Hyperliquid gerät wegen Lazarus-Transfers unter US-Druck
Wallets, die der nordkoreanischen Lazarus Group zugeschrieben werden, haben in den vergangenen drei Wochen mehr als 30 Millionen US-Dollar in Bitcoin über die dezentrale Derivateplattform Hyperliquid verkauft. Das geschieht ausgerechnet in einer Phase, in der die US-Regierung unter Donald Trump auslotet, wie sich Hyperliquid regulatorisch in den amerikanischen Markt einbinden lässt.
Lazarus-Wallets bewegen mehr als 30 Millionen US-Dollar
Von CoinDesk geprüfte Blockchain-Daten zeigen, dass mit der staatlich unterstützten Lazarus Group verknüpfte Wallets in den vergangenen drei Wochen Bitcoin im Wert von über 30 Millionen US-Dollar auf Hyperliquid verkauften. Die Auswertung stammt von der Analysefirma Arkham, die CoinDesk exklusiv Zugriff auf die Daten gewährte.
Die Verkaufserlöse wurden anschließend in Ether und Solana umgetauscht, die Gelder danach an die zentralisierten Börsen Kraken, LBank und KuCoin weitergeleitet. Die betroffenen Wallets waren bereits 2024 von einem Krypto-Ermittler namens ZachXBT identifiziert worden. Wer die Empfängerkonten bei den Börsen tatsächlich kontrolliert und ob diese Plattformen von der Herkunft der Gelder wussten, konnte CoinDesk nicht klären. Hyperliquid selbst reagierte bis zur Veröffentlichung nicht auf eine Anfrage.
Trump will Hyperliquid in die USA holen
Bei einer Veranstaltung im Weißen Haus erklärte Trump, CFTC-Chef Mike Selig arbeite an einem Weg, Hyperliquid „in vollständig konformer und legaler Form“ in die USA zu holen. Das passt zu seinem breiteren Kurs, die USA zum Zentrum der globalen Kryptoindustrie zu machen und bislang offshore tätige Unternehmen unter US-Aufsicht anzusiedeln – ein Vorhaben, das sich in ähnlicher Form auch bei anderen Krypto-Ansiedlungsplänen der Regierung zeigt.
Hyperliquid Labs mit Sitz in Singapur ist das zentrale Entwicklungsunternehmen hinter dem Netzwerk. Eine US-Ansiedlung müsste Regeln für Derivatebörsen, Kundenschutz und Marktüberwachung berücksichtigen – und dabei genau jene Sanktions- und Geldwäsche-Risiken adressieren, die der aktuelle Fall illustriert.
Hyperliquid ist der führende Markt für Perpetuals
Hyperliquid ist der dominierende dezentrale Handelsplatz für Perpetual Futures, Derivate ohne Verfallsdatum. Nutzer verbinden ihre Wallet direkt mit der Plattform, ohne ein klassisches Brokerage-Konto zu eröffnen oder klassische KYC-Prüfungen zu durchlaufen.

Das Wachstum ist beträchtlich: Laut DefiLlama-Daten hat Hyperliquid kumuliert mehr als 5 Billionen US-Dollar an Perpetual-Futures-Volumen abgewickelt und weist derzeit rund 13,3 Milliarden US-Dollar Open Interest auf. Allein in den vergangenen 30 Tagen kamen etwa 205 Milliarden US-Dollar Handelsvolumen zusammen. CME Group und ICE hatten US-Behörden bereits zuvor aufgefordert, Hyperliquid wegen möglicher Marktmanipulation und Sanktionsumgehung genauer zu prüfen.
Börsen verweisen auf Compliance, Herkunft bleibt ungeklärt
Kraken erklärte, sein Compliance-Programm überwache Onchain-Aktivitäten kontinuierlich und solle mit sanktionierten Wallets verbundene Vermögenswerte blockieren, bevor sie die Plattform erreichen. LBank verwies auf branchenübliche Monitoring-Tools, betonte aber, dass entsprechende Risiken plattform-, chain- und länderübergreifend seien und sich nicht allein von einer einzelnen Börse identifizieren ließen.

KuCoin teilte mit, die konkrete Wallet-Aktivität ohne Einsicht in die Rohdaten nicht verifizieren zu können, und wies darauf hin, dass öffentliche Onchain-Daten nicht alle Compliance-Maßnahmen sichtbar machen, die nach Eingang der Gelder auf einer Plattform ergriffen werden. Keine der Aussagen belegt, ob die genannten Börsen tatsächlich Kenntnis von der Herkunft der Gelder hatten.
US-Pläne treffen auf ein bestehendes Sanktionsrisiko
Die Aktivität der Lazarus Group könnte Hyperliquid zusätzlich unter regulatorischen Druck setzen, da sie potenziell gegen US-Sanktionsrecht verstößt. Nordkorea-verknüpfte Wallets waren bereits Ende 2024 auf der Plattform aufgefallen; die damalige Offenlegung löste an einem einzigen Tag Nettoabflüsse von rund 250 Millionen US-Dollar aus, wobei Hyperliquid erklärte, weder gehackt worden zu sein noch Nutzergelder verloren zu haben.
Der Vermögensverwalter Bitwise wies in einem Filing zu seinem HYPE-Produkt explizit darauf hin, dass Nutzer, die direkt mit der Blockchain interagieren, nicht zu KYC-, AML- oder Sanktionsprüfungen gezwungen werden können – ein Risiko, das genau in solchen Fällen sichtbar wird. Solange keine formelle US-Zulassung vorliegt, bleibt die Ansiedlung ein Vorhaben, während Fälle wie dieser zeigen, was Aufsichtsbehörden im Blick haben müssten. Wer sich mit den Ermittlungsmethoden hinter solchen Onchain-Analysen zu Wallet-Betreibern beschäftigt, erkennt schnell, wie datenintensiv diese Aufklärungsarbeit inzwischen geworden ist.
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