Wall Street setzt verstärkt auf Krypto

Auf der Blockchain wird es nie langweilig. Das müssen Sie diese Woche wissen:
Kryptokurse steigen leicht an. Außerdem: erster Avalanche-ETF in den USA aufgelegt.
Wall Street setzt verstärkt auf Krypto. Von Tokenisierung zum Trading: Warum große Unternehmen ständig neue Kryptoprodukte auf den Markt bringen.
Marktkapitalisierung von Stablecoins erreicht neues Allzeithoch. Und weitere wichtige Zahlen aus dem Kryptoversum.
MARKT-BYTES
Kryptokurse legen leicht zu, bleiben aber hinter Rekordmärkten für Aktien und Edelmetalle zurück
In dieser Woche sind die Kryptokurse langsam wieder gestiegen: BTC kletterte von Sonntag bis Mittwoch von rund 86.500 USD auf 92.000 USD und ETH legte von rund 2.800 USD auf 3.000 USD zu. Auch verschiedene Altcoins konnten im gleichen Zeitraum Kursgewinne verzeichnen.
Wie kam es zu diesen Zuwächsen? „Ein schwächerer US-Dollar und rekordverdächtige Zahlen auf den globalen Aktienmärkten, angeführt von Technologieaktien und KI-Optimismus, haben risikoreiche Anlagen gestützt, wobei Krypto jedoch hinter Edelmetallen wie Gold und Silber zurückgeblieben ist“, berichtet CoinDesk.
Makroökonomisch interessant war die Tatsache, dass die US-Notenbank die Zinssätze diese Woche unverändert ließ, nachdem sie diese während ihrer letzten Sitzungen dreimal gesenkt hatte. Als Grund für die Entscheidung nannte sie das „solide“ Wirtschaftswachstum, einen Arbeitsmarkt, der „Anzeichen einer Stabilisierung“ zeige, sowie eine „leicht erhöhte Inflation“.
Die Märkte hatten diesen Schritt erwartet und blieben nach der Ankündigung relativ stabil. Analysten von Goldman Sachs gehen davon aus, dass die Zentralbank die Zinsen 2026 voraussichtlich noch zwei Mal senken wird.
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Prognosemärkte als wichtiger Anwendungsfall für Krypto sehr gefragt
Kryptokurse sind im Moment weit von ihren Allzeithochs im letzten Jahr entfernt, doch kryptobasierte Prognosemärkte wie Polymarket haben sich zu einem wichtigen Anwendungsfall für die Blockchain-Technologie entwickelt.
Auf Apps wie Polymarket und Kalshi können Nutzer auf eine große Vielfalt an Ereignissen wetten. Zu den Top-Prognosen auf Kalshi gehören derzeit mögliche Oscar-Gewinner, der Bitcoin-Kurs Ende Januar und wer zum wertvollsten Spieler der NFL gekürt wird. (Polymarket ist Anfang Januar nach fast drei Jahren wieder in den US-Markt zurückgekehrt.)
Prognosemärkte haben in letzter Zeit einen schwindelerregenden Aufstieg erlebt: Das wöchentliche Nominalvolumen auf Polymarket, Kalshi und anderen Plattformen stieg laut Bloomberg von 500 Mio. USD im Juni auf fast 6 Mrd. USD in diesem Monat.
Große Krypto-Unternehmen, so auch Coinbase, bieten verstärkt Prognosen-Trading als Teil ihrer zentralen Angebote an. Coinbase habe bei seinen Kunden „eine enorme Begeisterung“ festgestellt, da diese sich eine Plattform wünschen, wo sie „alles“ traden können, erklärte Max Branzburg, Leiter der Abteilung für Privat- und Geschäftskundenprodukte bei Coinbase, gegenüber Bloomberg.
Anpfiff... Am Dienstag gab die nordamerikanische Fußballliga MLS eine mehrjährige Partnerschaft mit Polymarket bekannt. Laut ESPN haben Zuschauer somit Zugang zu „Echtzeit-Marktaktivitäten und können Prognosen zum voraussichtlichen Sieger [eines Spiels ]oder zum zukünftigen MLS-Meister traden.“
Erster Avalanche-ETF in den USA aufgelegt
Am Montag hat der Vermögensverwalter VanEck einen neuen Spot-ETF für die mit Smart Contracts kompatible Kryptowährung Avalanche (AVAX) auf den Markt gebracht.
