Bitcoin-Miner setzen zunehmend auf KI-Rechenzentren
Die Netzwerk-Hashrate von Bitcoin liegt laut CryptoQuant-Analyst Maartunn rund 17 Prozent unter ihrem Allzeithoch. Börsennotierte Miner wie Hut 8, Core Scientific, TeraWulf und IREN verlagern Strom, Standorte und Investitionsmittel zunehmend in KI-Rechenzentren statt in neue Mining-Kapazität. Was als Nebengeschäft begann, entwickelt sich für Teile der Branche zu einem wichtigen Wachstumstreiber.
Hashrate und Rentabilität unter Druck
Andere Tracker zeigen den Rückgang der Hashrate von einem Höchststand Ende 2025 von über einem Zettahash pro Sekunde auf einen Bereich von etwa 850 bis 920 Exahashes im Sommerverlauf. Die Mining-Schwierigkeit, die alle zwei Wochen an die konkurrierende Rechenleistung angepasst wird, fiel Anfang August laut einer Analyse sogar um bis zu 19,9 Prozent unter ihren Rekordwert – ein stärkerer Rückgang als bei der Hashrate selbst.
Der Rückgang folgt auf eine schwierige Phase für die Miner-Wirtschaftlichkeit. Börsennotierte Unternehmen verzeichneten Ende März schätzungsweise Verluste von 19.000 US-Dollar pro produziertem Bitcoin, bei gewichteten durchschnittlichen Cash-Kosten von fast 80.000 US-Dollar je Coin. Allein im ersten Quartal verkauften Miner eine Rekordmenge von 32.000 BTC – mehr als in allen vier Quartalen des Jahres 2025 zusammen.
Miner werden zu KI-Vermietern
Hut 8, Core Scientific, TeraWulf und IREN gehören zu den Unternehmen, die im vergangenen Jahr Hosting-Verträge im Bereich KI und High-Performance-Computing im Milliardenvolumen unterzeichnet haben. Allein das vertraglich vereinbarte KI-Infrastrukturportfolio von Hut 8 ist auf 26,6 Milliarden US-Dollar angewachsen, im gesamten börsennotierten Mining-Sektor übersteigen die kumulierten KI- und HPC-Verträge mittlerweile 70 Milliarden US-Dollar.
Die Logik ist simpel: Mining-Anlagen verfügen bereits über die zwei Ressourcen, die KI-Rechenzentren am dringendsten brauchen – Zugang zu günstigem Strom und bestehende Netzanschlüsse. Das Forschungsunternehmen CoinShares geht davon aus, dass börsennotierte Miner bis Ende 2026 bis zu 70 Prozent ihres Umsatzes mit KI- und HPC-Aufträgen erzielen könnten, gegenüber rund 30 Prozent zum Zeitpunkt des jüngsten Mining-Berichts.

Wer honoriert den Strukturwandel?
Laut CoinShares-Zahlen, die von MarketScreener zitiert werden, bewertet der Markt Miner mit gesicherten HPC-Verträgen derzeit mit dem 12,3-Fachen ihres erwarteten Zwölfmonatsumsatzes, reine Bitcoin-Miner dagegen nur mit dem 5,9-Fachen. Konkrete Beispiele stützen diesen Bewertungsaufschlag: Core Scientific hat mit CoreWeave einen Colocation-Vertrag über zwölf Jahre und mehr als 10 Milliarden US-Dollar potenzielle Erlöse abgeschlossen, TeraWulf meldet 522 Megawatt kritische Kapazität unter Vertrag mit einem Volumen von über 12,8 Milliarden US-Dollar.
Finanziert wird dieser Umbau vor allem über Fremdkapital und den Verkauf von Bitcoin-Reserven. Miner reduzieren ihre BTC-Bestände, um Wachstumskapital für KI-Standorte freizusetzen. Das Selbstverständnis der Branche verschiebt sich damit von reiner Akkumulation hin zur Monetarisierung von Strom und Infrastruktur.
Kursbezug: Mining-Aktien gegen Bitcoin-Preis
Die Anleger scheinen diesen Wandel zu belohnen, auch wenn die Mining-Wirtschaftlichkeit schwach bleibt. Ein Korb von Mining-Aktien legte Anfang 2026 um rund 56 Prozent zu, während der Bitcoin-Preis im gleichen Zeitraum um etwa 17 Prozent fiel – eine deutliche Divergenz zwischen Aktien- und Coin-Performance. Das zeigt, dass der Markt Miner zunehmend als Infrastrukturbetreiber statt als reine Bitcoin-Proxys bewertet.
Ausblick: Kehrt die Hashrate zurück?
CoinShares geht in seinem Bitcoin Mining Report weiterhin davon aus, dass die Hashrate bis Ende 2026 wieder auf 1,8 Zettahash pro Sekunde steigen könnte. Gleichzeitig bleibt die Verlagerung von Kapital und Standorten in KI- und HPC-Infrastruktur ein prägender Trend für börsennotierte Mining-Unternehmen.
Quelle: CoinShares Bitcoin Mining Report
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