Coldcard-Nutzer müssen Seeds nach Wallet-Angriff neu erstellen
Coinkite, das kanadische Unternehmen hinter der Hardware-Wallet Coldcard, hat neue Firmware ausgeliefert, nachdem Angreifer über eine Schwachstelle mehr als 114 Millionen US-Dollar von Bitcoin-Haltern abgezogen hatten. Betroffene Nutzer müssen jetzt zwingend neue Seeds generieren und ihre Guthaben auf frische Wallets umziehen, denn das Update allein macht bereits kompromittierte Wallets nicht sicher.
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Was das Update konkret ändert
Besitzer von Mk4- und Mk5-Geräten sollen laut Coinkite ausschließlich Version 5.6.1 von der offiziellen Download-Seite installieren. Nutzer des neueren Q-Modells sollen die Version 1.5.1Q installieren. Eine öffentliche Statusseite listet zusätzlich auf, welche Versionen bereits behoben sind und welche Migrationsschritte notwendig bleiben.

Kern des Updates ist ein neues Verfahren zur Seed-Generierung: Wer künftig eine Coldcard einrichtet, muss selbst Zufälligkeit beisteuern – wahlweise über 65 Tastendrücke in unvorhersehbaren Abständen, 50 Würfe eines sechsseitigen Würfels oder 128 Münzwürfe. Diese physische Zufälligkeit lässt sich von keiner Software vorhersagen, während genau die geräteinterne Zufallserzeugung ursprünglich die Schwachstelle war.
Der Fehler und seine Reichweite
Jeder Seed beziehungsweise Master-Schlüssel, der zwischen 2021 und Juli 2026 auf betroffener Firmware erzeugt wurde, gilt als potenziell kompromittiert. Coinkite rät Eigentümern in diesem Zeitraum ausdrücklich dazu, unabhängig vom Update eine neue Wallet zu generieren und ihre Coins zu transferieren, da der Fehler selbst durch das Firmware-Update rückwirkend nicht geheilt wird.
Zusätzlich hat Coinkite den bisherigen Backup-Zufallszahlengenerator Yasmarang komplett ersetzt – durch einen auf SHA-256 basierenden Algorithmus, also derselben Hash-Funktion, die auch Bitcoin selbst nutzt. Das Gerät prüft künftig zudem eine Transaktion unmittelbar vor der Signatur erneut, sodass ein am USB-Anschluss kompromittierter Computer eine bereits genehmigte Zahlung nicht mehr nachträglich verändern kann. Signaturmodi, die Transaktionsteile nach der Unterzeichnung editierbar ließen, sind nun standardmäßig blockiert.
KI als Werkzeug der Fehlersuche
Coinkite gibt an, dass die dreiwöchige Überprüfung KI-gestützt erfolgte und nennt das Modell Kimi sowie weitere fortschrittliche Systeme als Werkzeuge, die nicht nur den ursprünglichen Zufallsfehler, sondern das gesamte System untersuchten. Diese Analyse deckte laut Unternehmen zusätzliche Probleme auf, die nichts mit dem eigentlichen Auslöser zu tun hatten – etwa bei der Transaktionsfreigabe, der USB-Datenverarbeitung und der Validierung von Firmware-Updates.

Damit reiht sich Coldcard nach eigenen Angaben in eine Serie von mittlerweile fünf Bitcoin- beziehungsweise Krypto-Unternehmen ein, die innerhalb von drei Wochen öffentlich erklärt haben, dass KI ihre Sicherheitsarbeit verändert. Die Strafverfolgungsbehörden ermitteln laut Coinkite weiterhin in den Diebstählen und arbeiten an der Identifikation der Verantwortlichen; das Unternehmen erklärt, weiterhin für Unterstützung zur Verfügung zu stehen.
Einordnung für Hardware-Wallet-Nutzer
Der Vorfall zeigt, wie stark die Sicherheit von Self-Custody-Lösungen von der Qualität der geräteinternen Zufallszahlengenerierung abhängt – ein Detail, das für die meisten Nutzer bislang unsichtbar blieb. Wer eine betroffene Coldcard besitzt, sollte die Migration nicht aufschieben, denn die reine Installation der neuen Firmware schützt bereits erzeugte, potenziell kompromittierte Seeds nicht rückwirkend.
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Quelle: CoinDesk
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