OCEAN bleibt stabil: Dashjr trennt sich vom Bitcoin-Pool
Luke Dashjr hat den Bitcoin-Mining-Pool OCEAN verlassen. Laut einer gemeinsamen Erklärung vom 29. August kaufte OCEAN die gesamte Beteiligung des Mitgründers und seit 16 Jahren tätigen Bitcoin-Core-Entwicklers zurück, der zugleich als Chairman, Chief Technology Officer und Director zurücktrat. Ein neues Vorhaben namens CONVOY soll folgen – ein tatsächlich operierender Pool oder eine messbare Hashrate-Verlagerung ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht belegt.
Rückkauf ohne offengelegte Details
Die gemeinsame Erklärung von OCEAN und Dashjr nennt weder den Rückkaufpreis noch die verbleibende Eigentümerstruktur oder mögliche Nachfolger für die frei gewordenen Führungspositionen. OCEAN erklärte lediglich, den transparenten, nicht-verwahrenden Mining-Pool unverändert weiterzubetreiben. Dashjr selbst will sich künftig auf CONVOY konzentrieren.

Zum Berichtszeitpunkt fehlten für CONVOY sämtliche operativen Angaben: kein Endpoint, keine Codebasis, keine teilnehmenden Miner, keine Infrastruktur, keine Gebührenstruktur und keine Block-Template-Politik. Auch ein Transfer von Minern, Personal oder Infrastruktur von OCEAN zu CONVOY wird in der Primärquelle nicht bestätigt.
OCEANs Anteil bleibt vorerst stabil
Ein Snapshot von Mempool.space um 07:07 UTC am 30. August schrieb OCEAN vier der vorherigen 163 Bitcoin-Blöcke zu, entsprechend 2,45 Prozent. Auf Basis dieses Blockanteils ergab sich eine abgeleitete Schätzung von rund 24,57 Exahashes pro Sekunde. Im zurückliegenden Wochenfenster entfielen 29 von 1.007 Blöcken auf den Pool, gleich 2,88 Prozent, während die jüngste Wochenzeile 25,33 EH/s und 2,86 Prozent des Netzwerks auswies.

Damit bewegt sich OCEAN in beiden Fenstern innerhalb einer Spanne von etwa 2,5 bis 3 Prozent des Bitcoin-Netzwerks – ein Bereich, in dem einzelne Miner-Abwanderungen theoretisch messbar wären, ohne dass ein einzelner Block bereits einen Trend begründet. Wichtig bei der Einordnung: Die Zahlen beschreiben an OCEAN gerichtete Hashpower, nicht vom Unternehmen selbst betriebene Mining-Hardware, und ein 24-Stunden-Fenster kann sich schnell verschieben, sobald Blöcke aus der Stichprobe fallen.
Unklare Ursache, offene nächste Schritte
Die gemeinsame Erklärung begründet die Trennung mit unterschiedlichen Visionen nach jüngsten Protokollentwicklungen, benennt jedoch keine konkrete Ursache – weder ein spezifisches Bitcoin-Improvement-Proposal noch einen Proof-of-Work-Vorschlag. OCEAN beschrieb sein DATUM-System als ein System, das teilnehmenden Minern die Kontrolle über die Blockkonstruktion ermöglicht. Dokumentierte Reaktionen anderer Miner, Entwickler oder Community-Gruppen liegen zur Primärquelle nicht vor.
Als erste belastbare Indikatoren für einen tatsächlichen Wandel gelten drei Dinge: ein funktionierender CONVOY-Pool, veröffentlichte Mining-Anweisungen oder eine anhaltende Verschiebung von OCEANs Poolanteil über mehrere Wochen. Die Unternehmensaufspaltung allein liefert dafür noch keinen Beleg – die aktuellen 2,45 respektive 2,88 Prozent bleiben Momentaufnahmen, keine bestätigte Trendumkehr.
Quelle: CryptoSlate