CoinCash nimmt Betrieb nach Ungarns Kurswechsel wieder auf
Ungarns Parlament hat die bisherige Validierungspflicht für Kryptowährungsumwandlungen im Land aufgehoben. Als erstes Unternehmen erhält die Budapester Handelsplattform CoinCash im Zuge dessen eine MiCA-Lizenz und darf ihren Betrieb wieder aufnehmen.
MiCA (Markets in Crypto-Assets) ist die EU-Verordnung, die seit dem 1. Juli 2026 EU-weit einheitliche Zulassungsregeln für Krypto-Dienstleister vorschreibt.
Was genau beschlossen wurde
Laut dem ungarischen Finanzminister Kármán András waren die neuen Regeln nötig geworden, weil die bisherigen Vorschriften den heimischen Kryptomarkt stark belastet hätten. In einem Facebook-Post erklärte er sinngemäß, viele Anbieter hätten wegen der marktstörenden Vorgaben ihre Krypto-Dienste in Ungarn eingestellt, der Markt zeige nun aber erste Erholungszeichen.

Grundlage der aufgehobenen Regeln war ein ungarisches Kryptowerte-Gesetz aus dem Jahr 2024, das seit dem 1. Juli 2025 einen eigenen Prüfprozess für bestimmte Krypto-Umwandlungen vorschrieb. Ein lizenzierter Prüfer musste dabei Herkunft der Kryptowährung, Wallet-Eigentümerschaft und Kundendaten kontrollieren — zusätzlich zu den ohnehin geltenden MiCA-Anforderungen.
Warum der Markt bereits ausgedünnt war
Ungarn hatte die Übergangsfrist zu MiCA für Krypto-Dienstleister deutlich verkürzt: Statt der maximalen EU-Frist bis zum 1. Juli 2026 mussten Unternehmen im Land die Vorgaben bereits ab dem 1. Juli 2025 erfüllen. In Kombination mit der zusätzlichen nationalen Prüfebene stellten mehrere Anbieter wie Revolut und eToro ihre Krypto-Dienste in Ungarn ein.
CoinCash gehörte zu den Unternehmen, die ihren Betrieb freiwillig pausierten — im Dezember 2025, um sich gezielt auf die MiCA-Zertifizierung vorzubereiten.
Strafrechtliche Folgen der alten Regeln
Mit der Aufhebung entfallen nach Angaben von Bitcoin News auch Straftatbestände im Zusammenhang mit Krypto-Umwandlungen. Die bisherigen Vorschriften sahen für die unbefugte Erbringung von Umtauschdiensten in erheblichem Umfang unter bestimmten Umständen Freiheitsstrafen von bis zu acht Jahren vor.
MiCA-Lizenz für CoinCash und Ripple
Der ungarische Kurswechsel fällt zeitlich mit einem weiteren MiCA-Meilenstein zusammen: Ripple bestätigte Anfang des Monats, dass es über die luxemburgische Finanzaufsicht eine CASP-Lizenz erhalten hat und damit Krypto-Dienstleistungen im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum anbieten darf.

Für CoinCash schafft die aufgehobene Validierungspflicht die Voraussetzung, den zuvor pausierten Betrieb unter einer MiCA-Lizenz wieder aufzunehmen.
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