Eine Zinssenkung der Federal Reserve könnte eine Wiederbelebung des Bitcoin-Basisgeschäfts auslösen
Das offene Interesse und die Prämien bei CME-Futures sind in diesem Jahr stark zurückgegangen. Eine lockerere Geldpolitik könnte das Bild verändern.

Was Sie wissen sollten:
- Das Open Interest der CME Bitcoin-Futures ist in diesem Jahr von über 212.000 BTC auf 130.000 BTC gefallen, während der annualisierte Basiswert unter 10 % geblieben ist.
- Eine Zinssenkung der Fed im September könnte die Liquidität und die Risikobereitschaft erhöhen und somit die Grundlage für eine Erholung des Basisgeschäfts schaffen.
Die große Frage für Bitcoin
Es besteht eine 90%ige Wahrscheinlichkeit, dass das Federal Open Markets Committee den Zielzinssatz für die Bundesmittel um 25 Basispunkte von der aktuellen Spanne von 4,25 % bis 4,50 % senken wird, so der CME FedWatch Tool. Eine Hinwendung zu einer lockereren Geldpolitik könnte die Nachfrage nach Hebelwirkungen wiederbeleben, die Terminkontraktprämien steigen lassen und neues Leben in einen Handel bringen, der im Verlauf des Jahres 2025 bislang gedämpft blieb.
Der Basishandel umfasst den Kauf von Bitcoin am Spotmarkt oder über einen Exchange-Traded Fund (ETF) und gleichzeitig den Verkauf von Futures (oder umgekehrt), um von der Preis-Differenz zu profitieren. Ziel ist es, die Spreizung einzufangen, während sie sich dem Verfall nähert, und dabei die Exponierung gegenüber der Preisvolatilität von Bitcoin zu begrenzen.
Da die Federal Funds Rate weiterhin knapp über 4 % liegt, erscheint eine Basis von 8 % – die annualisierte Rendite des Basisgeschäfts – möglicherweise erst dann attraktiv, wenn die Zinssenkungen zu beschleunigen beginnen. Anleger werden wahrscheinlich niedrigere Zinsen wünschen, um einen Anreiz für das Eingehen des Basisgeschäfts anstelle des reinen Haltens von Bargeld zu schaffen.
An der CME ist das Open Interest bei Bitcoin-Futures laut Glassnode-Daten von über 212.000 BTC zu Jahresbeginn auf etwa 130.000 BTC gefallen. Dies entspricht ungefähr dem Niveau, das beim Start der Spot-Bitcoin-ETFs im Januar 2024 beobachtet wurde.
Die annualisierte Basis liegt das ganze Jahr über unter 10 %, so Velo-Daten, ein deutlicher Kontrast zu den 20 %, die gegen Ende des letzten Jahres verzeichnet wurden. Die Schwäche spiegelt sowohl Markt- als auch makroökonomische Einflüsse wider: straffere Finanzierungsbedingungen, nach dem Boom 2024 verlangsamte ETF-Zuflüsse und eine Rotation der Risikobereitschaft weg von Bitcoin.
Der komprimierte Handelsbereich von Bitcoin hat den Trend verstärkt. Die implizite Volatilität, ein Maß für erwartete Kursausschläge, liegt bei nur 40, nachdem sie in der vergangenen Woche mit 35 ein Rekordtief erreicht hatte, wie Daten von Glassnode zeigen. Bei unterdrückter Volatilität und geringer institutioneller Hebelwirkung bleiben die Futures-Prämien begrenzt.
Sollte die Fed die Zinssätze senken, könnten sich die Liquiditätsbedingungen entspannen, was die Nachfrage nach risikoreichen Anlagen steigern würde. Dies könnte wiederum das Open Interest der CME-Futures anheben und den Basishandel nach einem Jahr der Stagnation wiederbeleben.