CLARITY Act: Neue Krypto-Regeln lösen operative Probleme nicht

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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

Zuletzt aktualisiert am: 

Der CLARITY Act zielt darauf ab, einen regulatorischen Rahmen für digitale Vermögenswerte zu schaffen und die Verantwortlichkeiten zwischen der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) und der Securities and Exchange Commission (SEC) klar aufzuteilen. Die Bestimmungen umfassen Registrierung, Aufsicht, Buchführung und Verwahrung in spezifischen Bereichen. Allerdings geben sie nicht vor, wie Unternehmen ihre Aktivitäten abgleichen oder veraltete Betriebsprozesse modernisieren sollen.

Dabei sind regulatorische Klarheit und operative Einsatzbereitschaft zwei grundlegend verschiedene Probleme. Der von Chairman French Hill am 29. Mai 2025 eingebrachte Gesetzentwurf H.R. 3633 soll eine umfassende Marktstruktur für digitale Assets etablieren.

Gemäß Abschnitt 401 würde die CFTC die exklusive Regulierungshoheit über Spot-Transaktionen mit digitalen Rohstoffen erhalten, sofern diese über Börsen, Broker oder Händler abgewickelt werden, die bei der Behörde registriert sind. Der Entwurf sieht zudem ein beschleunigtes Registrierungsverfahren für diese Unternehmen vor.

Die SEC hingegen behält die Befugnis zur Bekämpfung von Betrug und Manipulation bei Transaktionen mit zulässigen Payment-Stablecoins und digitalen Rohstoffen, die über SEC-registrierte Einheiten abgewickelt werden.

Abschnitt 304 verpflichtet Akteure, die sowohl bei der SEC als auch bei der CFTC registriert sind, Richtlinien zur Vermeidung von Interessenkonflikten einzuführen. Zudem sollen beide Behörden eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) unterzeichnen, um eine doppelte Aufsicht zu vermeiden und den Informationsaustausch zu fördern.

Die operative Lücke, die der CLARITY Act ignoriert

Der regulatorische Rahmen des Gesetzes löst nicht die operativen Belastungen im Back-Office der Kapitalmärkte. Ein AutoRek-Bericht über Kapitalmarktoperationen, der auf einer Umfrage unter 250 Führungskräften aus den Bereichen Operations, Finanzen und Technologie in den USA und Großbritannien basiert, beschreibt einen enormen Druck durch steigende Volumina, neue Anlageklassen, Datenfragmentierung und eine mangelhafte KI-Integration.

Laut den Ergebnissen erwarten 85 % der Befragten Skalierbarkeitsprobleme, da die Handelsaktivität schneller wächst als die legacy-basierten Prozesse. Von den Firmen, die mit digitalen Assets arbeiten, berichteten 59 % über eine unverhältnismäßig hohe operative Komplexität im Vergleich zu anderen Anlageklassen.

Der Bericht stellte zudem fest, dass 41 % der Teilnehmer die Datenintegration und Kompatibilität als größte operative Herausforderung sehen. Unternehmen verlieren demnach 15,9 % ihrer operativen Budgets durch Nachbesserungen, die durch manuelle Prozesse und Tabellenkalkulationen verursacht werden.

Obwohl 98 % der Firmen KI in irgendeiner Form nutzen, haben nur 14 % die Technologie vollständig in ihre Betriebsabläufe integriert. Diese Erkenntnisse betreffen eher die Betriebsmodelle als die Zuständigkeiten der Behörden.

Ein Marktstrukturgesetz kann zwar regulatorische Kategorien und Pflichten definieren, sorgt aber nicht automatisch für die Integration von Daten, den Ersatz manueller Workflows oder den Abgleich von Datensätzen über verschiedene Systeme hinweg.

Wo das Gesetz die Infrastruktur berührt

Dennoch enthält der Entwurf Bestimmungen, die für die operative Infrastruktur relevant sind. Abschnitt 305 würde es Brokern, Händlern, Transferstellen und Anlageberatern ermöglichen, Blockchain-Aufzeichnungen für bestehende Buchführungspflichten zu nutzen – vorbehaltlich einer SEC-Regelung, die innerhalb von 180 Tagen nach Inkrafttreten erfolgen muss.

Abschnitt 402 verpflichtet Futures-Händler dazu, digitale Kundenvermögenswerte bei qualifizierten Verwahrstellen zu halten. Die Zusammenfassung des Kongresses beschreibt zudem Anforderungen an die Buchführung und das Verbot der Vermischung von Kundenvermögen.

Diese Bestimmungen adressieren spezifische Fragen der Verwahrung und Buchführung, bieten jedoch keinen allgemeinen Rahmen zur Lösung der im AutoRek-Survey identifizierten Probleme bei der Datenintegration oder manuellen Prozessen.

Sollte der CLARITY Act verabschiedet werden, entstünde ein gesetzlicher Rahmen für digitale Rohstoffe und klare Zuständigkeiten für SEC und CFTC. Er würde Anforderungen an Verwahrung, Offenlegung und Marktintermediäre festlegen.

Er liefert jedoch kein detailliertes Betriebsmodell für die Probleme bei Datenintegration und Skalierbarkeit, über die Branchenführer klagen. Regulatorische Klarheit und operative Modernisierung können zwar Hand in Hand gehen, bleiben jedoch zwei getrennte Aufgabenbereiche.

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