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Wie Wall Street den Bitcoin-Optionsmarkt übernahm

Bitcoin ist kein Außenseiter mehr, sagt OKX-Präsident Hong Fang. Es verhält sich inzwischen vielmehr wie ein Makro-Indikator – den Händler nutzen, um ihre Ansichten zu Wachstum, Risikobereitschaft und Volatilität auszudrücken.

Von Hong Fang|Bearbeitet von Cheyenne Ligon
Aktualisiert 20. Jan. 2026, 6:55 p.m. Veröffentlicht 20. Jan. 2026, 3:00 p.m. Übersetzt von KI
Credit: quietbits / Shutterstock.com

Bitcoin beginnt, sich weniger wie eine spekulative Neuheit und mehr wie ein ausgereifter Finanzwert zu verhalten. Das deutlichste Signal dafür ist, wie institutionelle Investoren wählen, sich zu engagieren.

An den institutionellen Handelsplätzen wird Bitcoin heute zunehmend in die gleiche Kategorie wie wachstumsstarke Technologiewerte und spekulative Rohstoffe wie Öl und Kupfer eingeordnet. Wenn sich die Risikobereitschaft ändert und die makroökonomischen Bedingungen verschieben, werden diese Vermögenswerte häufig gemeinsam angepasst. Bitcoin ist kein Ausreißer mehr; es verhält sich inzwischen eher wie ein makroökonomischer Proxy – den Händler nutzen, um ihre Ansichten zu Wachstum, Risikobereitschaft und Volatilität zum Ausdruck zu bringen.

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Bemerkenswert ist, wie diese Anpassung erfolgt. Der stärkste Beleg für die Reifung von Bitcoin findet sich nicht im Kassamarkt, sondern in den Derivaten. Anstatt Bitcoin einfach direkt zu kaufen oder zu verkaufen, nutzen Institutionen zunehmend Optionen, um ihre Ansichten über den Preis und die Volatilität von Bitcoin auszudrücken. Dieses vertraute Muster haben wir bereits zuvor gesehen. Aktien, Rohstoffe und Devisen entwickelten sich alle von einem rein richtungsorientierten Kassahandel zu Märkten, die von strukturierten Strategien zur Steuerung von Volatilität und makroökonomischem Risiko dominiert werden. Bitcoin hat diesen Bereich nun endlich betreten.

Bitcoin wird nun als Risiko gehandelt

Mit dem Wachstum der Bitcoin-Optionsmärkte hat das Hedging rund um wichtige Kursniveaus begonnen, die Spotpreise zu beeinflussen. Gleichzeitig hat sich das Volatilitätsprofil von Bitcoin weiterentwickelt. Die Volatilität bei längerfristigen Laufzeiten hat sich mit zunehmender institutioneller Beteiligung abgeschwächt, und große Positionen werden dank engerer Spreads, tieferer Liquidität und konsistenterer Zwei-Wege-Märkte mit weniger Störungen absorbiert. Diese Stabilität ist kein Zufall — sie spiegelt den Aufstieg institutioneller Strategien wie Basisgeschäfte, gedeckte Optionen und strukturierte Absicherungen wider, die auf Skaleneffekten, effizienter Marginierung und zuverlässigen Gegenparteien basieren.

An den wichtigsten Handelsplätzen für Krypto-Derivate machen diese Strategien einen wachsenden Anteil der Aktivitäten aus, was zeigt, dass Bitcoin zunehmend nicht mehr als spekulativer Ausreißer, sondern als Risikoinstrument innerhalb diversifizierter Portfolios gehandelt wird. OKX ist ein Beispiel: Seit Januar 2024 hat sich das Optionsvolumen an der Börse um mehr als 85 % erhöht, was das Tempo dieses Wandels unterstreicht.

Was dies für die Marktstruktur bedeutet

Aus unserer Perspektive bei OKX entwickelt sich durch diesen Wandel die Definition von Erfolg für Börsen und Handelsplätze weiter. Wachstum wird nicht mehr nur anhand von Spot-Volumina oder Retail-Anmeldungen gemessen, sondern durch die Fähigkeit, Risikomärkte zu unterstützen: tiefe Optionsliquidität, institutionelle Margining-Standards, robuste Risikokontrollen und Tools, die es Händlern ermöglichen, strukturierte Positionen in Bitcoin und anderen digitalen Vermögenswerten in großem Umfang aufzubauen und zu verwalten.

Es erscheint zunehmend plausibel, dass die Handelsvolumina von regulierten, börsengehandelten Krypto-Derivaten wie ETF-gebundenen Optionen und Futures mit den Spotvolumina großer globaler Börsen konkurrieren oder diese übertreffen werden. Da die Derivateaktivitäten auf wichtigen Handelsplätzen weiter zunehmen, würde die Volatilitätsbewertung in den regulierten US-Märkten zu einem noch wichtigeren Anker für die weltweite Bitcoin-Preisfindung werden, wodurch der Einfluss, den regulierte Futures heute bereits ausüben, verstärkt und möglicherweise ausgeweitet wird.

Die Mechanismen des Volatilitätshandels, das Gamma-Management – die ständigen Hedge-Anpassungen, die Optionshändler vornehmen, wenn sich Preise bewegen – und strukturierte Strategien existieren im Krypto-Bereich bereits seit Jahren. Neu ist jedoch das Ausmaß an Kapital, das nun durch vertraute, regulierte Vehikel einfließt. Diese Konvergenz zwischen on-chain Marktinfrastruktur und traditionellem Finanzwesen zeigt die Reife von Bitcoin und weist auf die Richtung hin, in die sich die Finanzmärkte weiterhin entwickeln werden – onchain.

Ein neues Handlungskonzept für die Bitcoin-Märkte

Für Marktteilnehmer sind die Implikationen klar. Zu verstehen, wo das offene Interesse an Optionen konzentriert ist, wann wichtige Verfallstermine anstehen und wie die Positionierung der Händler Kursbewegungen abschwächen oder verstärken kann, ist heute ebenso wichtig wie die Beobachtung von On-Chain-Kennzahlen oder makroökonomischen Schlagzeilen.

Die Kernmerkmale von Bitcoin haben sich nicht geändert, wohl aber die Art und Weise, wie institutionelle Investoren damit interagieren. In der nächsten Phase der Bitcoin-Entwicklung werden diejenigen, die sowohl die Marktdynamik als auch die On-Chain-Aktivitäten verstehen, einen entscheidenden Vorteil haben.

Hinweis: Die in dieser Kolumne geäußerten Ansichten sind die des Autors und spiegeln nicht unbedingt die von CoinDesk, Inc. oder deren Eigentümern und Partnern wider.

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