Was ist Futures Trading? – Definition und Grundlagen erklärt

Geht es um den Einstieg ins Thema Trading, trifft man häufig auf den Begriff „Futures“ oder “Futures Contracts”. Der Begriff beschreibt eine Handelsform mit sogenannten Futures, die zu den komplexeren Finanzinstrumenten zählen.
Aber was hat es damit überhaupt auf sich, wie funktioniert das Ganze und welche Chancen und Risiken birgt der Handel mit diesen Verträgen? In diesem Artikel finden Sie alle Informationen, die Sie für den Einstieg ins Futures Trading benötigen. Zusätzlich erfahren Sie, warum gerade Einsteiger die Grundlagen und Risiken besonders gut verstehen sollten, bevor sie aktiv werden.
Was ist Future Trading?
Futures Trading ist eine spezielle Form des Börsenhandels. Anders als beim Kauf einer Aktie investiert man beim Handel mit Futures nicht in ein Unternehmen, sondern schließt einen Vertrag (engl. contract) zwischen zwei Parteien ab. Dieser Futures Contract legt fest: Wir kaufen oder verkaufen etwas (z. B. Öl, Gold, Bitcoin) zu einem festen Preis an einem festen Tag in der Zukunft.
- Ein einfaches Beispiel zur Veranschaulichung:Ein Bauer verkauft im Frühjahr einen Future auf Weizen. Er erhält so schon jetzt einen festen Preis, auch wenn der Marktpreis im Herbst stark schwankt. Abhängig davon, in welche Richtung der Preis sich entwickelt, geht der Bauer als Gewinner oder Verlierer hervor.
Der Handel mit Futures erfolgt nicht über private Abmachungen, sondern über Börsen wie beispielsweise die EUREX in Frankfurt oder die CME in Chicago. Auch was in welcher Menge zu welcher Laufzeit gehandelt wird, ist standardisiert. Dadurch entsteht ein transparenter und international vergleichbarer Markt, der sowohl von Unternehmen zur Absicherung als auch von Spekulanten genutzt wird.
So funktionieren Futures
Wie funktionieren also nun diese Verträge? Beim Futures Trading setzt man als Händler auf eine Entwicklung des Preises, entweder auf einen steigenden Preis mit einer sogenannten Long-Position oder auf einen fallenden Preis mit einer Short-Position. Wichtig ist: Man setzt dabei lediglich auf die Entwicklung des Preises, ohne den Basiswert wie zum Beispiel Öl, Gold oder Bitcoin tatsächlich zu besitzen.
Geht ein Trader von einem steigenden Preis aus, setzt dieser auf eine Long-Position. Beispiel: Man kauft einen Future auf Öl bei 80 US-Dollar pro Barrel. Steigt der Preis auf 90 US-Dollar, kann man den Future teurer verkaufen und macht Gewinn. Je stärker der Preis steigt, desto größer der Gewinn.
Geht ein Trader von einem fallenden Preis aus, setzt dieser auf eine Short-Position. Beispiel: Man verkauft einen Bitcoin Future bei 40.000 US-Dollar. Fällt der Preis auf 35.000 US-Dollar, kann man den Future günstiger zurückkaufen und macht Gewinn. Je stärker der Preis fällt, desto größer der Gewinn.

