Strategy lässt Bitcoins unverändert & kauft stattdessen STRC

Strategy sorgt mit einem ungewöhnlichen Kapitalmanöver für neue Schlagzeilen. Während das Unternehmen keine weiteren Bitcoin kaufte und seinen Bestand durch einen kleinen Verkauf sogar reduzierte, stärkt es gezielt die eigene Liquiditätsposition. Zugleich kaufte Strategy Vorzugsaktien der Serie STRC im Wert von rund 81 Millionen US-Dollar zurück. Die Maßnahme soll den Kurs der hoch verzinsten Aktie stabilisieren und die Finanzierungskosten des Konzerns begrenzen.
Parallel wuchs die Dollarreserve auf vier Milliarden US-Dollar. Damit verändert sich der Schwerpunkt zumindest vorübergehend: Statt jede verfügbare Liquidität in Bitcoin zu investieren, baut Strategy einen größeren finanziellen Sicherheitspuffer für Dividenden und Zinszahlungen auf.
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Strategy stärkt Dollarreserve und kauft STRC zurück
Zwischen dem 27. Juli und dem 2. August 2026 verkaufte Strategy rund 3,01 Millionen MSTR-Aktien über sein laufendes At-the-Market-Programm. Daraus flossen dem Unternehmen Nettoerlöse von 290,6 Millionen US-Dollar zu. Den größten Teil – genau 250 Millionen US-Dollar – verwendete Strategy, um seine Dollarreserve auf insgesamt vier Milliarden US-Dollar auszubauen. Weitere 28,9 Millionen US-Dollar flossen in den Rückkauf von STRC, während 11,7 Millionen US-Dollar der allgemeinen Liquidität zugeschlagen wurden.
Zusätzlich verkaufte Strategy 1.638 Bitcoin für insgesamt 104,73 Millionen US-Dollar. Der durchschnittliche Verkaufspreis lag bei 63.957 US-Dollar. Jeweils etwa die Hälfte der Erlöse wurde für Dividenden auf Vorzugsaktien sowie für weitere STRC-Rückkäufe genutzt. Insgesamt kaufte das Unternehmen 912.143 STRC-Aktien für 81,2 Millionen US-Dollar zurück. Der Bitcoin-Bestand sank dadurch auf 842.138 BTC, die zu durchschnittlich 75.419 US-Dollar erworben wurden. Strategy weist damit Anschaffungskosten von rund 63,51 Milliarden US-Dollar aus.
Die STRC-Aktie bleibt zugleich mit einer jährlichen Dividendenrate von zwölf Prozent ausgestattet. Strategy will diesen Satz vorerst nicht verändern, bis STRC nachhaltig nahe seinem Nennwert von 100 US-Dollar handelt. Die vergrößerte Dollarreserve verlängert nach Angaben von Michael Saylor den Zeitraum, über den Strategy seine finanziellen Verpflichtungen bedienen kann, um 57 Tage auf etwa 2,3 Jahre. Damit soll insbesondere das Vertrauen der Gläubiger und Vorzugsaktionäre gestärkt werden.
Analyst sieht langfristig eine historische Bitcoin-Chance
Analyst Adam Livingston verbindet die neue Liquiditätsreserve mit einer ausgesprochen bullischen Bitcoin-Prognose. Nach seiner Rechnung besitzt Strategy nun ausreichend Bargeld, um ungefähr 2,3 Jahre lang bevorzugte Dividenden und Zinszahlungen zu finanzieren. Zugleich verweist er darauf, dass aktuell nur rund 52,56 Prozent des zirkulierenden Bitcoin-Angebots im Gewinn liegen.
In früheren vergleichbaren Marktphasen seit 2015 habe Bitcoin 2,3 Jahre später stets deutlich höher notiert. Livingston nennt Renditen zwischen 105 und 588 Prozent; der Median liege bei 312 Prozent. Überträgt man diese Entwicklung auf den heutigen Bitcoin-Bestand von Strategy, könnte dessen Wert bis November 2028 theoretisch auf rund 233 Milliarden US-Dollar steigen. Selbst das historisch schwächste Szenario würde laut seiner Modellrechnung einen Wert von etwa 116 Milliarden US-Dollar ergeben.
Diese Betrachtung verdeutlicht das enorme Aufwärtspotenzial, ist jedoch keine belastbare Prognose. Die Stichprobe umfasst nur wenige historische Situationen. Zudem können Marktstruktur, Regulierung, Finanzierungskosten und Bitcoins künftige Nachfrage deutlich anders ausfallen.
Weitere Aktien- und Bitcoin-Verkäufe bleiben möglich
Trotz der gestärkten Reserve ist die Verwässerungs- und Verkaufsgefahr keineswegs verschwunden. Strategy verfügt unter seinen ATM-Programmen weiterhin über enorme Emissionskapazitäten. Allein bei der MSTR-Stammaktie waren zum 2. August noch Aktien im Umfang von rund 22,69 Milliarden US-Dollar zur Ausgabe verfügbar. Bei STRC lag die verbleibende Kapazität sogar bei etwa 17,51 Milliarden US-Dollar. Hinzu kommen mögliche Emissionen von STRF, STRK und STRD.
Das Geschäftsmodell bleibt damit stark davon abhängig, dass Strategy fortlaufend Kapital über Stamm- und Vorzugsaktien aufnehmen kann. Werden MSTR-Aktien verkauft, steigt die Zahl der ausstehenden Anteile. Das kann bestehende Aktionäre verwässern und den Aktienkurs insbesondere in schwachen Marktphasen zusätzlich belasten. Auch weitere Bitcoin-Verkäufe können nicht ausgeschlossen werden. Die jüngste Transaktion zeigt erstmals deutlich, dass Teile der Reserve zur Finanzierung von Dividenden und Aktienrückkäufen eingesetzt werden können.
Zwar entsprechen 1.638 verkaufte Bitcoin nur einem kleinen Bruchteil des Gesamtbestands. Dennoch verändert sich dadurch die bisherige Wahrnehmung, Strategy akkumulierte Bitcoin grundsätzlich nur und verkaufe niemals. Sollte der Bitcoin-Kurs längere Zeit unter dem durchschnittlichen Kaufpreis bleiben, während gleichzeitig hohe Dividenden und Zinsen fällig werden, könnte der Finanzierungsdruck steigen. Die Vier-Milliarden-Dollar-Reserve reduziert dieses kurzfristige Risiko erheblich, beseitigt aber weder die Abhängigkeit vom Kapitalmarkt noch die Möglichkeit weiterer Aktien- oder Bitcoin-Verkäufe.
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