Warum Bitcoin unter 62.000 USD gefallen ist

Auf der Blockchain wird es nie langweilig. Das müssen Sie diese Woche wissen:
BTC fällt unter 62.000 USD. Wie der Bitcoin-Verkauf von Strategy, der Iran-Konflikt und der KI-Boom die Märkte durchschütteln könnten.
Warum hat Strategy jetzt 32 BTC verkauft? Was der Verkauf eines kleinen Teils seiner Bestände über das Geschäftsmodell von Krypto-Treasury-Firmen aussagt.
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MARKT-BYTES
Bitcoin fällt zum ersten Mal seit Anfang Februar unter 62.000 USD
Noch vor einem Monat zeigten sich die Kryptomärkte optimistisch, beflügelt von der Hoffnung auf eine Entspannung im Iran-Konflikt und dem Vorankommen des CLARITY Act, eines wegweisenden Krypto-Gesetzespakets.
Seit Anfang Mai ist der Bitcoin-Kurs jedoch von über 82.000 USD auf unter 62.000 USD gefallen – den niedrigsten Kurs seit der ersten Februarwoche. Ether und die meisten anderen großen Token haben eine ähnliche Talfahrt hinter sich und der Coinbase-50-Index verzeichnete im letzten Monat ein Minus von fast 20 %. Am Donnerstag erholten sich die Kurse dann wieder leicht.
Was war da passiert? Obwohl der CLARITY Act in dieser Woche im Senat einen weiteren Verfahrensschritt nach vorn getan hat, lassen sich angesichts zahlreicher konkurrierender Prioritäten und des engen Zeitplans vor der Sommerpause die Chancen des Gesetzespakets auf eine baldige Verabschiedung nur schwer einschätzen. (Dennoch gehen 68 % der Trader auf dem Coinbase Prediction Market davon aus, dass das Gesetz letztendlich die benötigten 60-plus Stimmen im Senat erhalten wird.)
Der Bitcoin-Akkumulationsriese Strategy hat diese Woche auch einen kleinen Teil seiner Bestände verkauft und die Märkte erschüttert. „Die Strategie, 32 BTC für 2,5 USD zu verkaufen, ist finanziell unbedeutend, ein Rundungsfehler im Vergleich zu ihrer Position von 62 Mrd. USD“, sagte Rajiv Sawhney, Leiter des internationalen Portfoliomanagements bei Wave Digital Assets, gegenüber Bloomberg. „Wichtiger ist, was dies dem Markt signalisiert, angesichts der schwachen Performance von Bitcoin in den letzten Wochen.“
Der Aufstieg von Krypto-Perpetuals, bei denen meist Hebel eingesetzt werden, um potenzielle Gewinne zu verstärken, kann jedoch auch zu größeren Verlusten führen, wenn die Märkte stärker fallen als erwartet. Als diese Woche der BTC-Verkauf von Strategy bekannt wurde, gaben die Kurse nach, woraufhin innerhalb von 24 Stunden gehebelte Krypto-Positionen im Wert von 1,84 Mrd. USD liquidiert wurden.
Hier ein genauerer Einblick, warum Strategy BTC verkauft hat, und weitere wichtige Neuigkeiten …
Analysten sehen teilweise Verlagerung des Wall-Street-Kapitals von Krypto zu KI
Der Kryptomarkt war in der Vergangenheit meist eng mit dem Aktienmarkt korreliert, insbesondere mit Technologieaktien. In den letzten Wochen haben sich die beiden Anlageklassen jedoch stark auseinanderentwickelt: während die Aktienmärkte auf neue Allzeithochs zusteuern, steckt Krypto seit mehreren Monaten in einer relativ engen Spanne fest.
Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist laut einigen Analysten das enorme Kapitalvolumen, das in KI und die dazugehörige Infrastruktur fließt. Bitcoin-ETFs, eine der wichtigsten Möglichkeiten für institutionelle Anleger, Zugang zu Kryptomärkten zu erhalten, verzeichneten gerade zwölf Tage in Folge massive Abflüsse von insgesamt 4 Mrd. USD.
„Die Rotation ist besonders deutlich, da Aktien aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz weiterhin Kapital anziehen“, schreibt Bloomberg. „Der Nasdaq 100 ist in den letzten 12 Monaten um 42 % gestiegen, während Bitcoin um 37 % gefallen ist und damit 48 % unter seinem Höchststand des Vorjahres liegt.“
Lichtblick… HYPE, der native Token der boomenden dezentralen Trading-Plattform Hyperliquid, ist in diesem Jahr um 180 % gestiegen – teilweise angetrieben durch neue HYPE-ETFs. In dieser Woche wurde ein dritter solcher ETF von der Krypto-Fondsgesellschaft Grayscale eingeführt.
Japans Regierungspartei drängt auf Krypto-ETFs und Yen-Stablecoins
Japans regierende Liberaldemokratische Partei (LDP) strebt für das Land eine Vorreiterrolle im asiatischen Kryptomarkt an und hat mit einem neuen Vorschlag die Regierung aufgefordert, regulatorische Rahmenbedingungen für Stablecoins in Yen sowie für Krypto-ETFs zu schaffen.
