Bitcoin Prognose: Große Bewegung voraus?

Bitcoin startet vergleichsweise ruhig in die neue Woche. Am Montag wird BTC bei rund 63.400 US-Dollar gehandelt und liegt damit innerhalb der vergangenen 24 Stunden leicht im Plus. Übergeordnet ändert dies jedoch wenig am bisherigen Bild: Seit Wochen dominiert eine enge Seitwärtsbewegung, während Handelsvolumen, Volatilität und spekulatives Interesse niedrig bleiben.
Gleichzeitig notiert Bitcoin weiterhin mehr als 50 Prozent unter seinem bisherigen Rekordhoch und steckt damit klar in einem Bärenmarkt. Doch ausgerechnet die zunehmende Ruhe könnte nun interessant werden. Mehrere aktuelle Marktindikatoren deuten darauf hin, dass die bestehende Range nicht dauerhaft Bestand haben dürfte und eine größere Bewegung näher rücken könnte.
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Bitcoin vor Volatilitäts-Comeback: Die Ruhe könnte bald enden
Für eine bevorstehende größere Bewegung spricht zunächst die außergewöhnlich geringe Trendstärke. CryptoQuant-Analyst Darkfost verweist aktuell auf den Average Directional Index (ADX), der auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Jahren gefallen ist. Der ADX misst dabei ausdrücklich nicht, ob ein Markt bullish oder bearish ist, sondern lediglich, wie stark ein bestehender Trend ausfällt. Extrem niedrige Werte sprechen somit für einen weitgehend richtungslosen Markt. Genau dieses Umfeld sehen Anleger derzeit bei Bitcoin.
Auch Glassnode beschreibt die aktuelle Marktphase als außergewöhnliche Kompression. Bitcoin bewegt sich seit Monaten zwischen wichtigen On-Chain-Kostenniveaus. Gleichzeitig ist das in BTC gemessene Spot-Handelsvolumen laut den Analysten auf den niedrigsten Stand seit Beginn ihrer Datenreihe im Jahr 2019 gefallen. In einem derart dünnen Markt können bereits vergleichsweise geringe zusätzliche Kauf- oder Verkaufsvolumina deutlich stärkere Kursbewegungen auslösen.
Michaël van de Poppe sieht geringe Liquidität und niedriges Volumen zudem als typische Begleiterscheinungen einer späten Bärenmarktphase. Seiner Einschätzung nach könnten die engen Ranges zwar noch einige Wochen anhalten, doch mit der Rückkehr eines Trends dürfte auch die Handelsaktivität deutlich zunehmen.
Bemerkenswert ist zugleich die Positionierung größerer Händler. Glassnode zufolge waren sogenannte Whales auf Hyperliquid seit Mitte März durchgehend netto long positioniert. Ihre Long-Positionierung erreichte ausgerechnet nahe dem oberen Ende der lokalen Bitcoin-Range einen Höhepunkt. Das ist grundsätzlich ein Zeichen dafür, dass größere spekulative Marktteilnehmer auf eine Erholung setzen. Allerdings fehlt bisher die entsprechende Nachfrage am Spotmarkt. Damit entsteht ein explosives Umfeld: Sollte echte Nachfrage zurückkehren, könnte die geringe Liquidität eine Aufwärtsbewegung beschleunigen. Scheitert Bitcoin dagegen erneut, könnten die überfüllten Long-Positionen zusätzliche Liquidationen auslösen.
Bitcoin extrem günstig bewertet: Historisches Niveau seit 2016
Neben der außergewöhnlich niedrigen Volatilität spricht derzeit auch die Bewertung dafür, dass Anleger Bitcoin zumindest genauer beobachten sollten. Eine aktuelle Analyse von CryptoQuant-Analyst Axel Adler Jr. ordnet BTC im sogenannten Rainbow Model in die niedrigste Bewertungszone ein. Bitcoin notiert demnach rund 66 Prozent unter dem modellierten Preis von 186.700 US-Dollar. Adler bezeichnet diesen Bereich innerhalb des Modells als extreme Discount-Zone.
Entscheidend ist dabei, was das Modell tatsächlich misst. Es vergleicht nicht lediglich den aktuellen Bitcoin-Kurs mit dem vorherigen Allzeithoch, sondern setzt ihn in Relation zu einer langfristigen Preisentwicklung. Dadurch soll sichtbar werden, wie weit sich Bitcoin von seiner historischen Wachstumskurve entfernt hat. Besonders auffällig ist aktuell der volatilitätsbereinigte Z-Score von -2,293. Laut Adler handelt es sich um den niedrigsten Wert seit 2016. Selbst während des Bärenmarkttiefs 2022 lag dieser lediglich bei rund -1,979.
Damit wäre die gegenwärtige negative Abweichung vom langfristigen Modelltrend sogar stärker als am Boden des vorherigen Bärenmarktes. Genau darin liegt das potenziell bullische Argument: Je stärker die fundamentale beziehungsweise modellbasierte Bewertung vom Marktpreis abweicht, desto größer kann bei einer Normalisierung theoretisch auch das Erholungspotenzial ausfallen.
Auch Glassnode erkennt zunehmend typische Merkmale einer fortgeschrittenen Bärenmarktphase. Nur noch knapp die Hälfte des Bitcoin-Angebots befindet sich im Gewinn, während der sogenannte Seller Exhaustion Constant auf ein Zyklustief gefallen ist. Gleichzeitig nehmen die Zuflüsse zu Handelsplattformen bereits ab. Die Verkäufer scheinen somit zunehmend an Kraft zu verlieren.
Eine niedrige Bewertung allein ist allerdings noch kein Kaufsignal. Genau darauf weist auch Adler hin: Bitcoin kann historisch günstig bewertet sein und dennoch längere Zeit günstig bleiben. Für eine nachhaltige bullische Bewegung braucht es deshalb zusätzlich neue Nachfrage. Glassnode sieht insbesondere einen Anstieg über die Short-Term-Holder-Kostenbasis bei rund 68.700 US-Dollar, begleitet von steigendem Volumen und stärkeren ETF-Zuflüssen, als deutlich konstruktiveres Signal.
Die aktuelle Unterbewertung schafft somit interessantes Potenzial – der entscheidende Trigger für die nächste größere Aufwärtsbewegung fehlt bislang jedoch noch.
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