2.000 Bitcoin versehentlich verschenkt: Kryptobörse unter Druck
Am Kryptomarkt herrscht derzeit Ausnahmezustand. Nachdem Bitcoin gestern kurzfristig bis auf 60.000 Dollar abgestürzt ist, folgte nur wenige Stunden später eine ebenso überraschende Erholung auf rund 70.000 Dollar. Inmitten dieser extremen Volatilität wurde bekannt, dass ein folgenschwerer Fehler bei der südkoreanischen Kryptobörse Bithumb das ohnehin fragile Marktumfeld zusätzlich belastet hat.
Ein simpler Fehler mit enormer Wirkung
Auslöser des Vorfalls war eine interne Auszahlung von Nutzerbelohnungen. Ein Mitarbeiter der Börse sollte kleine Prämien im Gegenwert von umgerechnet rund 1,50 Dollar an zahlreiche Kunden ausschütten. Statt der vorgesehenen Landeswährung wurde jedoch versehentlich Bitcoin als Auszahlungswährung eingetragen. In der Folge erschienen bei Hunderten von Nutzern plötzlich jeweils 2.000 Bitcoin auf dem Kontostand.
Rechnerisch entsprach dies einem Betrag von rund 130 Millionen Dollar an vermeintlichem Bitcoin Vermögen. Tatsächlich handelte es sich jedoch nicht um echte Coins. Es wurde kein einziger Bitcoin auf der Blockchain bewegt. Die fehlerhaften Beträge existierten ausschließlich innerhalb der internen Datenbank der Börse.
Interne Buchung statt echter Coins
Der Vorfall zeigt ein grundlegendes Missverständnis vieler Krypto Nutzer auf. Ein angezeigter Kontostand auf einer Börse bedeutet nicht automatisch, dass die entsprechenden Coins tatsächlich onchain existieren oder dem Nutzer gehören. In diesem Fall spiegelte die interne Buchhaltung von Bithumb Bitcoin Guthaben wider, während die Blockchain selbst keinerlei Bewegung verzeichnete.
Trotzdem versuchten zahlreiche Nutzer sofort, die vermeintlich erhaltenen Bitcoins zu verkaufen oder abzuheben. Dies führte zu massivem Verkaufsdruck innerhalb der Plattform. Der Bitcoin Preis auf Bithumb fiel zeitweise um mehr als zehn Prozent unter das Niveau anderer internationaler Börsen. Während der restliche Markt bereits erste Erholungstendenzen zeigte, herrschte auf der betroffenen Plattform pures Chaos.
Marktverzerrung durch interne Fehler
Der Vorfall verdeutlicht, wie sensibel Kryptomärkte auf technische Fehler reagieren können. Obwohl keine realen Bitcoins im Umlauf waren, reichte die interne Buchung aus, um kurzfristig massive Preisverzerrungen zu verursachen. Für Marktbeobachter ist dies ein weiteres Beispiel dafür, wie stark zentrale Handelsplätze den Kurs beeinflussen können, selbst wenn fundamentale Daten unverändert bleiben.
Gleichzeitig fällt der Vorfall in eine Phase ohnehin erhöhter Unsicherheit. Die starken Kursbewegungen der vergangenen Tage, gepaart mit hohen Abflüssen aus Bitcoin ETFs, haben das Vertrauen vieler Anleger erschüttert. Fehler wie dieser verstärken die Nervosität zusätzlich.
Fazit
Der jüngste Kurssturz und die schnelle Erholung von Bitcoin zeigen, wie angespannt die Lage am Kryptomarkt derzeit ist. Der Vorfall bei Bithumb macht deutlich, dass nicht nur makroökonomische Faktoren, sondern auch menschliche Fehler erhebliche Auswirkungen haben können. Für Anleger bleibt die Erkenntnis, dass echte Besitzverhältnisse in der Kryptowelt nur dort bestehen, wo Coins tatsächlich onchain gehalten werden. In einem zunehmend volatilen Marktumfeld könnte genau dieser Aspekt künftig an Bedeutung gewinnen.