Super League wird zu Metaplanets US-Bitcoin-Plattform
Metaplanet will 2.100 Bitcoin im Wert von rund 132,1 Millionen US-Dollar in die Nasdaq-notierte Super League Enterprise einbringen und sich damit rund 95,7 Prozent der Anteile am Unternehmen sichern. Nach Abschluss der geplanten Transaktion soll Super League unter dem Namen Superplanet als US-Bitcoin-Treasury-Plattform von Metaplanet fungieren.
Was genau vereinbart wurde
Laut der offiziellen Mitteilung von Super League und Metaplanet vom 18. August 2026 sollen die 2.100 BTC gemeinsam mit 2,5 Millionen US-Dollar Cash in das Unternehmen fließen. Im Gegenzug soll Metaplanet 44.859.400 Stammaktien zu je 3,00 US-Dollar sowie Vorzugsaktien und Warrants erhalten. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 134,6 Millionen US-Dollar. Die Zahl der Stammaktien wurde auf Basis des Bitcoin-Schlusskurses an der Coinbase Exchange vom 14. August 2026 festgelegt und soll sich bis zum Abschluss nicht mit dem Bitcoin-Preis verändern.
Nach Vollzug der Transaktion soll Super League als „Superplanet, Inc.“ firmieren und an der Nasdaq unter dem neuen Ticker SUPA handeln. Metaplanet soll zudem Zehn-Jahres-Warrants auf bis zu 381 Millionen Aktien in vier Tranchen sowie für 24 Monate ein Bezugsrecht für weitere Investitionen von bis zu 210 Millionen US-Dollar erhalten. Die an Metaplanet ausgegebenen oder über seine Warrants und Vorzugsaktien möglichen Stammaktien sollen einer fünfjährigen Sperrfrist unterliegen. Das bestehende Werbe- und Mediengeschäft von Super League soll als eigenständiges Segment weiterlaufen.
Metaplanets Position und die Struktur des Deals
Zum Stichtag 18. August 2026 hielt Metaplanet nach eigenen Angaben 43.000 BTC und bezeichnete sich damit als drittgrößte Bitcoin-Treasury eines börsennotierten Unternehmens weltweit. Die eingebrachten 2.100 BTC entsprechen laut Unternehmensangaben rund 4,9 Prozent des gesamten Bestands. Beide Unternehmen betonen, dass es sich nicht um eine Reverse-Takeover- oder SPAC-Transaktion handelt, sondern um eine strategische Beteiligung an einer bereits bestehenden, operativ tätigen Nasdaq-Gesellschaft über eine Privatplatzierung neu ausgegebener Wertpapiere.
Superplanet soll nach Abschluss Teil eines konsolidierten Konzerns mit zwei börsennotierten Bitcoin-Treasury-Plattformen werden: einer in Japan und einer in den USA. Das von Superplanet gehaltene Bitcoin soll in Metaplanets Konzernabschluss konsolidiert werden. Superplanet soll dabei auf die Bilanz, die Kapitalmarkterfahrung und das operative Know-how der Metaplanet-Gruppe zurückgreifen.
Reaktionen der Unternehmensspitzen
Metaplanet-CEO Simon Gerovich erklärte, das Unternehmen habe von Japan aus eine der weltweit größten Bitcoin-Treasuries aufgebaut. Superplanet solle diese Strategie auf den US-Kapitalmarkt übertragen. Metaplanet bringe eigenes Bitcoin ein, unterwerfe seine Aktien einer Sperrfrist und unterstütze Super League mit Bilanz und Expertise. Ziel sei eine konsolidierte Bitcoin-Position über zwei börsennotierte Plattformen in Japan und den USA.

Super-League-CEO Matthew Edelman erklärte, das Unternehmen habe im vergangenen Jahr Schulden abgebaut, Kosten gesenkt und seine Kapitalstruktur vereinfacht. Diese Maßnahmen hätten die Grundlage für die geplante Transaktion geschaffen. Er bezeichnete Bitcoin als ein starkes monetäres Asset für eine Unternehmensbilanz und sieht in der Partnerschaft mit Metaplanet einen zusätzlichen Wachstumstreiber neben dem bestehenden Mediengeschäft.
Marktreaktion und weiterer Ablauf
CoinMarketCap zufolge stiegen die Super-League-Aktien am Ankündigungstag in der Spitze um bis zu 80 Prozent und schlossen mit einem Plus von rund 50 bis 53 Prozent. Die Metaplanet-Aktien legten am selben Tag laut dem Bericht um etwas mehr als 4 Prozent zu.

Die Struktur der Transaktion sieht vor, dass Metaplanet Bitcoin und Barmittel aus eigener Hand einbringt. Die Zahl der ausgegebenen Stammaktien wurde vor dem geplanten Abschluss festgelegt, und die für Metaplanet vorgesehenen Aktien unterliegen einer fünfjährigen Sperrfrist. Zudem teilten die Unternehmen mit, dass keine rabattierte Drittfinanzierung vorgesehen sei.
Für den Abschluss der Transaktion im vierten Quartal 2026 sind noch die Zustimmung der Super-League-Aktionäre, erforderliche Nasdaq-Meldungen sowie regulatorische Verfahren in den USA und Japan nötig. Superplanet plant nach dem Abschluss, eigene Bitcoin-pro-Aktie-Kennzahlen zu veröffentlichen. Metaplanet will seine Kennzahlen auf konsolidierter Basis ausweisen.