Bitcoin-Rallye verliert Schwung: ETF-Zuflüsse stützen den Kurs

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Bitcoin hält sich am 21. August bei rund 77.000 US-Dollar, nachdem die Kryptowährung im Wochenverlauf von etwa 62.653 auf ein Sieben-Tage-Hoch von 79.461 Dollar gestiegen war. Der Anstieg von fast 24 Prozent markierte eine der stärksten Wochen seit März 2023, doch die Konsolidierung zeigt, dass der Markt nun auf klarere Signale wartet. Im Zentrum steht ein bevorstehender Auftritt von Kevin Warsh beim Symposium in Jackson Hole, der die nächste größere Bewegung mit beeinflussen könnte.

Wochenrallye trifft auf nachlassende Anleiherenditen

Der Kursanstieg fiel mit einer Erholung an den US-Aktienmärkten zusammen: Der Dow Jones legte am Freitag um 517,84 Punkte zu, der S&P 500 gewann 32,83 Punkte, während Nasdaq und NYSE ebenfalls im Plus schlossen. Die nachlassenden Renditen langfristiger US-Staatsanleihen verschafften den Märkten zunächst etwas Entlastung, nachdem Finanzminister Scott Bessent angekündigt hatte, den Ankauf ausstehender Anleihen mit längerer Laufzeit auszuweiten.

Die Erleichterung blieb jedoch begrenzt. Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe notierte laut TradingView-Daten bei 5,273 Prozent und damit weiterhin nahe Mehrjahreshochs. Als Belastungsfaktoren galten hartnäckige Inflation, hohe Staatsverschuldung und ölpreisbedingte Risiken im Zusammenhang mit den Spannungen um Iran und die Straße von Hormus. Dieses Spannungsfeld erklärt, warum die Kursgewinne vom Freitag die Nervosität der Woche kaum auslöschen konnten.

Derivatemarkt zeigt moderat bullische Positionierung

Parallel zum Kursanstieg wuchs das Open Interest bei Bitcoin-Futures deutlich. Nach Zahlen von Coinglass.com verzeichnete Binance rund 10,92 Milliarden Dollar an offenen Futures-Positionen, die CME kam auf 9,45 Milliarden Dollar. Zusammen ergab dies etwa 20,37 Milliarden Dollar. Das CME-Open-Interest stieg binnen 24 Stunden um 11,34 Prozent, jenes von Binance um 4,64 Prozent, während Bybit, Gate, Kucoin und Hyperliquid im gleichen Zeitraum Rückgänge meldeten. Die Rallye war damit keine gleichmäßige, hebelgetriebene Massenbewegung über alle Handelsplätze, sondern konzentrierte sich auf die größten Börsen und bestimmte Bereiche des Derivatemarkts.

Auf dem Optionsmarkt bei Deribit entfielen 59,53 Prozent des offenen Interesses auf Call-Optionen gegenüber 40,47 Prozent bei Puts. Der Call-Anteil am 24-Stunden-Volumen lag bei 54,31 Prozent. Zu den größten Positionen zählten Dezember-Calls bei 80.000 und 120.000 Dollar sowie September-Calls bei 70.000, 78.000, 82.000 und 100.000 Dollar. Die sechsstellige Marke bleibt damit im Blickfeld der Optionshändler. Große Put-Positionen bei 60.000 und 66.000 Dollar zeigen zugleich, dass Absicherung gegen Rückschläge weiterhin gefragt ist.

A cryptocurrency candlestick chart with red and green bars and BEP indicators on a dark background.
AltFins trading screen illustrating bearish engulfing patterns on a crypto asset chart.

Der Max-Pain-Wert bei Deribit liegt für den 22. August bei knapp 74.000 Dollar, für den 23. August bei etwa 69.000 Dollar und für den 28. August bei rund 66.000 Dollar. Diese Niveaus liegen jeweils spürbar unter dem aktuellen Kursniveau. Die Kluft zwischen Spotpreis und Ausübungskonzentrationen kann den bevorstehenden Optionsverfall zu einem zusätzlichen Volatilitätsfaktor machen.

ETF-Zuflüsse und Edelmetalle im Aufwind

US-Spot-Bitcoin-ETFs steuern auf wöchentliche Zuflüsse von mehr als 1 Milliarde Dollar zu, das stärkste Wachstum seit Januar. Diese Fonds ermöglichen Anlegern ein Engagement in BTC über ein reguläres Brokerkonto, ohne die Kryptowährung direkt halten oder verwahren zu müssen. Auch Kryptowährungsaktien wie Coinbase profitierten von der Aufwärtsbewegung. CNBC berichtete für die Woche von einem Kursanstieg um 8 Prozent bei Coinbase und um 6 Prozent bei Strategy.

Nicht nur Bitcoin reagierte auf die nachlassenden Renditen und den schwächeren Dollar. Gold schloss am Freitag bei 4.617,50 Dollar je Unze, ein Tagesplus von 2,15 Prozent. Silber legte auf 69,52 Dollar zu, Platin gewann 2,85 Prozent und Palladium 1,29 Prozent. Da Edelmetalle keine Zinsen abwerfen, können sie relativ attraktiver werden, wenn Renditen sinken oder Inflations- und Währungsrisiken die Erträge festverzinslicher Anlagen belasten. Ein schwächerer Dollar kann zudem in Dollar notierte Metalle für Käufer anderer Währungen günstiger machen.

A structured wall of alternating gold and silver bullion bars stamped with weight and purity markers

Short Squeeze als Verstärker der Rallye

Nach Angaben von CNBC wurden im Zuge der Rallye rund 2,7 Milliarden Dollar an gehebelten Krypto-Short-Positionen liquidiert, laut Daten von CoinGlass. Der Short Squeeze verstärkte damit eine Bewegung, die bereits von nachlassenden Treasury-Renditen und der Intervention des Finanzministeriums gestützt worden war. CNBC führte die Rallye zudem auf ein Zusammenspiel geldpolitischer und fiskalischer Faktoren zurück, darunter die Ausweitung der Rückkäufe langfristiger Staatsanleihen und Sorgen über steigende Kreditkosten sowie die US-Verschuldung.

Eine gegenüber CNBC geäußerte Einschätzung sieht den Kryptomarkt am Ende der Bärenphase, rechnet im Einklang mit früheren Zyklen jedoch noch mit einer abschließenden Verkaufswelle von rund 20 Prozent. Bitcoin bleibe kurzfristig ein volatiles Handelsvehikel, könne langfristig jedoch als Absicherung gegen Geldentwertung betrachtet werden.

Jackson Hole und Optionsverfall als nächste Prüfsteine

Die unmittelbar entscheidenden Termine liegen nun beim Verfall der Bitcoin-Optionen am 22. August und bei Warshs bevorstehendem Auftritt auf dem Symposium in Jackson Hole. Anleger werden zudem beobachten, ob die Renditen nach Bessents Intervention im Zaum bleiben, wie sich die Ölpreise angesichts der Spannungen um Iran und die Straße von Hormus entwickeln und ob die ETF-Zuflüsse anhalten. Entscheidend wird sein, ob Bitcoin seine Gewinne verteidigen kann, ohne dass erneut ein aggressiver Aufbau gehebelter Terminkontrakte die nächste Korrektur vorbereitet.

Quelle: Bitcoin.com News

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