Der unter dem Tickersymbol VAVX getradete Fonds lag am Dienstag bei Marktschluss fast 4 % im Plus. Der Fonds bietet Inhabern auch Staking Rewards.
„Unserer Meinung nach ist Avalanche neben Ethereum und Solana eine der wenigen Smart-Contract-Plattformen, die dazu in der Lage sein werden, den Protokolldurchsatz (und im Falle von Avalanche auch die Anpassungsmöglichkeiten) zu bieten, die Institutionen im Zuge der zunehmenden Tokenisierung benötigen werden“, erklärte Kyle DaCruz, Director of Digital Assets Product bei VanEck, gegenüber Decrypt.
Neues aus Asien … Japan plant Berichten zufolge ab 2028 die schrittweise Zulassung von Krypto-ETFs. Und Südkorea arbeitet laut The Block daran, „schon in diesem Quartal einen Rahmen für solche ETFs zu schaffen“.
Wie eine afghanische Stablecoin-Plattform humanitäre Hilfe verändert
In den kriegsgebeutelten und von Armut geprägten Regionen der Welt hat sich Krypto zu einem unentbehrlichen Werkzeug in der humanitären Hilfe entwickelt. Die afghanische Plattform HesabPay, die auch mit Organisationen wie dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen und dem Mercy Corps zusammenarbeitet, bietet auf Stablecoins basierende Zahlungsnetzwerke zur Unterstützung von Zehntausenden von Familien in Afghanistan und Syrien an.
In Afghanistan wickelt HesabPay über die mehr als 650.000 registrierten Wallets monatlich Stablecoin-Transaktionen im Wert von rund 60 Mio. USD ab. Zusätzlich zu Syrien will die Plattform auch bald in Haiti und Sudan aktiv werden.
„In Syrien kann es überaus kompliziert sein, an Geld aus dem Ausland zu kommen“, berichtet die New York Times. „Bargeld ist knapp, internationale Banken meiden das Land und Geldtransferunternehmen wie Western Union verlangen teilweise Überweisungsgebühren von bis zu 10 Prozent. Mit HesabPay können Organisationen wie Mercy Corps diese Hürden umgehen.“
HesabPay wurde von dem afghanisch-amerikanischen Unternehmer Sanzar Kakar gegründet, der den wichtigsten Lohnabrechnungsdienstleister Afghanistans leitete, bis jahrelange Konflikte und internationale Sanktionen zum Zusammenbruch der afghanischen Zentralbank führten. „Er entwickelte HesabPay, dessen Name sich von dem einheimischen Wort für ‚Konto‘ ableitet, als handybasierte App ,die Sofortüberweisungen von einer digitalen Geldbörse zur anderen ermöglichte und dabei Banken und die Taliban-Regierung umging“, berichtet die NY Times.
Betrugsbekämpfung … Blockchain-basierte Zahlungen sind hochgradig transparent, da der virtuelle Ledger genau aufzeigt, wie viel gesendet wurde, wer die Zahlung erhalten hat und wofür sie ausgegeben wurde. „Im Vergleich dazu, wie Entwicklungshilfe bisher übermittelt wurde, bietet diese Art fast nur Vorteile“, so Ric Shreves, Präsident der Stiftung für dezentrale Zusammenarbeit DCF.
WHALE STREET
Trotz sinkender Kurse setzen die größten Finanzinstitute weiterhin auf Krypto
Auch wenn die Kryptomärkte gerade eine Erholungsphase durchlaufen, scheint der derzeitige Abwärtstrend Institutionen wie Banken, Hedgefonds und Investmentfirmen in keinster Weise abgeschreckt zu haben.
Laut einem neuen Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC hat die institutionelle Akzeptanz von Krypto „den Punkt der Unumkehrbarkeit überschritten“. Große Unternehmen an der Wall Street und anderswo investieren massiv in Onchain-Abwicklung, Stablecoins und Compliance-Infrastruktur.
