CFTC prüft Kandidaten für vier vakante Sitze
Das Weiße Haus hat laut einem Bericht von CNBC Kandidaten für alle vier vakanten Sitze der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) geprüft. Zwei dieser Sitze gehören traditionell demokratischen Vertretern, aktuell stimmt jedoch allein Vorsitzender Michael Selig ab. Eine Neubesetzung könnte die Zuständigkeiten und die Regelsetzung für Kryptomärkte in den USA verändern – vollzogen ist diese Umstrukturierung bislang nicht.
Vier vakante Sitze, ein einziger Kommissar
Der Commodity Exchange Act sieht fünf Kommissare mit versetzten fünfjährigen Amtszeiten vor. Jeder Kandidat muss vom Senat bestätigt werden, der Präsident bestimmt den Vorsitz, und Bewerber müssen nachweisbare Kenntnisse im Terminhandel oder bei physisch gehandelten Rohstoffen mitbringen – eine Vorgabe, die es schon Jahrzehnte vor dem Aufkommen von Krypto gab.

Wichtig dabei: Das Gesetz kennt eine Obergrenze, aber keinen Mindestwert. Nicht mehr als drei der fünf Kommissare dürfen derselben Partei angehören, was einen vierten Republikaner ausschließt – eine Pflicht zur Besetzung der beiden demokratischen Sitze existiert dagegen nicht.
Von der vollständigen Kommission zur Alleinentscheidung
Von April 2022 bis Februar 2025 waren alle fünf Sitze besetzt: Rostin Behnam (Vorsitz), Kristin Johnson und Christy Goldsmith Romero bildeten die demokratische Mehrheit, während Summer Mersinger und Caroline Pham die republikanischen Sitze hielten. Behnam forderte durchgehend mehr Befugnisse für digitale Rohstoffe, während Johnson und Goldsmith Romero sich besonders für Kundengeld- und Retail-Schutz einsetzten.
Mersinger und Goldsmith Romero schieden am selben Tag aus, Johnson folgte im September, Pham blieb bis Dezember. In ihren letzten Monaten als alleinige Kommissarin traf Pham mehr politische Entscheidungen zu Krypto als in den drei Jahren zuvor: Sie genehmigte eine Empfehlung zum Offshore-Zugang bei Börsen, schlug Stablecoins als Derivate-Sicherheit vor und initiierte ein Pilotprojekt für Bitcoin- und Ether-Absicherungen. Selig behielt diese Maßnahmen bei und verteidigt die Regelsetzung seither als alleiniger Kommissar – ein Kontext, der auch bei der jüngsten Entscheidung der CFTC zu Krypto-Perpetual-Futures sichtbar wird.
CLARITY Act als eigentlicher Verhandlungspunkt
Der eigentliche Streitpunkt wird kaum offen kommuniziert: Ein vollständig besetztes Gremium gilt als Preis, den Senatsdemokraten für das CLARITY-Gesetz verlangen könnten. Dieses Gesetz soll die Aufsicht über digitale Vermögenswerte zwischen CFTC und SEC aufteilen – die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung vor der Verfahrensabstimmung am 15. September galt zuletzt als gering, wie auch die Verzögerungen im Abstimmungskalender des Repräsentantenhauses zeigen.

Ein am Gesetzentwurf beteiligter Republikaner sagte gegenüber CNBC sinngemäß, das Weiße Haus werde die Sitze wahrscheinlich nicht besetzen, falls das CLARITY-Gesetz scheitert. Ein verabschiedetes Gesetz würde die CFTC dauerhaft stärker binden als jede Richtlinie eines einzelnen Vorsitzenden.
Was die Krypto-Branche erwartet
Aus Branchensicht ergibt sich ein rechnerisch gewünschtes Ergebnis: Selig plus zwei Republikaner ergeben eine Mehrheit, während zwei gemäßigte Vertreter die Minderheitensitze übernehmen. Zwei demokratische Kommissare könnten diese Mehrheit zwar nicht überstimmen, aber Kosten-Nutzen-Analysen einfordern, Stellungnahmefristen verlängern oder Genehmigungen für Perpetuals und Margin-Produkte verzögern.
Der Unterschied zur Biden-Ära ist dabei institutionell verankert: Dessen Anordnung von 2022 behandelte digitale Vermögenswerte primär als Risiko, das gemanagt werden müsse. Trumps Anordnung vom Januar 2025 fordert dagegen von US-Behörden eine führende Rolle bei der Technologie – die Frage, ob und wie die CFTC künftig neu zusammengesetzt wird, bleibt an den weiteren Verlauf des CLARITY Act gekoppelt.
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