Krypto-ETFs: SEC prüft Vorschläge zu Tempo und Transparenz
Grayscale, 21Shares und a16z fordern von der US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) schnellere Prüfverfahren für ETFs sowie Änderungen am Einreichungsprozess. Die Vorschläge könnten den Zulassungsweg für weitere Krypto-ETFs in den USA beschleunigen, allerdings hat die SEC bislang keinen weiteren Kurs für das Verfahren festgelegt.
Grayscale, 21Shares und a16z drängen auf kürzere Prüfungen
Mehrere Marktteilnehmer haben sich im Rahmen einer öffentlichen SEC-Konsultation zu künftigen Regeln zu Wort gemeldet. Grayscale schlägt vor, Entwürfe für börsengehandelte Produkte vertraulich einreichen zu können, bevor sie öffentlich werden – aus Sicht des Unternehmens würde das den Anreiz für Wettbewerber verringern, Anträge zu kopieren oder zu duplizieren. Zusätzlich fordert Grayscale, dass SEC-Mitarbeiter innerhalb von 45 Tagen auf Anfragen reagieren.

21Shares brachte ähnliche Vorschläge ein. a16z verweist derweil auf die elektronische Dokumenteneinreichung, die weitgehend standardisierte Natur der Offenlegungen sowie wiederkehrende Fragen zwischen einzelnen Produkten als Argumente für kürzere Prüfzeiten. Das Unternehmen betont allerdings ausdrücklich, dass eine Beschleunigung nicht mit einer weniger gründlichen Prüfung einhergehen dürfe.
Streit über Vertraulichkeit und Marktprüfung
Die Vorschläge wurden im Rahmen des SEC-Kommentarverfahrens unter der Aktenzahl S7-2026-24 eingereicht. Die Kommission hatte Marktteilnehmer zuvor gefragt, ob künstliche Intelligenz zur Häufung nahezu identischer Anträge auf „neue“ ETFs beiträgt – ein Hinweis darauf, dass die Behörde die Flut ähnlicher Einreichungen selbst als Problem betrachtet.
Jane Street sieht das anders als die Befürworter kürzerer Fristen und warnt, dass ein Wettlauf um Geschwindigkeit zu voreiligen Registrierungen führen und die Zeit für Rückmeldungen von Market Makern zu Fondsstruktur und Liquidität verkürzen könnte. Das Unternehmen schlägt vor, solche Produkte grundsätzlich mit mindestens zwei autorisierten Teilnehmern zu starten. Charles Schwab lehnt ein vollständig vertrauliches Verfahren ab und fordert für den Fall privater Gespräche zwischen SEC und Antragsteller, dass das betreffende Dokument spätestens 75 Tage vor Inkrafttreten veröffentlicht wird. Kommentare zur Konsultation sollten bis zum 31. August eingereicht werden, die SEC veröffentlichte jedoch weiterhin später datierte Materialien – ein Zeichen dafür, dass sich der Prozess noch in Bewegung befindet. Zusätzlichen Kontext zum regulatorischen Umfeld in den USA liefert der Beitrag zum Clarity Act und dem Abstimmungskalender im US-Repräsentantenhaus.
Weitere Vorschläge für Krypto-Fonds
Neben der Beschleunigungsdebatte brachten einzelne Teilnehmer weiterreichende Ideen für Krypto-Fonds ein. Multicoin Capital schlägt vor, Liquid-Staking-Token in Spot-Krypto-ETPs zuzulassen – potenziell bis zu nahezu ihrem gesamten Digital-Asset-Volumen. Gemeinsam mit Jito Labs, der Jito Foundation und dem Solana Policy Institute fordert Multicoin klare Regeln für den Einsatz von Staking-Assets in Spot-Krypto-Produkten.
Die NYSE wiederum verlangt vor allem vorhersehbarere Prüfungszeiträume, da Regulatoren Börsen zufolge eine Notierung ohne klare Zeitpläne verzögern können, selbst wenn ein anderer Handelsplatz ein vergleichbares Verfahren durchläuft. Im August hatte die SEC laut Primärquelle bereits neue Regeln unter dem Titel „Regulation Crypto Assets“ vorgestellt, die Kapitalaufnahme über Token vereinfachen und einen Safe Harbor für bestimmte digitale Assets vorsehen sollen.

Was die Vorschläge für weitere Krypto-ETFs bedeuten
Ein schnellerer und vorhersehbarer Prüfungsprozess könnte grundsätzlich die Zulassung weiterer Krypto-ETFs in den USA beschleunigen – wie stark bestehende Produkte bereits nachgefragt werden, zeigt sich etwa an den Zuflüssen in den dominanten US-Spot-Bitcoin-ETF von BlackRock. Die Debatte betrifft dabei nicht nur Tempo, sondern auch Vertraulichkeit, Liquidität, den Umgang mit Staking-Assets und die Frage, wie gründlich die SEC künftig prüfen wird. Einen breiteren Überblick über die Kapitalströme in den Sektor liefert die Analyse zu Zuflüssen in Bitcoin-, Ether- und weitere Krypto-ETFs. Bis die SEC einen weiteren Kurs festlegt, bleibt offen, welche der konkurrierenden Forderungen sich durchsetzt.
- CLARITY Act: Banken-Einstieg in Bitcoin verzögert sich
- XRP Kurs steigt auf 1,45 $: Folgt jetzt der Ausbruch auf 10 $?
- CLARITY Act vor dem Aus? US-Repräsentantenhaus kürzt Kalender
- Bitcoin Prognose: BTC kämpft mit der 80.000 USD Marke
- Bitcoin-Kurs unter Druck: Starke US-Arbeitsmarktdaten dämpfen Hoffnungen
- CLARITY Act: Banken-Einstieg in Bitcoin verzögert sich
- XRP Kurs steigt auf 1,45 $: Folgt jetzt der Ausbruch auf 10 $?
- CLARITY Act vor dem Aus? US-Repräsentantenhaus kürzt Kalender
- Bitcoin Prognose: BTC kämpft mit der 80.000 USD Marke
- Bitcoin-Kurs unter Druck: Starke US-Arbeitsmarktdaten dämpfen Hoffnungen