin ist Bitcoin in der Zwischenzeit von 2.700 Pfund auf 76.000 Pfund gestiegen. Die Angeklagte hatte sich in dem spektakulären Prozess schuldig bekannt.
Zuvor war sie aus China geflohen und hatte sich in London versteckt. Doch ihr Lebensstil erregte Aufsehen und machte sie zur Zielscheibe der Behörden. Ihr Komplize stand ebenfalls vor Gericht. Er wurde wegen Beihilfe zur Geldwäsche zu vier Jahren und elf Monaten Haft verurteilt.