Hyperliquid vs. Pump.fun: Sind Token-Buybacks überbewertet?

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März 2026
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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

Zuletzt aktualisiert am: 

Token-Buybacks gelten im Kryptomarkt zunehmend als potenzielle Kurstreiber, weil Projekte mit laufenden Einnahmen eigene Token am Markt zurückkaufen. Dadurch entsteht zusätzliche Nachfrage, während verbrannte oder dauerhaft gebundene Token zugleich das verfügbare Angebot reduzieren können.

Investoren achten deshalb stärker darauf, ob Protokollumsätze tatsächlich beim Token ankommen. Besonders in schwächeren Marktphasen werden nachvollziehbare Rückkaufprogramme höher bewertet, da sie einen direkten Zusammenhang zwischen Plattformnutzung und Token-Nachfrage herstellen.

Hyperliquid und Pump.fun gehören zu den bekanntesten Beispielen: Beide Plattformen erwirtschaften hohe Gebühren und verwenden Teile davon für regelmäßige Rückkäufe. Dennoch unterscheiden sich ihre Tokenbewertungen erheblich, was zeigt, dass Buybacks allein offenbar nicht entscheidend sind langfristig.

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Vertrauen ist wichtiger als der eigentliche Buyback

Der Analyst vertritt die These, dass Token-Rückkäufe isoliert betrachtet keinen ausreichenden Erklärungsansatz für hohe Bewertungen liefern. Als Beispiel stellt er Hyperliquid und Pump.fun gegenüber. Nach seiner Berechnung erzielt Hyperliquid hochgerechnet rund 800 Millionen US-Dollar Jahresumsatz, während Pump.fun auf etwa 440 Millionen US-Dollar kommt. Zugleich werde HYPE mit einer vollständig verwässerten Bewertung von ungefähr 65 Milliarden US-Dollar gehandelt, PUMP dagegen lediglich mit rund 1,4 Milliarden US-Dollar. Die aktuelle Größenordnung der Plattformdaten schwankt allerdings: DefiLlama weist für Hyperliquid derzeit rund 816 Millionen US-Dollar annualisierten Umsatz und für Pump.fun etwa 321 Millionen US-Dollar aus.

Da beide Projekte regelmäßig eigene Token zurückkaufen, könne die enorme Bewertungsdifferenz nach Ansicht des Analysten nicht allein durch Umsätze oder Buybacks erklärt werden. Entscheidend sei vielmehr eine Art Vertrauensprämie. Hyperliquid habe sich diese durch konsequente Produktentwicklung, zurückhaltende Kommunikation und eine starke Ausrichtung auf die tatsächlichen Nutzer aufgebaut.

Das Team habe kaum übertriebene Versprechen abgegeben, kontinuierlich geliefert und frühe Nutzer anhand nachvollziehbarer Kriterien belohnt. Dadurch vertraue die Community sowohl der Ausführung als auch der langfristigen Interessenangleichung. Hinzu kommt ein besonders direkter Wertmechanismus: Ein sehr großer Anteil der Protokollgebühren fließt über den Assistance Fund in fortlaufende HYPE-Käufe.

Bei Pump.fun falle die Wahrnehmung laut der These anders aus. Obwohl das Unternehmen kumuliert mehr als eine Milliarde US-Dollar Umsatz erzielt habe und ebenfalls umfangreiche Rückkäufe beziehungsweise Verbrennungen durchführt, fehle eine vergleichbare soziale Bindung. Als Belastungsfaktor nennt der Analyst insbesondere einen angekündigten, bislang nicht erfüllten Airdrop. Dadurch könnten Nutzer den wirtschaftlichen Erfolg der Plattform weniger stark als gemeinsamen Erfolg von Unternehmen, Token und Community wahrnehmen. Pump.fun hat inzwischen 50 Prozent seiner Nettoeinnahmen für programmatische Rückkäufe und Tokenverbrennungen vorgesehen.

Sollte Pump.fun seine Kommunikation verbessern, frühere Zusagen erfüllen und Kernnutzer stärker beteiligen, hält der Analyst deshalb eine deutliche Neubewertung für möglich. Seine Prognose eines zehn- bis fünfzehnfach höheren Tokenpreises bleibt jedoch eine spekulative Einschätzung. Der übergeordnete Punkt lautet: Umsatz schafft fundamentalen Wert, doch Vertrauen, Aufmerksamkeit und kulturelle Bedeutung bestimmen, welchen Multiplikator der Markt darauf anwendet.

Darum wirkt Hyperliquid besonders spannend

Gerade Hyperliquid hebt sich ab, weil der Buyback nicht nur angekündigt, sondern eng mit dem operativen Geschäft verknüpft ist. Ein sehr großer Teil der Plattformgebühren fließt in den Assistance Fund, der HYPE regelmäßig am offenen Markt zurückkauft. Dadurch entsteht eine dauerhafte, umsatzabhängige Nachfrage nach dem Token. Citrini Research zufolge entfielen 2025 nach einzelnen Berechnungen nahezu 50 Prozent sämtlicher Krypto-Token-Rückkäufe auf Hyperliquid. Seit Januar 2025 sollen bereits HYPE-Token im Wert von mehr als zwei Milliarden US-Dollar erworben worden sein.

Gleichzeitig erzielt die Plattform weiterhin hohe reale Einnahmen: DefiLlama weist aktuell einen annualisierten Umsatz von rund 830 Millionen US-Dollar aus. Spannend ist zudem die Kombination aus starkem Produkt, hoher Handelsaktivität und klarer Wertweitergabe an den Token. Damit basiert die Nachfrage nicht ausschließlich auf Spekulation, sondern teilweise auf messbaren Cashflows. Risiken bleiben dennoch bestehen, insbesondere durch sinkende Handelsvolumina, wachsenden Wettbewerb und die bereits anspruchsvolle Bewertung von HYPE.

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