Die Rallye von Bitcoin kühlt ab, da Händler sich gegen die Hitze absichern
Nach monatelangen stetigen Gewinnen fällt BTC unter wichtige Kostenbasisniveaus, da langfristige Investoren in Stärke verkaufen und Händler sich in defensive Derivate zurückziehen.

Was Sie wissen sollten:
- Das Momentum von Bitcoin hat sich verlangsamt, wobei die Preise knapp über 111.000 US-Dollar pendeln, während Kapital von Spotmärkten auf Derivate verlagert wird.
- Analysten von CryptoQuant und Glassnode vermerken eine Markterschöpfung, wobei kurzfristige Anleger potenzielle Verluste erleiden könnten, falls Bitcoin unter 113.000 US-Dollar fällt.
- Langfristige Anleger verkaufen, und Händler nutzen Derivate zur Absicherung, was auf ein vorsichtiges Marktumfeld hinweist.
Nach monatelangem stetigem Anstieg auf ein Rekordhoch hat sich der Puls von Bitcoin
Der Rückgang vom jüngsten Höchststand von über 126.000 USD ist geprägt von einem Abschwächen der Dynamik unter wichtigen Kostenbasisniveaus, wobei Kapital den Spotmarkt und ETFs verlässt, begleitet von defensiven Optionspositionen.
In einem aktuellen Bericht interpretiert Glassnode die wiederholten Einbrüche unter wichtige Quantile als Beweis für die Erschöpfung des Marktes. Gleichzeitig stellt CryptoQuant in einer mit CoinDesk geteilten Notiz eine ähnliche Belastung durch schrumpfende realisierte Gewinne und abnehmende Zuflüsse an Börsen fest.
Kapital, so argumentieren beide, verbleibt im Kryptobereich, rotiert jedoch vom Spot- in den Derivatehandel, wobei die Volatilität selbst nun zum wichtigsten gehandelten Vermögenswert geworden ist. Bis sich dieses Gleichgewicht wieder einstellt, ist damit zu rechnen, dass Rallyes eher „gedimmt“ als mitgetragen werden.
Glassnode verweist auf die Kostenbasis der kurzfristigen Inhaber bei etwa 113.000 USD als die Trennlinie zwischen erneuter Stärke und tieferer Konsolidierung. Ein Unterschreiten dieser Schwelle signalisiert laut dem Unternehmen, dass die jüngsten Käufer nun Verluste hinnehmen müssen, was das Vertrauen untergräbt und schwächere Marktteilnehmer zur Kapitulation zwingt.

Langfristige Inhaber hingegen verkaufen seit Juli täglich in einem Tempo von über 22.000 BTC bei Markterholung, ein Trend, der weiterhin den Schwung dämpft und jede nachhaltige Erholung belastet. Sollte Bitcoin die Marke von 113.000 USD nicht zurückerobern, warnt Glassnode davor, dass die Verluste in den Bereich von 108.000–97.000 USD vertiefen könnten, wo historisch gesehen 15 %–25 % des Angebots unprofitabel wurden.
Die Daten von CryptoQuant untermauern diese Ansicht aus Sicht der Kapitalflüsse. Die Zuflüsse in ETFs haben sich nach monatelanger Akkumulation abgekühlt, während die Reserven an Börsen wieder steigen – ein Zeichen dafür, dass Händler sich darauf vorbereiten, bei Volatilität zu verkaufen, anstatt weiter zu akkumulieren.
Das Unternehmen charakterisiert dies als eine Kapitalrotation innerhalb des Kryptobereichs und nicht als vollständigen Ausstieg, da Liquidität in Richtung Futures- und Optionsmärkte fließt, in denen die Volatilitätsprämien stark gestiegen sind. Dies spiegelt strukturelle Veränderungen wider, die bereits 2021 und Mitte 2022 zu beobachten waren, als spekulativer Hebel die Überzeugung im Spotmarkt ersetzte.
Optionsdaten spiegeln das umfassendere Vorsichtsgefühl wider. Glassnode berichtet rekordhohes Open Interest da Händler zunehmend auf Derivate setzen, um sich abzusichern, anstatt auf steigende Kurse zu spekulieren, wobei die Nachfrage nach Put-Optionen über alle Laufzeiten hinweg steigt.
Glassnode stellt fest, dass das Hedging von Market Makern dazu tendiert hat, kurzfristige Kursbewegungen zu glätten, indem sie in Aufwärtsbewegungen verkaufen und bei Rücksetzern kaufen, um delta (Markt) neutral zu bleiben. Die erhöhte Volatilität und die starke Put-Nachfrage halten den Markt fest, wobei Aufwärtsbewegungen durch Hedging-Ströme begrenzt werden und nicht durch breite Überzeugung.
Diese Dynamiken haben den Markt in einer Schwebe gehalten, in der die Kursentwicklung stärker durch Risikomanagement als durch richtungsweisende Überzeugung geprägt ist.
CryptoQuant deutet diese Ströme als ein Zeichen der Konsolidierung und nicht des Zusammenbruchs, wobei festgestellt wird, dass die Liquidität im Ökosystem der Kryptowährungen verbleibt und sich durch verschiedene Instrumente bewegt, während Investoren auf klarere makroökonomische oder politische Signale warten, bevor sie neues Kapital investieren.
Beide Unternehmen weisen darauf hin, dass eine signifikante Erholung eine erneuerte Nachfrage im Spotmarkt sowie eine ruhigere Aktivität bei den Derivaten erfordern wird, Bedingungen, die möglicherweise vom Zeitpunkt der Zinssenkungen der Fed oder einer Wiederbelebung der ETF-Zuflüsse abhängen.
Bitcoin befindet sich vorerst weniger im freien Fall als vielmehr in einer Verschnaufpause und handelt weniger wie eine Revolution, sondern mehr wie eine Rotation. Volatilität mag weiterhin die bevorzugte Anlageklasse des Marktes sein, doch früher oder später werden selbst Händler müde davon, mit Angst zu handeln.