Letzteres Beispiel zeigt, dass es beim Futures Trading schnell um große Summen gehen kann. Möglich wird diese Art des Tradings durch sogenannte Margin. Um einen Future zu handeln, muss man nicht den gesamten Wert hinterlegen, sondern nur eine Sicherheitsleistung, die Margin genannt wird. So kann bereits mit einer kleinen Margin dank Hebelwirkung ein großer Kontrakt bewegt werden, und schon kleine Preisänderungen bringen große Gewinne.
- Achtung: Dasselbe gilt für Verluste, auch diese fallen durch den Hebel deutlich größer aus. In Fällen, in denen sich der Markt zu stark gegen den Trader bewegt, können Broker über einen Margin Call zusätzliches Geld verlangen, um die Position offenzuhalten. Deshalb ist ein sorgfältiges Risikomanagement im Futures Trading unerlässlich.
Arten von Futures – Überblick der verschiedenen Kategorien
Futures werden in verschiedene Gruppen unterteilt, je nachdem welcher Basiswert dem Vertrag zugrunde liegt. Die größten und wichtigsten Kategorien sind Währungs und Krypto Futures, Rohstoff Futures und Finanz Futures. Dabei ist wichtig zu beachten, dass jede dieser Kategorien ihre Besonderheiten hat.
Futures Trading vs. andere Trading-Arten
Futures Trading gehört zu den komplexesten Formen des Börsenhandels und unterscheidet sich deutlich von anderen Handelsarten wie beispielsweise Optionen, CFDs oder dem Spot Handel. Der wohl größte Unterschied liegt darin, dass Futures in Preis und Ablaufdatum standardisiert sind. Spot Handel, Optionen und CFDs folgen hingegen anderen Regeln und Mechanismen.
Während im Spot Handel oft direkt Coins gekauft werden, nutzen viele Trader Futures, um auf vielversprechende Kryptowährungen zu setzen, ohne diese tatsächlich zu besitzen. Hier ein kurzer Überblick über die verschiedenen Handelsarten.
| Kriterium | Futures | Spot-Handel | Optionen | CFDs |
| Instrument | Vertrag über zukünftigen Preis | Kauf des echten Produkts | Kauf des Rechts, nicht Pflicht | Vertrag über Preisunterschiede |
| Hebel | Hoch, da Margin | Kein Hebel | Mittel bis hoch | Hoch |
| Laufzeit | Fester Termin (z. B. 3 Monate) | Keine Laufzeit | Ablaufdatum | Meist keine Laufzeit |
| Beispiel | Weizen-Future mit Lieferung im Dezember | Kauf von Bitcoin sofort | Recht, Öl im Juli zu kaufen | Wette auf Kurs von Gold |
| Risiko | Hoch | Niedrig bis mittel | Begrenzte Verluste (Optionsprämie) | Hoch durch Hebel |
Vor- und Nachteile beim Futures Trading
Futures Trading erfreut sich auch bei privaten Spekulanten einer immer größer werdenden Beliebtheit. Doch bei diesen terminierten Verträgen handelt es sich keineswegs um Finanzinstrumente für Anfänger. Hier ein Überblick über die größten Vor und Nachteile:

Vorteile
- Hohe Liquidität: Viele Käufer und Verkäufer → einfacher Handel.
- Hebelwirkung: Große Positionen mit wenig Eigenkapital.
- Standardisierung: Klare Regeln, leichter Vergleich.
Nachteile
- Hohes Verlustrisiko: Hebel verstärkt auch Verluste.
- Komplexität: Für Einsteiger schwer zu verstehen.
- Margin Calls: Broker fordert Geld nach, wenn Verluste zu hoch sind.
Futures Trading in Deutschland – Rechtslage und Regulierung
In Deutschland unterliegt der Handel mit Futures klaren gesetzlichen Regeln. Ziel ist es, Anleger zu schützen und einen transparenten Markt zu gewährleisten. Wer in Futures investieren möchte, muss daher bestimmte Vorgaben beachten.

