CLARITY Act vor Senatstest: Streit um Stablecoin-Renditen eskaliert
Die Independent Community Bankers of America (ICBA) verlangt ein vollständiges Verbot von Stablecoin-Rewards im geplanten CLARITY Act und lehnt jeden Kompromiss ab. Der Streit betrifft den Wettbewerb zwischen Banken und Kryptoanbietern um Einlagen und rückt die Erfolgsaussichten des Gesetzes im Senat erneut in den Fokus.
Community-Banken verschärfen Widerstand gegen Stablecoin-Renditen
Die ICBA, ein Verband, der nach eigenen Angaben rund 5.000 US-Community-Banken bündelt, hat ihre Forderungen an den Digital Asset Market Clarity Act verschärft. Präsidentin und CEO Rebeca Romero Rainey erklärte gegenüber Banking Dive, bei der von ihr als Lücke bezeichneten Regelung gebe es keinen Mittelweg: Sie müsse vollständig geschlossen werden.
Ihre Sorge gilt vor allem möglichen Einlagenabflüssen. Romero Rainey schätzt, dass bis zu 1,3 Billionen US-Dollar an Bankeinlagen in Stablecoins abwandern könnten, was die lokale Kreditvergabe um bis zu 850 Milliarden US-Dollar schrumpfen lassen würde. Laut dem Bericht haben diese Bedenken die republikanischen Senatoren Josh Hawley und Jerry Moran dazu bewogen, CLARITY in seiner aktuellen Form abzulehnen.
Die Senatsabstimmung ist für den 15. September vorgesehen. Für eine Weiterberatung des Gesetzentwurfs werden mindestens 60 Stimmen benötigt. Dem Bericht zufolge erscheint diese Schwelle angesichts der wachsenden Opposition derzeit unwahrscheinlich.

Der Streit über Stablecoin-Rewards im CLARITY Act
Kryptoindustrie und große Banken hatten sich zuvor auf eine Formulierung geeinigt, wonach Stablecoin-Rewards an nachweisbare Aktivität gebunden sein müssen und nicht allein an den Besitz des Tokens. Die Community-Banken haben diesen Kompromiss wieder infrage gestellt und fordern ein pauschales Verbot statt einer Aktivitäts-Klausel.
Damit bleibt die Ausgestaltung möglicher Stablecoin-Rewards ein zentraler Konfliktpunkt in der Debatte über den Gesetzentwurf. Die ICBA drängt auf eine Regelung, die aus ihrer Sicht keine Ausnahmen zulässt.
Banken und CEA streiten über Folgen für Einlagen und Kredite
Romero Rainey argumentiert, es gebe keine Hinweise darauf, dass Krypto-Anbieter abgezogene Einlagen ersetzen und wieder in lokale Kreditvergabe umleiten würden. Dieser Punkt habe die Aufmerksamkeit mehrerer Senatoren geweckt, erklärte sie gegenüber Banking Dive.
Sie kritisiert zudem den Bericht Effects of Stablecoin Yield Prohibition on Bank Lending des Council of Economic Advisers im Weißen Haus, der die Sorgen der Banken vor Einlagenabflüssen relativiert. Nach ihrer Einschätzung berücksichtigt die Analyse nicht ausreichend, wie stark sich das Umfeld durch eine Verabschiedung des Gesetzes verändern würde.

Der 15. September wird zum nächsten Test für CLARITY
Sollte das Gesetz die 60-Stimmen-Hürde verfehlen, wäre es dem Bericht zufolge auf absehbare Zeit vom Tisch. Der Ausgang der Abstimmung entscheidet damit über die weitere Beratung des CLARITY Act und den Umgang mit Stablecoin-Rewards im Gesetzentwurf.
Quelle: Bitcoin.com News