Standard Chartered kürzt XRP-Prognose: Ist der Hype vorbei?
Nach dem heftigen Markteinbruch im Februar revidiert die Großbank Standard Chartered ihre bullischen Kursziele für XRP drastisch und warnt vor weiteren kurzfristigen Rückschlägen.
Analysten korrigieren Erwartungen nach unten
Geoffrey Kendrick, Leiter der Digital-Asset-Abteilung bei Standard Chartered, hat das Jahresendziel für XRP für 2026 von ursprünglich 8,00 US-Dollar auf nun 2,80 US-Dollar gesenkt. Dieser Einschnitt um rund 65 Prozent spiegelt die massiven Turbulenzen wider, die den Sektor zuletzt erfasst haben.
Besonders der „brutale Ausverkauf“ im Februar hat die Stimmung bei institutionellen Analysten getrübt. XRP fiel in diesem Zuge zeitweise auf ein 15-Monats-Tief bei 1,16 US-Dollar, was die Bank dazu veranlasste, ihre Prognosen für die gesamte Anlageklasse, einschließlich Bitcoin und Ethereum, anzupassen.
Hoffnungsschimmer Real World Assets
Trotz der drastischen Kürzung sieht Kendrick weiterhin langfristiges Potenzial durch die Tokenisierung von Real World Assets (RWA). XRP könne hierbei, ähnlich wie Ethereum, von der wachsenden Integration in das traditionelle Finanzwesen und der Entwicklung neuer Stablecoins profitieren.
Allerdings dämpfen regulatorische Verzögerungen in den USA die kurzfristige Dynamik. Der CLARITY Act, ein wichtiges Gesetz für die Krypto-Marktstruktur, ist im Januar im Senat ins Stocken geraten, was viele institutionelle Anleger dazu veranlasst hat, zunächst an der Seitenlinie zu bleiben.
Neben XRP wurden auch die Ziele für Bitcoin (von 150.000 auf 100.000 USD) und Solana (von 250 auf 135 USD) deutlich nach unten korrigiert. Die Bank rechnet damit, dass sich der Markt erst stabilisieren muss, bevor neue Allzeithochs wieder in greifbare Nähe rücken.
Für XRP-Investoren bleibt die Lage vorerst angespannt. Ob das neue Kursziel von 2,80 US-Dollar erreicht wird, hängt maßgeblich davon ab, ob die On-Chain-Aktivität im Bereich der Stablecoins im zweiten Halbjahr 2026 die erhofften Impulse liefern kann.