Bitcoin hält Schlüsselmarke: CME-Daten nähren Hoffnung auf Erholung
Bitcoin verteidigt seit Wochen seine 200-Wochen-EMA bei rund 68.350 US-Dollar, während sich unter der Oberfläche die Positionierung an der Chicago Mercantile Exchange (CME) verschiebt. Der jüngste CFTC Commitment of Traders (COT)-Bericht zeigt, dass spekulative Futures-Händler ihre bärischen Wetten binnen eines Monats deutlich reduziert haben – ein Muster, das Bitcoin in der Vergangenheit zweimal unmittelbar vor kräftigen Erholungen zeigte. Die Frage ist, ob sich daraus bereits eine Bodenbildung ableiten lässt oder ob die Bewegung nur eine Zwischenstation auf dem Weg zu neuen Tiefs darstellt.
CFTC-Daten zeigen schnelle Bewegung bei Bitcoin-Futures
Laut dem COT-Bericht, der in der vergangenen Woche veröffentlicht wurde, verschoben nicht-kommerzielle Bitcoin-Futures-Händler an der CME ihre Netto-Position binnen eines Monats von rund +1.000 auf etwa -1.600 Kontrakte. Zu dieser Gruppe zählen laut Cointelegraph auch Hedgefonds und ähnliche institutionelle Adressen.
Für die Einordnung ist wichtig: Die genannten Kontraktzahlen betreffen die breite Gruppe der nicht-kommerziellen Händler, nicht zwingend eine einzelne, klar abgegrenzte Hedgefonds-Kategorie. Analyst Tom McClellan wertet das schnelle Abschmelzen der Netto-Short-Positionen als Hinweis darauf, dass sogenanntes Smart Money Long-Positionen mit einer gewissen Dringlichkeit aufgebaut habe. Er verweist dabei auf zwei frühere Bewegungen, die BTC-Tiefs vorausgingen.
Historische Parallelen: April 2025 und 2023
Nach einem vergleichbaren Rückgang der Netto-Short-Positionen im April 2025 stieg der Bitcoin-Kurs anschließend um rund 70 Prozent. Im Jahr 2023 folgte unter ähnlichen Marktbedingungen ein Kursgewinn von mehr als 190 Prozent. Beide Male hielt Bitcoin zuvor seine 200-Wochen-EMA, jene gleitende Durchschnittslinie, die in den größeren Drawdowns des vergangenen Jahrzehnts wiederholt als Boden fungierte – etwa 2015, 2018 und 2020.
Die historischen Vergleiche liefern jedoch keine eindeutige Prognose für die aktuelle Marktphase. Sie zeigen lediglich, dass ähnliche Veränderungen bei den Futures-Positionen in der Vergangenheit vor Erholungen auftraten. Ob sich dieses Muster wiederholt, hängt davon ab, wie sich Kurs und Positionierung in den kommenden Wochen entwickeln.
Warnung von McClellan: Bedingung, kein Signal
McClellan dämpft die Erwartungen: Die Positionsverschiebung sei eine Bedingung, kein Signal. Das bedeutet, dass Bitcoin von den aktuellen Niveaus aus noch weiter fallen könnte, bevor sich ein nachhaltiger Boden bildet. Als Referenz dient das Jahr 2022, als Bitcoin trotz ähnlich überverkaufter Bedingungen nach einem Bruch unter die 200-Wochen-EMA um mehr als 40 Prozent einbrach.
Eine Wiederholung dieses Szenarios würde Bitcoin laut der im Ausgangsartikel zitierten Rechnung in Richtung 40.000 US-Dollar drücken, rund 60 Prozent unter das bisherige Rekordhoch von etwa 126.270 US-Dollar. Einige Analysten, darunter Kaiko, sehen auf Basis des Vierjahreszyklus-Modells ebenfalls einen möglichen Bodenbereich zwischen 40.000 und 50.000 US-Dollar.
Was die Positionierung für den Kurs bedeuten könnte
Der wöchentliche Relative-Stärke-Index (RSI) von Bitcoin verbleibt im überverkauften Bereich. Nach der zugrunde liegenden Chartanalyse deutet dies darauf hin, dass der Verkaufsdruck kurz vor dem Erlahmen stehen könnte. Ein entschiedener Rebound von der 200-Wochen-EMA könnte einen Anstieg Richtung der 100-Wochen-EMA bei etwa 85.000 US-Dollar bis April auslösen.
Gleichzeitig reicht eine einzelne Verschiebung der Futures-Positionierung nicht aus, um eine nachhaltige Trendwende zu belegen. Die COT-Daten bilden einen konkreten Ausschnitt der Marktpositionierung ab, während die weitere Kursentwicklung offenbleibt. Die historische Ähnlichkeit mit 2023 und 2025 ist deshalb als Vergleich zu verstehen, nicht als Bestätigung eines bestimmten Verlaufs.
Nächste Datenpunkte im Blick
Entscheidend wird, ob die nächsten COT-Veröffentlichungen die aktuelle Bewegung bestätigen oder ob es sich um einen kurzfristigen Ausschlag handelt. Ebenso bleibt maßgeblich, ob Bitcoin die 200-Wochen-EMA weiter verteidigt oder unter diese gleitende Durchschnittslinie fällt. Bis dahin bleibt die Positionsverschiebung an der CME ein Hinweis, aber keine Bestätigung für einen nachhaltigen Boden.