„Wenn Japan im nächsten Mai die Jahrestagung der Asiatischen Entwicklungsbank ausrichtet, wird das Land Yen-Stablecoins und seine Fortschritte im Bereich Blockchain-Innovationen präsentieren können“, schreibt Reuters.
Die japanische Finanzmarktaufsicht und die drei größten Banken des Landes arbeiten bereits an einem Pilotprojekt zur Ausgabe eines gemeinsamen, auf Yen lautenden Stablecoins. „Der 315 Mrd. USD schwere [Stablecoin-]Markt wird von an den Dollar gekoppelten Token dominiert. Das weckt bei politischen Entscheidungsträgern außerhalb der USA die Befürchtung, dass diese Dollar-Dominanz ihre eigenen Banken- und Zahlungssysteme umgehen könnte“, erklärt CoinDesk.
Und noch eine internationale Neuigkeit … Coinbase bietet Kunden in Indien nun die Möglichkeit, direkt in Rupien zu traden, ohne Zwischenhändler. „Indien ist seit langem einer der wichtigsten Märkte für Krypto, sowohl in Bezug auf Entwicklertalente und Trading-Aktivitäten als auch hinsichtlich der breiteren Akzeptanz der Blockchain-Technologie“, so John O'Loghlen, Regional Managing Director for Asia Pacific bei Coinbase.
BLICKPUNKT STRATEGY
Warum Strategy gerade einen kleinen Teil seiner 61 Mrd. USD schweren Bitcoin-Bestände verkauft hat
Das Krypto-Treasury-Unternehmen Strategy zählt seit Jahren zu den zuverlässigsten Käufern von Bitcoin und hat allein 2026 mehr als 170.000 BTC (im Wert von unglaublichen 12,2 Mrd. USD) zu seinen Beständen hinzugefügt.
Nach mehreren Monaten starker Kapitalakkumulation durch den Verkauf von Anleihen und Aktien verkaufte Strategy jedoch in der letzten Woche zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren wieder Bitcoin. Das wirft bei Anlegern die Frage auf, ob es sich dabei um eine Änderung der Unternehmensstrategie handelt.
Das müssen Sie darüber wissen:
Wie viel Bitcoin hat Strategy verkauft?
Das Unternehmen verkaufte lediglich 32 BTC (2,5 Mio. USD) aus seinem Gesamtbestand von 843.706 BTC (61 Mrd. USD). Wall-Street-Analysten betrachten diese Menge als „ unwesentlich“. Dem TD Cowen-Analysten Lance Vitanza zufolge sind Vermutungen, Strategy würde nun in nennenswertem Umfang Bitcoin verkaufen, übertrieben. Dieser Verkauf „ändert nichts an der grundlegenden Akkumulationsthese“, erklärt er.
Warum hat Strategy einen Teil seiner Bestände verkauft?
Mit dem Erlös aus dem Bitcoin-Verkauf hat das Unternehmen die Dividende seiner „Vorzugsaktie“ $STRC finanziert, die im vergangenen Jahr aufgelegt wurde und Anlegern jährlich 11,5 % Rendite zahlt. $STRC dient Strategy hauptsächlich dazu, von Investoren Kapital zu beschaffen, mit dem zukünftige Bitcoin-Käufe finanziert werden. Jede ausgegebene $STRC-Aktie ist durch Bitcoin im Bestand von Strategy gedeckt. Das Unternehmen kann die monatliche Dividendenrate anpassen oder neue Aktien ausgeben, wenn die Nachfrage hoch ist.
Im Gegenzug für den Kauf der Aktie können Anleger eine vorhersehbare jährliche Rendite erzielen, die durch die Bitcoin-Bestände des Unternehmens abgesichert ist. Allein in diesem Jahr hat Strategy durch den Verkauf von $STRC-Vorzugsaktien bereits mehr als 5,6 Mrd. USD an frischem Kapital eingesammelt. Michael Saylor, Executive Chairman von Strategy, hat zudem bereits seine Ambition bekundet, $STRC zum Standardprodukt für bitcoin-gedeckte Erträge zu machen.
Warum hat Strategy so viel Interesse an BTC? Und was sind die damit verbundenen Risiken?
Strategy begann ursprünglich 2020 mit dem Kauf von BTC, um sich gegen die Entwertung von Währungen abzusichern. Für Firmenchef Michael Saylor ist Bitcoin ein Asset, das die traditionellen Märkte langfristig nachhaltig übertreffen wird. Das Unternehmen plant, so viel wie möglich von der noch verbleibenden Menge an 1 Mio. Bitcoin zu erwerben, die noch nicht gemined wurden. Derzeit hält Strategy bereits mehr als 4 % des gesamten Bitcoin-Angebots.
Der durchschnittliche Preis, den Strategy pro Bitcoin gezahlt hat, liegt bei rund 75.000 USD. Damit schreibt das Unternehmen mit seinem 61 Mrd. USD schweren BTC-Portfolio aktuell Verluste.