Nach jahrelangen Pilotprojekten und Experimenten setzen diese Unternehmen nun verstärkt auf mehrjährige Projekte, die auf zentrale Geschäftsprozesse abzielen, so der Bericht.
Darüber hinaus gaben in einer neuen Umfrage von Coinbase mehr als 70 % der institutionellen Anleger an, dass Bitcoin derzeit „unterbewertet“ sei, und 80 % würden ihre Kryptobestände beibehalten oder sogar erhöhen, wenn die Märkte um 10 % fallen würden.
Wie sieht es derzeit mit der institutionellen Akzeptanz aus? Das müssen Sie darüber wissen:
UBS Group will vermögenden Kunden Krypto-Trading anbieten
Die UBS Group, die Vermögen von mehr als 4,7 Bio. USD verwaltet, plant laut Bloomberg, einigen ausgewählten Privatkunden Zugang zum Trading mit BTC und ETH zu ermöglichen.
Die Bank hat bereits mit tokenisierten Produkten und Zahlungen experimentiert, doch ein Einstieg ins Trading würde eine große Umorientierung für UBS bedeuten, die dem Trading mit Kryptowährungen lange Zeit eher zurückhaltend gegenüberstand. Der Plan ist noch nicht vollständig ausgereift, doch werden Berichten zufolge Kunden in der Schweiz voraussichtlich zuerst Zugang erhalten, bevor das Produkt dann in Asien eingeführt wird.
Mit der Umsetzung des Projekts würde UBS zu einigen der weltweit größten Finanzinstitute gehören, die ihren Kunden Produkte im Bereich Krypto-Trading anbieten. Der Spot-Bitcoin-ETF von BlackRock, der IBIT, wurde 2024 aufgelegt und hat sich seither zu einem der profitabelsten Produkte des Unternehmens entwickelt. Standard Chartered bietet institutionellen Kunden in Großbritannien seit letztem Sommer das Trading mit BTC und ETH an. Und JPMorgan plant Berichten zufolge ebenfalls, seinen institutionellen Kunden Krypto-Trading zu ermöglichen.
Mit dem neu geplanten Angebot reagiert UBS auf die verstärkte Nachfrage seitens ihrer vermögendsten Kunden. „Im Rahmen der Digital-Asset-Strategie der UBS beobachten wir aktiv die Entwicklungen und prüfen Initiativen, die den Bedürfnissen unserer Kunden, regulatorischen Entwicklungen, Markttrends und robusten Risikokontrollen Rechnung tragen“, so ein Sprecher der UBS.
USDC-Emittent Circle mit „praktisch jeder großen Bank weltweit“ im Gespräch
In seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos letzte Woche erklärte Circle-CEO Jeremy Allaire, dass globale Finanzinstitutionen Möglichkeiten zum Einsatz von Stablecoins für den Zahlungsverkehr, die Kapitalmärkte und tokenisierte Assets suchen. Allaire betrachtet ein jährliches Wachstum von 40 % als durchaus „angemessene Basis“, da die Akzeptanz von Stablecoins im gesamten Finanzsystem immer weiter zunimmt und Banken von einer experimentellen zu einer vollständigen Anwendung übergehen.
Die Akzeptanz von Stablecoins hat 2025 stark zugenommen, auch dank der durch den GENIUS Act geschaffenen regulatorischen Klarheit. Für Unternehmen und Finanzinstitute sind Stablecoins aufgrund der Abwicklung in Echtzeit und der niedrigen Transaktionskosten inzwischen zu einem Schlüsselelement des globalen Finanzsystems geworden und so erreicht die Marktkapitalisierung des Sektors mit rund 314 Mrd. USD ein neues Allzeithoch.
Ein Konsortium von Banken, darunter auch die Bank of America und die Deutsche Bank, prüft Berichten zufolge die Einführung eines gemeinsamen Stablecoins. Stripe, das 2024 Transaktionen im Wert von mehr als 1,4 Bio. USD abgewickelt hat, hat inzwischen mit Testpartnern wie OpenAI, Kalshi und UBS eine eigene, auf Stablecoins ausgerichtete Blockchain auf den Markt gebracht. Und Visa kündigte im Dezember die Einführung eines Dienstes an, mit dem Unternehmen USDC-Transaktionen über Solana abwickeln können.
