ASIC warnt: KI macht Krypto-Betrug schwerer erkennbar

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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

Zuletzt aktualisiert am: 

Australiens Wertpapier- und Investmentaufsicht Australian Securities and Investments Commission (ASIC) hat im Geschäftsjahr 2026 mehr als 19.400 Online-Betrugsfälle aus dem Netz entfernt, darunter 3.106 gefälschte Krypto-Investmentangebote. Laut ASIC-Vorsitzender Sarah Court reicht eine einfache Internetsuche nicht mehr aus, um die Seriosität eines Anbieters zu prüfen, da generative KI mittlerweile ganze Netzwerke aus Deepfake-Videos, gefälschten Nachrichtenartikeln und falschen Bewertungen erzeugt.

Takedown-Zahlen steigen schneller als im Vorjahr

Die Gesamtzahl der Entfernungen lag 182 Prozent über dem Vorjahreswert von 6.915. Innerhalb dieser Summe stieg die Zahl entfernter Phishing-Links um 279 Prozent auf 5.476, während gefälschte Investmentplattformen um 151 Prozent auf 7.051 zunahmen. Die Kategorie Krypto-Investmentbetrug wuchs mit knapp 30 Prozent auf 3.106 Fälle etwas langsamer, bleibt aber ein zentraler Bestandteil der Betrugslandschaft. Seit Einrichtung der Takedown-Funktion im Juli 2023 hat ASIC insgesamt mehr als 33.400 Betrugswebsites, Anzeigen und Phishing-Links entfernt.

Vom vereinzelten Fake zum koordinierten Netzwerk

ASIC beschreibt einen Wandel: Statt einzelner betrügerischer Anzeigen bauen Kriminelle heute vernetzte Täuschungsstrukturen auf. Ein Opfer stößt zunächst auf eine Social-Media-Anzeige mit einem Deepfake-Video einer bekannten Person, wird dann zu einem gefälschten Nachrichtenartikel weitergeleitet und findet bei einer anschließenden Suche positive Bewertungen und scheinbar unabhängige Websites – die allesamt vom selben Betreiber kontrolliert werden. Diese Technik baut auf Methoden auf, die die Behörde bereits 2025 identifiziert hatte, als gefälschte Unternehmensdokumente und eingebettete Marktcharts Investmentplattformen etabliert erscheinen ließen.

Sobald Kontaktdaten übermittelt sind, wechselt der Betrug laut ASIC häufig zu direktem telefonischem Kontakt, gefälschten Trading-Dashboards und kleinen Auszahlungen, die Vertrauen schaffen sollen, bevor größere Einzahlungen gefordert werden. Scamwatch-Berichte für das Geschäftsjahr 2026 verzeichneten 7,4 Millionen australische Dollar Verluste im Zusammenhang mit der Nachahmung bekannter Personen, darunter Premierminister Anthony Albanese sowie die Marktkommentatoren Tom Piotrowski und Alan Kohler.

Warnung vor blindem Vertrauen in Lizenznummern

Nach Angaben von ASIC-Vorsitzender Sarah Court macht künstliche Intelligenz Anlagebetrug überzeugender und schwerer erkennbar, weshalb eine einfache Online-Suche allein keine Bestätigung mehr liefert. Die Behörde weist zudem darauf hin, dass eine Australian Financial Services Licence (AFSL) – die reguläre Zulassung für Finanzdienstleister in Australien – allein keine Garantie ist: Betrüger kopieren echte Lizenzangaben oder geben eine bloße Unternehmensnummer, die Australian Company Number (ACN), fälschlich als Lizenz aus. Verbraucher sollten Rechtsnamen, Lizenznummer und Kontaktdaten stattdessen über die offiziellen Professional Registers von ASIC sowie die staatliche Verbraucherplattform Moneysmart mit ihrer Investor Alert List abgleichen.

Was das für Krypto-Anleger bedeutet

Für Anleger verschiebt sich die eigentliche Prüfarbeit weg von der Suchmaschine hin zu unabhängig kontrollierten Quellen: Lizenzregister, direkt von der Institution veröffentlichte Kontaktdaten und die Bestätigung über einen selbst ermittelten Kanal. Wer Geld überwiesen oder Daten preisgegeben hat, sollte sich an seine Bank wenden und die Meldestellen ReportCyber und Scamwatch nutzen.

Eine Suche kann weiterhin behördliche Warnungen, Unstimmigkeiten bei Domains, Beschwerden oder kopierte Formulierungen sichtbar machen. Die Anzahl oder das professionelle Erscheinungsbild von Suchergebnissen ist jedoch kein unabhängiger Beleg dafür, dass ein Anbieter existiert, lizenziert ist oder die beworbenen Renditen erzielt hat. Entscheidend ist die Bestätigung über Quellen, die der Werbetreibende nicht kontrolliert.

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