Das größte Risiko für das Unternehmen besteht darin, seine Bestände liquidieren zu müssen, um Schulden zu tilgen, da das Unternehmen einen Teil der Bitcoin-Käufe durch Kredite finanziert hat. Derzeit belaufen sich die ausstehenden Verbindlichkeiten von Strategy auf rund 7 Mrd. USD.
Doch bevor Strategy in ernsthafte Schwierigkeiten gerät und seine Bestände verkaufen muss, würde der Bitcoin-Kurs erheblich einbrechen müssen, und zwar auf unter 10.000 USD, so der CEO.
„Im schlimmsten Fall, wenn der Bitcoin-Kurs um 90 % einbricht und auf 8.000 USD fällt, entspricht der Wert unserer Bitcoin-Reserven genau unseren Nettoschulden, und wir können unsere Wandelanleihen nicht mehr aus unseren Bitcoin-Reserven tilgen“, so Strategy-CEO Phong Le.
Was machen andere Krypto-Treasury-Firmen?
Trotz des Verkaufs in der vergangenen Woche war Strategy im Mai immer noch einer der größten Käufer von BTC und erwarb im letzten Monat mehr als 25.000 BTC (2 Mrd. USD). Strive, ein weiteres Bitcoin-Treasury-Unternehmen, kaufte im letzten Monat BTC im Wert von 150 Mio. USD .
Bitmine Immersion Technologies, das sich auf die Akkumulation von Ethereum konzentriert hat, kaufte allein im Mai 338.000 ETH (im Wert von 665 Millionen US-Dollar) und kam damit seinem Ziel, 5 % des gesamten ETH-Angebots zu besitzen, näher. Und Bit Digital, ein weiteres ETH-Treasury-Unternehmen, kaufte letzten Monat 20 Millionen US-Dollar des Tokens bei seinen ersten Käufen seit Oktober.
Einige Unternehmen waren jedoch gezwungen, ihre Bestände zu verkaufen, um zahlungsfähig zu bleiben, darunter Empery Digital, Nakamoto Holdings und die Genius Group. Andere, wie Forum Markets und VivoPower, haben das Krypto-Treasury-Modell vollständig aufgegeben.
PREDICTION MARKETS
Was Prediction Markets über den Ausgang der Finale im US-Profi-Basketball vorhersagen
Spiel 2 der Finale im US-Profi-Basketball: New York gegen San Antonio
San Antonio, 67 %
Das sagen die Märkte: Obwohl San Antonio Spiel 1 am Mittwoch gegen New York verloren hat, favorisieren die Trader das Team für Spiel 2, diesmal im eigenen Stadion. Nach der Niederlage von San Antonio in Spiel 1 ist ihre Wahrscheinlichkeit für einen Sieg in Spiel 2 sogar um etwa 7 Prozentpunkte gestiegen.
Das sagen die Analysten: „San Antonio […] hatte in der regulären Saison nach einer Niederlage eine Bilanz von 21-6 und von 19-8 gegen den Spread, mit Abstand die besten Zahlen aller Teams im Basketball.“ – The NY Post
MVP der Finale im US-Profi-Basketball
Jalen Brunson, 47 %
Das sagen die Märkte: Nach seiner entscheidenden Leistung im vierten Viertel von Spiel 1, in dem er 13 Punkte für New York erzielte, hat er Victor Wembanyama in den Augen der Trader vom Thron gestoßen. Wembanyama's Chancen auf den Titel MVP in der Finalserie sind von ursprünglich 70 % auf mittlerweile 44 % gesunken.
Das sagen die Analysten: „[Brunsons] Spielübersicht und Spielverständnis, seine klugen Entscheidungen, seine Treffsicherheit aus allen Positionen und seine Führungsqualitäten haben [New York] in eine Position gebracht, mit der sie die Meisterschaft gewinnen können. Das Beste ist jedoch seine Fähigkeit, in entscheidenden Momenten zu liefern: Er macht selten Fehler und schreckt in solchen Situationen nicht zurück. Das ist seine größte Stärke und ein echter Erfolgsfaktor.“ – The Athletic
Champion im US-Profi-Basketball: New York gegen San Antonio
New York, 54 %
Das sagen die Märkte: Das Team aus New York, das seit 1973 auf seinen ersten Titel hofft, ging als krasser Außenseiter gegen San Antonio ins Spiel, mit einer Gewinnwahrscheinlichkeit von nur 37 %. Doch ihr überzeugender Auswärtssieg in Spiel 1 scheint die Kalkulation der Trader verändert zu haben, denn New York ist nun leichter Favorit. Historisch gesehen gewinnen rund 70 % der Teams, die Spiel 1 der Finalserie für sich entscheiden, am Ende auch die Meisterschaft.
Das sagen die Analysten: „New York wird in den entscheidenden Momenten dieser Playoffs einen Vorteil haben, weil Brunson die Fähigkeit besitzt, aus dem Dribbling heraus Chancen zu kreieren und gegen die meisten Verteidiger zu punkten. Das hat [San Antonio] nicht in seinem Repertoire.“ – The Athletic
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Eine schrittweise Anlagestrategie, bei der man nicht auf den „perfekten Zeitpunkt“ wartet.
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