Jito greift Hyperliquid an: Kommt das Solana-Comeback?

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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

Zuletzt aktualisiert am: 

Solana zeigt heute wieder Lebenszeichen. Der SOL-Kurs steigt um rund 4,7 Prozent und notiert wieder über 70 US-Dollar. Dennoch bleibt das Bild angeschlagen: Vom Allzeithoch hat Solana im laufenden Bärenmarkt mehr als 70 Prozent verloren, Momentum war zuletzt kaum vorhanden. Genau deshalb richtet sich der Blick nun auf mögliche interne Katalysatoren. Einer davon ist Jito. Das Protokoll zählt zu den wichtigsten Infrastrukturprojekten im Solana-Ökosystem – und könnte mit JTX nun einen neuen Angriff auf den Perpetual-Futures-Markt starten.

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Was ist Jito? Solanas Infrastruktur-Schwergewicht wird zur Trading-Story

Jito ist eines der bekanntesten Solana-Protokolle und tief in der technischen Marktstruktur des Netzwerks verankert. Ursprünglich wurde Jito vor allem durch MEV-Infrastruktur und JitoSOL bekannt, also durch Liquid Staking und effizientere Blockproduktion. Die Idee dahinter: Transaktionen sollen besser geordnet, Ausführung verbessert und Wert im Netzwerk effizienter verteilt werden.

Besonders wichtig ist dabei BAM, der „Block Assembly Marketplace“. Dieses System soll die Art verbessern, wie Solana-Blöcke gebaut und Transaktionen sequenziert werden. Ziel sind mehr Transparenz, bessere Verifizierbarkeit und weniger schädliches MEV. Genau das ist für professionelle Trading-Anwendungen entscheidend, weil Perps, Orderbücher und Hochfrequenz-Strategien extrem empfindlich auf Ausführung, Latenz und Reihenfolge reagieren.

Damit wird Jito aktuell spannender als ein reines Infrastrukturprojekt. Denn mit JTX entsteht eine eigene Trading-Plattform auf Solana. JTX soll selbstverwahrtes Trading ermöglichen, aber mit einer Nutzererfahrung, die eher an zentrale Börsen erinnert: schnelle Ausführung, professionelle Charts, Stop-Loss-Orders und perspektivisch weitere Produkte.

JTX greift Hyperliquid an: Warum Solana dafür wie gemacht scheint

Der eigentliche Fantasie-Treiber liegt im Perpetual-Futures-Markt. Hyperliquid hat gezeigt, wie groß die Nachfrage nach schnellen, onchain-nahen Trading-Plattformen ist. JTX will genau hier ansetzen: zunächst mit Spot-Trading, später mit Perpetual Futures und Prediction Markets. Laut Berichten soll die Perps-Integration über Phoenix erfolgen, eine Solana-basierte Exchange-Infrastruktur.

Das Setup passt zu Solana. Das Netzwerk ist auf hohe Geschwindigkeit, niedrige Gebühren und aktive Retail-Trader ausgelegt. Während Ethereum-L2s oft fragmentiert wirken und zentrale Börsen Verwahrungsrisiken mitbringen, könnte Solana eine einheitliche Trading-Umgebung bieten: Wallet, Spot, Perps, Märkte und Apps in einem Ökosystem.

Jito-Chef Lucas Bruder beschreibt JTX entsprechend als Plattform für „pro retail“ und „prosumer“ Trader. Genau diese Zielgruppe ist spannend: Nutzer, die mehr wollen als einfache Swaps, aber nicht dauerhaft auf zentralen Börsen handeln möchten. Sollte JTX hier wirklich eine professionelle Perps-Erfahrung liefern, wäre das nicht nur für Jito relevant, sondern auch für Solana selbst. Denn ein starker Perps-Hub könnte Liquidität, Gebühren, Aktivität und Narrativ zurückbringen – genau das, was SOL im Bärenmarkt dringend braucht.

Jito kämpft mit rückläufigen Fundamentaldaten

Trotz der neuen Fantasie rund um JTX und den Angriff auf den Perpetual-Futures-Markt zeigen die aktuellen On-Chain-Daten von Jito noch kein überzeugendes Comeback. Sowohl beim Total Value Locked (TVL) als auch bei den Gebühren verlief die Entwicklung in den vergangenen Monaten klar rückläufig. Während das TVL zeitweise deutlich über 3 Milliarden US-Dollar lag, fiel dieser Wert zuletzt auf rund 700 Millionen US-Dollar zurück. Das entspricht einem Rückgang von mehr als 75 Prozent gegenüber den Hochpunkten der vergangenen Marktphase.

Auch die generierten Gebühren entwickelten sich enttäuschend. Nach den extrem starken Phasen Ende 2024 und Anfang 2025, als zeitweise monatliche Gebühren im zweistelligen Millionenbereich erzielt wurden, brach die Aktivität deutlich ein. Das geringere Handelsvolumen, die schwächere Netzwerkaktivität auf Solana sowie das Ende des Memecoin-Hypes hinterließen deutliche Spuren.

Genau deshalb setzt der Markt nun große Hoffnungen auf JTX. Die neue Trading-Plattform könnte Jito von einem reinen Infrastruktur- und Staking-Protokoll zu einem deutlich breiter aufgestellten Finanzökosystem entwickeln. Sollte es gelingen, relevante Marktanteile im lukrativen Perpetual-Futures-Segment zu gewinnen, könnten sowohl die Gebühreneinnahmen als auch die Kapitalzuflüsse wieder anziehen. Aktuell spiegeln die Fundamentaldaten diese Vision allerdings noch nicht wider. Die jüngste Story basiert daher vor allem auf Zukunftsfantasie und weniger auf bereits sichtbaren Verbesserungen bei den Kernkennzahlen.

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