Regulierung durch die BaFin
Futures Trading unterliegt wie kaum eine andere Anlageart starken Standardisierungen. Für die Einhaltung dieser und die Überwachung von Brokern und Terminbörsen wie beispielsweise der EUREX in Frankfurt ist in Deutschland die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zuständig.
Sie sorgt dafür, dass nur zugelassene und überwachte Broker Futures anbieten dürfen. Dadurch sollen Betrug und Marktmanipulation verhindert werden und die Anleger bestmöglich geschützt werden.
Ein deutscher Trader, der einen DAX Future an der EUREX kauft, kann sich darauf verlassen, dass Handel und Abwicklung nach streng kontrollierten Standards erfolgen. Futures Trading bei unseriösen, nicht regulierten Anbietern birgt hohe Risiken und ist oft rechtlich problematisch.
Steuerliche Behandlung von Futures Gewinnen
Wer auf die richtige Preisentwicklung setzt und mit seinen Futures Contracts Geld verdient, muss diese in Deutschland entsprechend versteuern. Gewinne aus dem Futures Trading gelten als Einkünfte aus Kapitalvermögen und unterliegen einer Abgeltungssteuer von 25 Prozent.
Zusätzlich fällt der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an, vorausgesetzt man ist kirchensteuerpflichtig. Verluste aus dem Handel mit Futures können, um die Steuerlast zu verringern, mit anderen Kapitalerträgen verrechnet werden. Trader sind verpflichtet, ihre Gewinne in der Steuererklärung korrekt anzugeben.
Futures-Börsen und Trading-Plattformen
Der Handel mit Futures findet nicht an klassischen Aktienbörsen statt, sondern an speziellen Terminbörsen. Diese Märkte sind hoch reguliert und bieten standardisierte Verträge mit klar definierten Bedingungen.
Internationale Terminbörsen
Die größte und wohl auch bekannteste Terminbörse weltweit ist die CME (Chicago Mercantile Exchange) in den USA. Der Exchange bietet eine breite Palette an Futures, darunter Rohstoffe, Aktienindizes, Währungen und Kryptowährungen. Dank des hohen Handelsvolumens sind die dortigen Märkte sehr liquide.
Die wichtigste europäische Terminbörse ist die EUREX mit Sitz in Frankfurt. Sie ist spezialisiert auf den Handel mit Futures auf europäische Aktienindizes wie den DAX.
Besonders bekannt für den Handel mit Rohstoff Futures wie Öl, Gas oder Kaffee ist der ICE (Intercontinental Exchange), welcher über Handelsplätze in Nordamerika, Europa und Asien verteilt ist.
Grundlagen für Futures Anfänger
Futures Trading ist komplexer als viele andere Handelsarten und erfordert gründliche Vorbereitung. Schon kleine Kursbewegungen können durch Hebel große Gewinne oder Verluste verursachen. Für Einsteiger ist es entscheidend, das Risiko zu verstehen und nicht sofort mit hohem Einsatz zu starten.
Darüber hinaus sollte Futures Trading nicht als Weg zu schnellem Reichtum gesehen werden, es erfordert Disziplin und Geduld.

- Voraussetzungen und Kapitalbedarf: Vor dem Start gilt es, sich ein Verständnis für Börsenmechanismen, Derivate und die gängigsten Handelsbegriffe wie Long, Short, Margin und Hebel aufzubauen. Auch wenn im Futures Trading oft Verträge mit hohem Wert gehandelt werden, erfordert der Einstieg deutlich weniger Kapital als häufig angenommen. Der Kapitalbedarf variiert je nach Broker, Kontraktgröße und Marginanforderung. Grundsätzlich lässt sich aber schon mit wenigen hundert Euro mit dem Futures Trading beginnen. Wichtig ist es dabei, ein Reservekapital zur Seite zu legen, um Verluste abfedern zu können und nicht sofort mit dem gesamten Ersparten einzusteigen.
- Risikomanagement Grundlagen: Um die Risiken vor größeren Verlusten so klein wie möglich zu halten, werden beim Futures Trading Stop Orders eingesetzt. Gleichzeitig empfiehlt es sich, nicht mehr als ein bis zwei Prozent des Gesamtkapitals pro Trade zu riskieren. Gerade Anfänger sollten übermäßig hohe Hebel vermeiden, um Margin Calls auf ein Minimum zu reduzieren. Eine konsequente Disziplin beim Risikomanagement ist dabei der Schlüssel für langfristigen Erfolg im Futures Trading.
- Bildung und Vorbereitung: Für den Einstieg ins Futures Trading ist eine gründliche Vorbereitung entscheidend. Sinnvoll ist es, zunächst mit Demokonten zu üben und so Handelsstrategien ohne Risiko zu testen. Zusätzlich helfen Fachliteratur, Online Kurse und Akademien beim Aufbau von Wissen. Ein gutes Verständnis für Börsenkalender und wichtige Marktereignisse sowie das regelmäßige Verfolgen von Finanznachrichten und Wirtschaftsdaten sind ebenfalls wichtig.
Fazit: Futures Trading als komplexes Finanzinstrument
Futures Trading bietet spannende Chancen, ist aber alles andere als einfach. Mit diesen Verträgen können sowohl steigende als auch fallende Kurse genutzt werden, doch schon kleine Bewegungen haben große Auswirkungen. Deshalb ist es wichtig, die Grundlagen wirklich zu verstehen, mit Bedacht zu handeln und Verluste von Anfang an einzuplanen.
Wer sich Zeit für Vorbereitung und Weiterbildung nimmt, kann Futures als wertvolles, aber anspruchsvolles Instrument einsetzen. Wer über Futures hinaus investieren möchte, findet in unserem Überblick zu Coin Launches weitere spannende Möglichkeiten.
Häufig gestellte Fragen