Bitcoin-Korrelation zum Nasdaq sinkt, Gold rückt näher

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Bitcoin notiert nach Angaben von Grayscale zunehmend im Fahrwasser von Gold statt im Gleichlauf mit Technologiewerten. Der Vermögensverwalter beschreibt einen deutlichen Regimewechsel in den Korrelationsdaten: Die Bindung an den Nasdaq 100 schwächt sich ab, während sich Bitcoin dem Edelmetall annähert. Hintergrund ist die wachsende US-Staatsverschuldung, die inzwischen die Marke von 40 Billionen Dollar überschritten hat.

Bitcoin rückt laut Grayscale von Nasdaq zu Gold

Die 90-Tage-Korrelation von Bitcoin mit dem Nasdaq 100 ist laut Grayscale von über 60 Prozent auf etwa 33 Prozent gefallen. Im gleichen Zeitraum kletterte die Korrelation zu Gold von knapp über null zu Jahresbeginn 2026 auf mehr als 50 Prozent. Grayscale ordnet diese Verschiebung als klaren Wechsel im Korrelationsregime ein, der die Rolle von Bitcoin als eigenständige Assetklasse stärkt. Ähnliche makroökonomische Treiber diskutiert auch der Artikel zum US National Debt Clarity Act, der die Verschuldungsdebatte im Senat begleitet.

Grayscale dokumentiert den Korrelationswechsel

Grayscale veröffentlichte die Einschätzung am 27. August und stützte sich dabei auf Bloomberg-Daten bis zum 24. August. Laut dem Vermögensverwalter behandeln Investoren Bitcoin zunehmend als knappes monetäres Asset statt als hochvolatilen Wachstumswert. Diese Entwicklung könnte die Funktion von Bitcoin als Portfoliodiversifikator wiederbeleben, so die Einordnung.

Gestützt wird die These durch die parallele Preisentwicklung bei Gold: Das Edelmetall stieg über 4.600 Dollar, Gold-Futures erreichten am 26. August ein Tageshoch von 4.730,90 Dollar. Bitcoin bewegte sich im selben Zeitfenster in eine ähnliche Richtung, während Anleger die Aussichten für Dollar und langfristige US-Finanzierungskosten neu bewerteten. Wie stark diese Nachfrage inzwischen auch über regulierte Produkte läuft, zeigt der Beitrag zu den Rekord-ETF-Zuflüssen im August.

Stacks of 1000g fine gold bars spilling out of an open heavy steel bank vault

Vom Technologie-Trade zum knappen monetären Asset

In den vergangenen Jahren handelte Bitcoin häufig im Gleichlauf mit Wachstumsaktien – ein Muster, das die jüngste Korrelationsverschiebung nun aufbricht. Anders als klassische Währungen hat Bitcoin keinen zentralen Emittenten; die Ausgabe wird ausschließlich durch Netzwerkkonsens geregelt. Die aktuellen Protokollregeln begrenzen die Gesamtmenge auf rund 21 Millionen BTC.

Genau diese fixe Obergrenze ist der Kern des sogenannten Debasement-Trades: Anleger reduzieren ihr Engagement in Währungen oder Staatsanleihen und bevorzugen Assets mit begrenztem Angebot. Traditionell war diese Strategie eine Domäne von Gold, doch Bitcoins Knappheitsstruktur rückt das Asset zunehmend in dieselbe Debatte. Wie sich diese Verschiebung auch in Fondszuflüssen niederschlägt, beschreibt der Artikel zu Bitcoin-ETF-Zuflüssen und Kursanstieg.

Grayscale und Ray Dalio sehen wachsenden Schuldendruck

Laut Grayscale deutet die veränderte Korrelationsstruktur auf eine erneute Aufmerksamkeit für Bitcoins Knappheit, monetäre Unabhängigkeit und potenzielle Funktion als Wertspeicher hin. Auch Bridgewater-Gründer Ray Dalio warnte zuletzt, dass die US-Schulden innerhalb eines Jahrzehnts auf 55 bis 60 Billionen Dollar steigen könnten. Gleichzeitig erklärte Dalio, Gold und Bitcoin könnten sich bei zunehmendem monetärem Druck relativ gut entwickeln – eine Einschätzung, die sich mit der Debatte um die US-Schuldenobergrenze im Senat überschneidet.

Gold, Bitcoin und der Debasement-Trade

Die gesamte öffentliche US-Schuld überschritt im August die Marke von 40 Billionen Dollar. Das US-Finanzministerium rechnet für das Quartal Juli bis September mit 739 Milliarden Dollar an privat gehaltenen netto marktfähigen Schulden, gefolgt von weiteren 628 Milliarden Dollar im vierten Quartal.

Front view of the neoclassical US Treasury Department building in Washington D.C. with a statue in front.
The US Treasury Department building in Washington, D.C.

Die August-Refinanzierung umfasste 125 Milliarden Dollar, aufgeteilt auf 58 Milliarden Dollar in dreijährigen Notes, 42 Milliarden Dollar in zehnjährigen Notes und 25 Milliarden Dollar in 30-jährigen Bonds. Zusätzlich stellte das Treasury bis zu 38 Milliarden Dollar an Liquiditätsstützungs-Rückkäufen in Aussicht – finanziert über neue Schuldenemission und damit klar von einer quantitativen Lockerung der Federal Reserve zu unterscheiden. Bitcoin selbst notierte zum Zeitpunkt der Berichterstattung bei rund 77.700 Dollar, was für sich genommen keine Aussage über die weitere Kursrichtung erlaubt. Einordnung dazu liefert auch der Beitrag zur Konsolidierung unter 80.000 Dollar.

Welche Daten den Trade als Nächstes bestätigen müssten

Ob sich der Debasement-Trade fortsetzt, hängt an den kommenden Treasury-Borrowing-Updates sowie an der Entwicklung von Defiziten, Zinsausgaben und langfristigen Finanzierungskosten – genau jene Punkte, die Grayscale in seiner Analyse als Beobachtungsgrößen anführt. Entscheidend wird sein, ob die Bitcoin-Gold-Korrelation über dem aktuellen Niveau von 50 Prozent verharrt und die Nasdaq-Bindung niedrig bleibt. Grayscale selbst betont, dass Korrelationsverhältnisse sich mit der Zeit verändern können und keine Garantie dafür bieten, dass sich Bitcoin dauerhaft wie ein sicherer Hafen verhält.

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