Bitcoin erholt sich nach Ausverkauf – El Salvador kauft nach

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Bitcoin klettert am Sonntag um 3,15 Prozent auf 49.003,90 Dollar und verteidigt damit die 200-Tage-Linie, die aktuell bei 46.200 Dollar verläuft. Nach dem heftigen Ausverkauf vom Vortag greifen Schnäppchenjäger zu, allen voran El Salvador. Ob die Rückeroberung der wichtigen Trendlinie Bestand hat, bleibt wegen des Risikos eines False Breaks vorerst offen.

El Salvador kauft den Dip, Bitcoin fängt sich

Positive Impulse kamen am Sonntag aus El Salvador. Dem Präsidenten des südamerikanischen Landes zufolge hat man den Bitcoin-Dip gekauft und nennt nun 150 weitere BTC zu je rund 48.700 Dollar sein Eigen. Der Tweet fiel in eine Marktphase, die zuvor von Nervosität geprägt war.

Am Samstag hatte die nach Marktkapitalisierung wichtigste Kryptowährung wegen Sorgen über eine erneute Corona-Welle, einer schnelleren geldpolitischen Straffung durch die US-Notenbank Federal Reserve im kommenden Jahr sowie dem Abbau gehebelter Bitcoin-Positionen mit 42.587 Dollar gemäß Investing.com-Daten den niedrigsten Stand seit Ende September markiert. Dank der Gegenreaktion konnte Bitcoin die 200-Tage-Linie halten und damit den übergeordneten Aufwärts-Bias vorerst verteidigen.

Muster mit Vorgeschichte: Der dritte Leverage-Flush 2021

Der aktuelle Washout reiht sich in eine Serie ähnlicher Ereignisse ein. Schon Ende Februar brach der Bitcoin-Kurs innerhalb weniger Tage um 24 Prozent ein, als übermäßig gehebelte Positionen aus dem Markt gedrängt wurden. Mitte April folgte ein Einbruch um 23 Prozent, Anfang September kam es zu einem weiteren Rückgang um 15 Prozent.

Laut Coinglass-Daten erreichte das Open Interest in Bitcoin-Futures auf der Handelsplattform Binance Anfang November mit 6,91 Milliarden Dollar ein Rekordhoch. In der Vergangenheit folgte auf einen massiven Anstieg des OI stets eine steile Korrektur, meist in zwei Wellen. Genau dieses Muster beobachten Marktteilnehmer nun erneut.

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Analysten sehen Derivate als Auslöser

J.C. Parets, Chefmarktstratege von All Star Charts Technical Research, verweist gegenüber CNBC darauf, dass die Anzeichen auf einen weiteren, durch Derivate ausgelösten Ausverkauf hindeuten. Der Flash-Crash im September habe die gleichen Ursachen gehabt wie dieser Ausverkauf, so Parets: Der Leverage sei heftig aus dem System herausgespült worden, was dem Markt schließlich ermöglicht habe, im Oktober auf ein neues Allzeithoch zu steigen.

Marco Oehrl, Krypto-Beobachter bei Investing.com, betont, dass die ursprüngliche Panik zwar nachgelassen habe, das Risiko einer weiteren Liquidierung von Leverage aber bestehen bleibe, was den Verkaufsdruck schnell wieder erhöhen und zu einem erneuten Markteinbruch führen könne. Gleichzeitig mache es Hoffnung, dass sich die Kurse nach solchen Washouts im aktuellen Marktzyklus bereits mehrfach relativ schnell stabilisiert und neue Bestmarken erreicht hätten, so Oehrl weiter.

Altcoins ziehen mit, Terra sticht heraus

Der breitere Markt zieht am Sonntag mit. Ethereum steigt um 6,31 Prozent auf 4.180,33 Dollar, der Binance Coin erholt sich um 5,80 Prozent auf 573,01 Dollar. Solana gewinnt 2,12 Prozent auf 197,74 Dollar, Cardano legt um 0,91 Prozent auf 1,37 Dollar zu und XRP rückt um 3,83 Prozent auf 0,82 Dollar vor.

Die gesamte Marktkapitalisierung der Kryptowährungen hat sich seit dem frühen Tief vom Vortag um rund 400 Milliarden Dollar auf 2,289 Billionen Dollar erholt. Ein Anstieg über 2,5 Billionen Dollar könnte als erstes Anzeichen einer Bodenbildung im Kryptomarkt fungieren. Der Total Value Locked in DeFi-Protokollen sank laut DefiLlama-Daten in den vergangenen 24 Stunden um 3,64 Prozent auf 255,13 Milliarden Dollar, bleibt damit aber in der Nähe seines am 2. Dezember erreichten Rekordhochs von 275 Milliarden Dollar.

Besonders auffällig ist die Kursexplosion bei Terra. Die Kryptowährung gewinnt 36 Prozent auf 77,61 Dollar und markiert damit ein neues Rekordhoch, nachdem sie die Verluste des gestrigen Ausverkaufs komplett wettgemacht hat. In den vergangenen sieben Handelstagen hat die nach Marktkapitalisierung inzwischen neuntgrößte Kryptowährung mehr als 64 Prozent an Wert hinzugewonnen. Erst kürzlich hatten sich Analysten von JPMorgan positiv zum Terra-Protokoll geäußert und dessen Mechanismus zur Ausgabe volatilitätsarmer, an Fiat-Währungen gekoppelter Stablecoins als besonders geeignet für grenzüberschreitende Zahlungen hervorgehoben.

Was jetzt zählt: 100-Tage-Linie als nächste Hürde

Als nächstes Erholungsziel gilt die Glättung der letzten 100 Tage bei 54.450 Dollar. Ein Erreichen dieser Marke würde die aktuelle Gegenreaktion technisch untermauern und den Druck aus dem Markt weiter nehmen.

Dennoch bleibt Vorsicht angebracht: Das Risiko eines False Breaks unterhalb der 200-Tage-Linie ist trotz des heutigen Entspannungssignals nicht gebannt, zumal das Open Interest in Bitcoin-Futures historisch nach Rekordständen oft in zwei Wellen korrigiert. Investoren sollten daher beobachten, ob die 200-Tage-Linie in den kommenden Handelstagen als Unterstützung bestätigt wird oder der Markt erneut zurückfällt.

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