BaFin-Studie: Krypto-Besitzer liegen bei Risiken oft falsch
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat in einer repräsentativen Erhebung deutliche Wissenslücken bei deutschen Kryptoanlegern festgestellt. Rund 13 Prozent der Erwachsenen in Deutschland besitzen Bitcoin, Ether oder andere Kryptowerte – mehr als neun Millionen Menschen. Viele von ihnen unterschätzen jedoch zentrale Risiken wie Volatilität, Cyber-Gefahren und die mögliche Nutzung von Kryptowerten für unseriöse Angebote.
Fast jede zweite Wissensfrage bleibt unbeantwortet oder falsch
Für die im April 2026 durchgeführte Erhebung befragte die BaFin 1.000 Personen zu 16 Wissensfragen rund um Kryptowerte. 13 Prozent der Teilnehmenden besaßen Kryptowerte, 34 Prozent hielten stattdessen Aktien, Anleihen oder Fonds, und 53 Prozent verfügten über keines der abgefragten Finanzprodukte. Im Durchschnitt über alle Befragten wurden 36 Prozent der Fragen richtig beantwortet, 19 Prozent falsch; bei 45 Prozent gaben die Teilnehmenden an, die Antwort nicht zu kennen.
Krypto-Besitzerinnen und -Besitzer schnitten mit 57 Prozent richtigen Antworten zwar besser ab als der Durchschnitt, lagen aber zugleich in 31 Prozent der Fälle falsch. Nur 35 Prozent aller Befragten wussten, dass Bitcoins vereinfacht ausgedrückt elektronische Datensätze sind. Jeweils etwa die Hälfte wusste, dass der Bitcoin-Preis nicht stabil ist, durch Angebot und Nachfrage entsteht und Kryptowerte in digitalen Geldbörsen, sogenannten Wallets, aufbewahrt werden.
Falsche Annahmen zu Inflationsschutz und Stablecoins
Besonders auffällig sind die Fehleinschätzungen bei Krypto-Anlegerinnen und -Anlegern selbst: 54 Prozent von ihnen glaubten fälschlicherweise, Bitcoin schütze vor Inflation. Viele begründeten dies damit, dass Bitcoin auf 21 Millionen Coins begrenzt und unabhängig von Regierungen und Zentralbanken sei. Nach Angaben der BaFin ist Bitcoin jedoch hochvolatil und kann binnen weniger Tage deutlich an Wert gewinnen oder verlieren.

Mehr als ein Drittel der befragten Krypto-Anlegerinnen und -Anleger hielt den Bitcoin-Preis zudem im Gegensatz zu neueren Coins für stabil – ebenfalls eine falsche Annahme. Der Kurs entsteht dezentral durch Kauf- und Verkaufsaufträge auf vielen Handelsplätzen und reagiert stark auf große Handelsaufträge, Nachrichten und Marktstimmungen.
Bei Stablecoins fiel die Fehlerquote ebenfalls hoch aus: Die Hälfte der Krypto-Besitzerinnen und -Besitzer hielt sie für zum Vermögensaufbau geeignet. Knapp die Hälfte verwechselte sie mit einem Derivat zur Absicherung starker Kursschwankungen bei Kryptowerten. Stablecoins sind jedoch eine eigene Art von Kryptowerten; ihre Werte sind an Referenzwerte wie den US-Dollar oder Vermögenswerte wie Gold gekoppelt.
MiCAR-Übergangsfrist ist ausgelaufen
Regulatorisch ordnet die BaFin diese Fragen in den Rahmen der Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCAR) ein. Mit der MiCA-Verordnung reguliert die Europäische Union unter anderem den Handel mit Krypto-Assets. Sie bildet zudem die Grundlage für die Regulierung der Kategorien vermögenswertereferenzierte Token (Asset-Referenced Token, ART) und E-Geld-Token (Electronic Money Token, EMT).

Am 1. Juli 2026 lief die Übergangsfrist für Krypto-Dienstleister in der EU ohne Verlängerung und ohne zusätzliche Schonfrist aus. Krypto-Dienstleister, die in der EU ansässig sind und keine MiCAR-Lizenz haben, mussten ihre Tätigkeit zu diesem Stichtag einstellen. Unternehmen aus Drittstaaten dürfen ihre Kryptowerte-Dienstleistungen in der EU nicht mehr aktiv anbieten.
BaFin mahnt zu besserer Aufklärung
Der BaFin-Verbraucherschutzbeauftragte Christian Bock betont, Verbraucherinnen und Verbraucher müssten die Produkte genau kennen, um Chancen und Risiken abwägen zu können. Bei Menschen, die sich nicht für Kryptowerte interessieren und nicht damit handeln, relativiert er die Ergebnisse: Das Thema sei komplex, weshalb sie solche Fragen nicht zwingend beantworten können müssten.
Wer einen Kauf erwäge oder bereits investiert habe, solle sich nach Angaben von Bock jedoch besser über Chancen und Risiken informieren und diese verstehen. Die BaFin verweist dabei auf ihre Informationsangebote auf verschiedenen Kanälen, mit denen Verbraucherinnen und Verbraucher aufgeklärt werden sollen.
Was das für Anleger bedeutet
Die Erhebung zeigt, dass auch viele Besitzerinnen und Besitzer von Kryptowerten zentrale Eigenschaften und Risiken der Produkte nicht zutreffend einschätzen. Für Anlegerinnen und Anleger ist es deshalb wichtig, sich vor einem Kauf mit Volatilität, der Preisbildung, der Aufbewahrung von Kryptowerten und den Eigenschaften von Stablecoins auseinanderzusetzen. Nur wer diese Punkte versteht, kann Chancen und Risiken einer Investition fundiert abwägen.
- Bitcoin hält sich über 78.000 US-Dollar: Großkauf von Strategy stützt den Kurs trotz Zinsrisiken
- US-Senat setzt Abstimmung über Clarity Act an: Bitcoin verteidigt 76.500 USD
- Bitcoin Kurs bricht ein: US-Iran-Konflikt belastet Krypto
- XRP-Prognose: Institutionelle halten trotz 746 Mio. $ Verlust
- XRP Kurs Analyse: Starke ETF-Zuflüsse trotz Konsolidierung
- Bitcoin hält sich über 78.000 US-Dollar: Großkauf von Strategy stützt den Kurs trotz Zinsrisiken
- US-Senat setzt Abstimmung über Clarity Act an: Bitcoin verteidigt 76.500 USD
- Bitcoin Kurs bricht ein: US-Iran-Konflikt belastet Krypto
- XRP-Prognose: Institutionelle halten trotz 746 Mio. $ Verlust
- XRP Kurs Analyse: Starke ETF-Zuflüsse trotz Konsolidierung