Bitcoin-Volumen bricht ein: Anleger wählen andere Assets

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Patrick Krauss ist Krypto-Autor mit Schwerpunkt auf Marktnews und Plattform-Vergleichen. Bei Cryptonews DE schreibt er vor allem Krypto-News und Branchenmeldungen. Darüber hinaus analysiert er...

Zuletzt aktualisiert am: 

Bitcoin steckt weiterhin tief im Bärenmarkt. Der Kurs notiert mehr als 50 Prozent unter seinem Allzeithoch und muss am heutigen Handelstag erneut einen Rücksetzer verkraften. Zwar schreitet die Bodenbildung grundsätzlich voran: Seit mehr als sechs Monaten konnten die Tiefstände im Bereich des bisherigen Bärenmarktbodens verteidigt werden. Dennoch fehlt bislang die nötige Nachfrage, um eine nachhaltige Trendwende einzuleiten. Erholungsversuche verlieren regelmäßig an Kraft, bevor wichtige Widerstände überwunden werden.

Besonders deutlich zeigt sich die Zurückhaltung der Marktteilnehmer beim Handelsvolumen. Dieses ist an den führenden Kryptobörsen massiv eingebrochen und liegt mittlerweile auf einem Niveau, das zuletzt während des Bärenmarkts 2023 beobachtet wurde.

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Bitcoin-Volumen bricht um mehr als 75 Prozent ein

Die aktuellen Volumendaten verdeutlichen, warum Bitcoin trotz stabiler Tiefstände bislang keine neue Aufwärtsdynamik entwickeln kann. Nach Angaben des CryptoQuant-Autors Darkfost ist das Spot-Handelsvolumen an den großen Kryptobörsen gegenüber dem Hoch aus dem vierten Quartal 2024 um mehr als 75 Prozent eingebrochen. Die Entwicklung beschränkt sich dabei keineswegs auf eine einzelne Handelsplattform, sondern ist nahezu marktweit zu beobachten.

Besonders aussagekräftig ist der Vergleich bei Binance. Dort wurden im bisherigen Juli Bitcoin-Spotumsätze von etwas mehr als 35 Milliarden US-Dollar registriert. Im November 2024 hatte das monatliche Volumen noch bei rund 246 Milliarden US-Dollar gelegen. Damit erreicht die Aktivität auf der weltweit bedeutenden Kryptobörse nur noch einen Bruchteil des damaligen Niveaus.

Auch die übrigen Plattformen zeigen eine vergleichbare Entwicklung. Bei Bybit soll das Bitcoin-Spotvolumen im betrachteten Zeitraum um rund 85 Prozent zurückgegangen sein. Coinbase verzeichnete einen Rückgang von etwa 61 Prozent, während das Volumen bei OKX um ungefähr 67 Prozent einbrach. Vergleichbar niedrige Werte wurden zuletzt in der späten Phase des Bärenmarkts 2023 erreicht.

Das schwache Volumen ist für Bitcoin problematisch, weil nachhaltige Kursbewegungen normalerweise von steigender Marktteilnahme begleitet werden. Ohne zusätzliche Nachfrage lassen sich Widerstände schwer überwinden. Zugleich können bereits relativ kleine Verkaufsaufträge stärkere Kursausschläge verursachen, wenn die Liquidität in den Orderbüchern gering bleibt.

Die Daten sprechen daher für einen Markt, in dem viele Anleger weiterhin abwarten. Die Bodenbildung mag zeitlich fortgeschritten sein, doch eine stabile Unterstützungszone allein reicht nicht für den Beginn eines neuen Bullenmarkts. Entscheidend wäre eine Rückkehr des Kapitals – sichtbar durch steigende Spotvolumina, breitere Marktteilnahme und Anschlusskäufe nach ersten Kursanstiegen.

Retail zieht sich zurück, doch Bitcoin-Wale kaufen weiter

Während das Handelsvolumen deutlich einbricht, zeigt sich auch bei kleineren Anlegern eine wachsende Zurückhaltung. Nach Daten von Santiment haben Wallets mit weniger als 0,01 BTC den jüngsten Kursrückgang deutlich schwächer zum Nachkauf genutzt. Das spricht dafür, dass das Retail-Interesse im aktuellen Bärenmarkt weiter nachlässt. Viele Privatanleger dürften nach den anhaltenden Verlusten, mehreren gescheiterten Erholungsversuchen und der schwachen Marktstimmung zunächst an der Seitenlinie bleiben.

Bei größeren Investoren ergibt sich dagegen ein anderes Bild. Bitcoin-Wallets mit Beständen zwischen 10 und 10.000 BTC sollen innerhalb von acht Tagen zusammen rund 19.696 BTC hinzugekauft haben. Diese breite Gruppe umfasst größere Investoren, professionelle Marktteilnehmer und sogenannte Wale. Ihre steigenden Bestände deuten darauf hin, dass finanzstarke Anleger den aktuellen Dip offenbar zur Akkumulation nutzen.

Damit verschiebt sich das Bitcoin-Angebot zunehmend von kurzfristig orientierten Marktteilnehmern in die Hände größerer und potenziell langfristiger Investoren. Santiment verweist zudem auf eine wieder anziehende Nachfrage über Bitcoin-ETFs. Sollten institutionelle Zuflüsse und die Akkumulation der Wale anhalten, könnte das frei verfügbare Angebot am Markt schrittweise sinken.

Kurzfristig garantiert diese Entwicklung jedoch noch keine Trendwende. Große Käufer können ihre Bestände über Wochen oder Monate ausbauen, während der Kurs zunächst schwach bleibt. Dennoch ist die Divergenz bemerkenswert: Privatanleger verlieren offenbar das Interesse, während größere Marktteilnehmer günstige Kurse zum Aufbau ihrer Positionen nutzen. Historisch entstehen nachhaltige Bodenbildungen häufig genau in Phasen, in denen schwache Hände verkaufen und langfristig orientiertes Kapital beginnt, das verfügbare Angebot aufzunehmen.

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