CFTC will Krypto-Regeln auch ohne CLARITY Act vorantreiben
Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC), die US-Aufsichtsbehörde für Warentermin- und Derivatemärkte, signalisiert, dass sie ihre Krypto-Regulierung auch ohne ein Kongressgesetz vorantreiben will. Sollte der CLARITY Act nicht verabschiedet werden, entsteht damit keine automatische Blockade, sondern ein administrativer Ausweichplan innerhalb bestehender Befugnisse.
Was die CFTC konkret vorbereitet
Die CFTC entwickelt Regeln, die im Rahmen ihrer bereits bestehenden gesetzlichen Zuständigkeit umsetzbar wären. Das umfasst die Regulierung von Krypto-Derivaten, die Verfolgung von Betrug und Marktmanipulation im Warenrecht sowie neue Vorgaben für Marktteilnehmer, die ohnehin schon unter CFTC-Aufsicht stehen.
Was die Behörde damit ausdrücklich nicht schaffen kann, ist die alleinige gesetzliche Zuständigkeit für US-Spotmärkte digitaler Waren. Dieses Kernstück würde der CLARITY Act der CFTC per Gesetz zuweisen, einschließlich Registrierungspflichten für Börsen, Broker und Händler.
Warum die Gesetzgebung weiter stockt
Das Repräsentantenhaus hat seine Fassung der Marktstrukturgesetzgebung bereits verabschiedet, doch die Verhandlungen im Senat verzögern sich aufgrund von Streitpunkten bei Verbraucherschutz, Bankvorschriften, regulatorischer Zuständigkeit und Ethikanforderungen für hochrangige Regierungsbeamte und deren Krypto-Interessen. Während der Gesetzgebungsprozess stockt, haben Bundesbehörden begonnen, Teile der Krypto-Agenda eigenständig auf Basis vorhandener Befugnisse umzusetzen.
Die CFTC war dabei besonders aktiv: Initiativen zu tokenisierten Sicherheiten, Krypto-Derivaten, Prognosemärkten und rund um die Uhr laufendem Handel wurden vorangetrieben. Zudem zog die Behörde veraltete Leitlinien zu digitalen Vermögenswerten zurück und startete zuvor ein Pilotprogramm, das bestimmte Kryptowährungen, darunter Bitcoin, Ether und USDC, als Sicherheiten in Derivatemärkten zulässt.
Regulierung innerhalb bestehender Befugnisse
CFTC-Vorsitzender Michael Selig hat wiederholt dafür argumentiert, dass Finanzregulierung Innovation ermöglichen sollte, statt neue Technologien in Rahmenwerke zu zwingen, die für ältere Märkte konzipiert wurden. Diese Haltung spiegelt sich zunehmend in der Regulierungsagenda der Behörde wider.
Parallel dazu entwickelt auch die SEC eine eigene Krypto-Regulierungsagenda. Sie berät über die Regulation Crypto Assets, einen Vorschlag für ein maßgeschneidertes Angebotsregime für bestimmte Anlageverträge mit digitalen Vermögenswerten. Die Behörden können bestehende Regeln auf Kryptowährungen anwenden und innerhalb ihrer Zuständigkeiten weitere Maßnahmen entwickeln, jedoch keine neuen gesetzlichen Befugnisse schaffen.
Was das für Spotmärkte bedeutet
Der entscheidende Unterschied bleibt die Spotmarkt-Zuständigkeit. Bitcoin und andere Waren lassen sich schon heute auf US-Plattformen handeln, doch ein umfassendes Bundesregime vergleichbar mit dem Rahmenwerk für Wertpapierbörsen fehlt weiterhin. Ein rein auf die CFTC gestützter Ansatz könnte zwar klären, wie bestehende Gesetze auf Kryptowährungen anzuwenden sind, würde aber weiterhin erhebliche Lücken bei der Regulierung von Spot-Börsen und anderen Intermediären lassen.

Regeln, die die CFTC administrativ schafft, lassen sich zudem von einer künftigen Regierung leichter wieder aufheben als ein vom Kongress verabschiedetes Gesetz. Für Krypto-Unternehmen kann der behördliche Vorstoß mehr regulatorische Klarheit bedeuten, allerdings in einer engeren und potenziell weniger dauerhaften Form als durch ein umfassendes Bundesgesetz. Bis der Kongress handelt, bleibt die Zuständigkeitslücke bei US-Spotmärkten bestehen.
Quelle: FinanceFeeds