Laut Allaire werden sich diese Entwicklungen wahrscheinlich weiter fortsetzen, da der Nutzen von Stablecoins immer weiter zunimmt. „Auf kurze, mittlere und lange Sicht werden sich alle an der Technologie beteiligen müssen“, so Allaire.
State Street bringt Plattform für tokenisierte Assets auf den Markt
Das Finanzdienstleistungsunternehmen aus Boston, das über ein verwaltetes Vermögen von mehr als 4,7 Bio. USD verfügt, kündigte diesen Monat die Einführung einer Infrastrukturplattform für tokenisierte Assets an.
Die Plattform ist an institutionelle Kunden gerichtet, die tokenisierte Produkte auf öffentlichen und privaten Blockchains nutzen, und soll als „nahtlose Schnittstelle zwischen digitalen und traditionellen Dienstleistungen“ dienen.
Die Plattform stellt einen wichtigen Schritt dar in der Entwicklung „weg vom Experimentieren, hin zu praktischen, skalierbaren Lösungen, die höchsten Sicherheits- und Compliance-Standards entsprechen“, so Jörg Ambrosius, President of Investment Services bei State Street.
Der Finanzdienstleister ist nicht das einzige große Unternehmen, das sich mit Tokenisierung beschäftigt, deren Markt bis 2030 ein Volumen von über 11 Bio. USD erreichen könnte.
So hat BlackRock einen tokenisierten Geldmarktfonds auf Ethereum aufgelegt, dessen verwaltetes Vermögen bereits bei über 2,5 Mrd. USD liegt. BNY Mellon hat kürzlich einen tokenisierten Einlagendienst eingeführt, der es Institutionen ermöglicht, Gelder für Sicherheiten- und Margin-Transaktionen über Blockchain-Plattformen zu transferieren. Und JPMorgan hat mit Kinexys eine Plattform geschaffen, auf der ein auf der Blockchain basierender und auf Dollar lautender Einlagentoken getestet wird, der durch die Bilanz der Bank gedeckt ist.
„Wir stehen erst am Anfang der Tokenisierung aller Vermögenswerte“, erklärt BlackRock-CEO Larry Fink. „Das wird von Immobilien über Aktien bis hin zu Anleihen alles umfassen.“
WICHTIGE ZAHLEN
311 Milliarden USD
Neues Rekordhoch der Marktkapitalisierung von Stablecoins in der letzten Woche, so Daten von DeFiLlama. Das Umlaufvolumen von USDC liegt inzwischen bei fast 75 Mrd. USD, da Onchain-Investoren verstärkt Schutz vor der allgemeinen Kryptovolatilität suchen. Der Großteil des Stablecoin-Sektors ist aktuell im Ethereum-Protokoll tokenisiert.
4,2 Milliarden USD
Das Allzeithoch beim Wert von tokenisiertem Gold am Dienstag, dem 27. Januar, laut Daten von rwa.xyz. Der Goldpreis notierte in dieser Woche zum ersten Mal über 5.000 USD pro Unze und zog auch den Markt für tokenisiertes Gold (einschließlich PAX Gold) auf neue Höchststände, da Anleger aufgrund der geopolitischen Volatilität nach sicheren Häfen suchen.
1 Million USD
Diese Prämie bietet die Ethereum Foundation Entwicklern an, die dazu beitragen können, die Verschlüsselung des Protokolls gegen potenzielle Risiken durch Quantencomputer zu stärken. Die Stiftung hat kürzlich ein „Post Quantum“-Entwicklerteam aufgestellt, da Quantenresistenz inzwischen eine „strategische Priorität“ ist.
50 %
Der Anteil der Befragten mit einem Umsatz von mehr als 500 Mio. USD, die in einer Umfrage von PayPal angaben, Kryptozahlungen zu akzeptieren. Die Umfrage unter mehr als 600 Unternehmen ergab, dass insgesamt 4 von 10 befragten Firmen Kryptozahlungen akzeptieren und dass diese Kryptotransaktionen mehr als 25 % ihrer Zahlungen ausmachen.
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